Das Cover von "Dawn Of The Serpent" von Night Cobra

Review Night Cobra – Dawn Of The Serpent

  • Label: High Roller
  • Veröffentlicht: 2022
  • Spielart: Heavy Metal

Ungeachtet der globalen Pandemielage geht es der Metal-Szene nach wie vor gut und so scheinen auch in diesem Jahr wieder neue Bands und deren Debütalben wie Pilze aus dem Boden zu schießen. So auch das Erstlingswerk der texanischen Metaller NIGHT COBRA. Die machten erstmals vor zwei Jahren mit ihrer EP „In Praise Of The Shadow“, welche die Truppe in Eigenregie veröffentlichte, auf sich aufmerksam und können daher gut und gerne als Newcomer betrachtet werden. Mit ihrem ersten vollen Album „Dawn Of The Serpent“ kam die Band nun bei High Roller unter, weshalb ihr die Aufmerksamkeit des Underground-Publikums sicher sein dürfte.

Jenes Publikum dürfte genau der richtige Adressat für die Musik von NIGHT COBRA sein, denn die Truppe aus Houston hat ganz klar die frühesten Anfänge der Szene zum Vorbild: Mit Riffs irgendwo zwischen griffig und geschrammelt und entsprechend düsteren Arrangements wie in „The Serpent’s Kiss“, „Black Venom Dreams“ oder „The Neuromancer’s Curse“ orientieren sich die Herren unüberhörbar an Mercyful Fate. Damit richten sich NIGHT COBRA klar an Fans von ähnlich gearteten Bands wie Portrait, Attic oder In Solitude und – berücksichtigt man gelegentliche Speed-Metal-Anleihen wie bei „In Mortal Danger“ – evtl. auch Vulture.

Zugegeben, das alles ist nicht sonderlich neu und wurde von den genannten Kollegen schon in mindestens gleicher Qualität dargeboten. Man muss „Dawn Of The Serpent“ auch nicht bis zum Ende gehört haben, um zu wissen, was hier passiert. Dennoch: NIGHT COBRA mögen nichts Neues bieten, aber sie machen prinzipiell auch nichts falsch. Die Riffs sind gelungen, die Soli vielleicht nicht atemberaubend technisch, aber dafür von schöner Melodieführung geprägt und das Gesamtbild ist so stimmig, dass man diese Truppe sofort als authentisch einstuft. Wie gut das mitunter klingen kann, zeigen gelungene Nummern wie der hymnische Opener oder das atmosphärische „For Those Who Walk The Night“.

Was den Sound angeht, so soll „Dawn Of The Serpent“ natürlich möglichst wie Vinyl um 1981 klingen. Entsprechend hat man es hier mit eher dezenter Bassdrum und reichlich harschen Gitarren zu tun – das passt an sich gut, zumal Musik wie die von NIGHT COBRA in moderner Hochglanzproduktion wohl nicht annähernd so stilecht klingen würde. Dennoch wäre beim Nachbau des vermeintlich originalgetreuen Low-Fi-Sounds etwas mehr Sorgfalt wünschenswert gewesen, denn vor allem in den Höhen sind die Gitarren derart unangenehm, dass es schmerzhaft wird – das hätte auch Anfang der 80er jeder Toningenieur korrigiert.

Mit einem Album wie „Dawn Of The Serpent“ werden NIGHT COBRA sicherlich eine solide Gefolgschaft aufbauen. Zwar liefert die Band absolut nichts Neues und verfehlt es noch weitgehend, sich ein eigenes Profil aufzubauen, aber gerade auf etablierten Szene-Veranstaltungen wie dem „Keep It True“ oder „Hammer Of Doom“ sind authentisch rumpelnde Untergrund-Bands wie diese Texaner immer gern gesehen. Dort kann man sich dann auch getrost diese Platte anschaffen und nach dem Gig noch ein kühles Blondes mit der Band trinken – die freut sich bestimmt. Über beides.

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Wertung: 6.5 / 10

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