CD-Review: Morast - The Palingenesis (EP)

  • Veröffentlichung: 2021
  • Label: Totenmusik, Ván
  • Spielart: Doom Metal
Besetzung

Z. – Gesang
J. – Gitarre
R. – Bass
L. – Schlagzeug

Tracklist

01. In Gloam
02. Augmentation Of Time


Zwei Alben und drei Split-EPs haben MORAST schon herausgebracht – eine ordentliche Quote für eine erst 2015 gegründete Band. Mit „The Palingenesis“ fügen die Death-Doomer dem nicht nur eine weitere, diesmal ausschließlich auf Vinyl erhältliche EP hinzu, sondern präsentieren sich auch erstmalig in neuer Besetzung: Anstelle des bisherigen Sängers F. ist nun Z. am Mikrophon zu hören. Und der ist wahrlich kein Unbekannter – verbirgt sich hinter der Abkürzung doch niemand Geringeres als Zingultus, Sänger bei Endstille, Graupel und ehedem Nagelfar.

Wenngleich der heiser-kratzige Gesang von F. damit einem eher gekeiften Screaming gewichen ist, braucht bei MORAST auch 2021 niemand truen Black Metal zu erwarten. Und doch hat sich die Band auch stilistisch weiterentwickelt: Kompositorisch, vor allem aber vom Sound her wirken die beiden Songs auf „The Palingenesis“ etwas sauberer und aufgeräumter. Tendierte das 2019er Album Il Nostro Silenzio“ noch eher in Richtung räudiger Sludge, klingen die Songs der neuen EP eher nach wuchtigem Death-Doom. Den Einstieg von „In Gloam“ bestreitet eine nur dezent verzerrte Gitarre mit einer bedächtigen Melodie fast im Alleingang; erst ab der Hälfte der Songs wälzen sich wuchtig klingende Riffs aus den Boxen und wecken damit direkt Assoziationen zu The Ruins Of Beverast.

Ganz ähnlich verhält es sich bei „Augmentation Of Time“: Auch hier steht eine nur angezerrte gespielte Tonfolge im Mittelpunkt, die MORAST im weiteren Verlauf immer wieder mit düsterem Riffing unterlegen. Das bleibt nicht ohne Wirkung: Gerade dieser zweite Song begeistert mit herrlich schleppendem Feeling und einer packenden Gesamtstimmung.

Statt rohem, ungeschliffenem Sludge-Sound setzen MORAST mit „The Palingenesis“ vor allem bei der Produktion auf die Doom-Karte. Das funktioniert gut – auch in Kombination mit dem Beitrag von Neuzugang Z., der dafür mit seinem etwas schärferen Gesang Härte in die Songs bringt. Etwas vom ursprünglichen Charme der Band bleibt dennoch auf der Strecke, war es schließlich nicht zuletzt diese Fuck-off-Attitüde des hingerotzten, rohen Materials, die MORAST ausgemacht hatte. Trotzdem lohnt sich auch diese EP – als Tonträger allerdings nur für Plattenspielerbesitzer.

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