Albumcover Ov Sulfur

Review Ov Sulfur – The Burden Of Faith

Zwei Jahre nach ihrer Gründung legt die neue Band des ehemaligen Suffokate-Sängers Ricky Hoover, OV SULFUR, ihr Debütalbum „The Burden Ov Faith“ vor. Während das erste musikalische Lebenszeichen in Form der EP „Oblivion“ vor zwei Jahren noch in Eigenregie auf den Markt kam, können die US-amerikanischen Deathcorer von OV SULFUR nun auf die Unterstützung von Branchengröße Century Media Records bauen – und auf die Erfolgswelle, auf der Blackened Deathcore aktuell schwimmt. Als wären dies nicht schon ausreichend Erfolgsfaktoren für eine gute Platte, mischen auf dieser außerdem noch die Sänger von Slaughter To Prevail, Left To Suffer, Light The Torch und Bodysnatcher mit. Produziert von Morgoth Beatz (Winds Of Plague, Polyphia) und abgemischt von Josh Schroeder (Lorna Shore, Mental Cruelty) muss „The Burden Ov Faith“ einfach nur gut sein.

Wie der Titel schon erahnen lässt, beschäftigen sich OV SULFUR mit dem religiösen Glauben. Dieses Album speit die Vorwürfe gegen das organisierte Christentum förmlich heraus; angefangen mit dem schaurigen, spirituell geprägten Artwork und endend mit den Texten, verarbeitet Hoover darin seine persönlichen Erfahrungen mit dem Christentum. „Als Kind ging ich zur Kirche und fuhr mit der Kirche nach Mexiko, um Missionsarbeit zu leisten. Wir bauten eine Schule für Kinder, und die Mitarbeiter der Kirche, die uns begleiteten, behandelten uns schlecht. Mitarbeiter der Kirche, die mit uns dort unten waren. Es war wie in einem Arbeitslager, man wurde misshandelt. Es war ein Augenöffner, der die mich dazu brachten, das zu hinterfragen, woran ich glaubte. Als ich dann recherchierte, sah ich die Manipulationen, die ständigen Umformulierungen und die schrecklichen Dinge, die im Namen der Religion getan werden, inspirierte mich dazu, tiefer zu graben und die Gräueltaten ans Licht zu bringen.“ Allerdings erinnern OV SULFUR nicht nur lyrisch ein Stück weit an Dimmu Borgir oder Cradle Of Filth, sondern auch musikalisch.

Ähnlich wie ihre Genre-Kollegen Lorna Shore und A Wake In Providence kombinieren auch die fünf Herren aus Las Vegas Blackened Deathcore mit symphonischen Elementen, allerdings weniger als bombastisches Grundrauschen wie in „Pain Remains“ oder „Eternity“. Stattdessen nutzen OV SULFUR Orchestrierung für die stimmungsvolle Klanglandschaft im Hintergrund („I, Apostate“) oder für die Steigerung in Refrains („Befouler“, „Unraveling“), nicht aber als Selling Point eines Tracks. Dieser wiederum liegt in der ausgewogenen Kombination von riffgetriebenen Motiven, dem kraftvollen und melodischen Klargesang von Hoover und Wilson sowie in den Breaks in den richtigen Momenten, in den Augenblicken, wenn Soli, Gesang und Synths zu einer Emotion verschmelzen („Death Ov Circumstance“) und den Inhalt des geschrienen oder gesungenen Wortes als kalten Schauer über den Rücken laufen lassen („Earthen“, „The Burden Ov Faith“).

Die Ausdrucksstärke von OV SULFUR liegt nicht allein in der Leidenschaft und dem Talent von Sänger Hoover, sondern vor allem darin, dass es der Band gelingt, die Gefühlswelten zwischen Trauer, Wut und Schmerz auch instrumental wiedergeben zu können. Damit gelingt OV SULFUR ein ausgewogenes, greifbares Debüt fernab von Deathcore-Massenware; ein Debüt, dass schon jetzt das Alleinstellungsmerkmal der Band zementiert.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wertung: 8.5 / 10

Publiziert am von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert