CD-Review: Path Of Golconda - Destination:Downfall

Besetzung

Manuel – Gesang
Rüdiger – Gitarre
Christ – Gitarre
Daniel – Bass
Roman – Schlagzeug

Tracklist

01. Trough Fog And Fire
02. Uncreation
03. Message In A Rifle
04. Calling The Tide
05. This Dead-End World
06. Petriachor (The Parting Of Hearts)
07. A Cannibal Crusade
08. Devour Machine


Nach fünf Jahren Bandbestehens und zwei Demos haben sich Path Of Golconda schon einen Namen im deutschen Underground gemacht und mächtig Staub aufgewirbelt. Fast schon erschrocken war ich daher, dass ich die Truppe vor „Destination:Downfall“ anscheinend nie bemerkt habe… Was ein Glück, dass mir ihr neues Werk in die Hände gefallen ist.
Fangen wir mal langsam an: Dieser 45-minütige Rundling ist eine Eigenproduktion. Das sollte man wissen, denn allein durch die Optik der CD würde man dies nie für möglich halten. Erst mal erblickt man ein richtig gutes und professionelles Frontcover. Wenn man das achtseitige Booklet aufschlägt, geht das Staunen weiter, denn die Gestaltung der Lyrics in Verbindung mit den sehr feschen Fotos der Mitglieder ist außerordentlich ansprechend ausgefallen. Wenn man dann auch noch liest, dass die Scheibe im Stage One Studio von Andy Classen gemischt und produziert wurde, ist man schon im Voraus baff.

Doch das wäre alles weniger beeindruckend, wenn die akustische Komponente nicht stimmt. Die Oberhausener haben sich im Laufe der Jahre einen eigenständigen Sound erarbeitet und verbinden hier Black-, Death- und Thrash Metal, sowie Hardcore und auch etwas traditionellen Metal (Solos). Um nicht vogelwild mit der Genrekeule zu pflügen und irgendeinen neuen Stil zu erfinden, der Path Of Golconda gerecht wird, nenne ich das einfach mal Melodic Extreme Metal. „Extreme“, weil der Stoff über Aggressivität und Brutalität im Übermaß verfügt. „Melodic“, weil’s trotz aller Härte nie unmelodisch wird und viele Emotionen verarbeitet werden.
Ein kurzes, schauriges Intro leitet das Ganze ein, bevor „Uncreation“ den Reigen der Zerstörung in Angriff nimmt und von Sekunde eins an ohne Kompromisse alles niederwalzt. Doch zu denken, hier würde jetzt nur stur und straight drauf los geknüppelt, wäre ein fataler Fehler! Kaum hat man sich an eine Melodie oder einen Rhythmus gewöhnt, ersetzt diesen ein neuer oder wird durch weitere Elemente ständig ausgebaut, um dann wieder überraschend durch einen anderen abgelöst zu werden… Wohl mehr oder weniger eine ganze Schippe Progressivität, was ich hier zu beschreiben versuche. Doch verfrickelt und kompliziert wird’s hier auch nicht, die Songstrukturen sind immer nachvollziehbar und zusammenhängend.
Kurz gesagt wird einem hier die gesamte Bandbreite des extremen Metal um die Ohren gehauen, ob nun groovend, brachial schnell, im gehobenen Nackenbrechertempo, schwarzmetallisch böse, todesmetallisch erdrückend, thrashig und aggressiv… Hier ist einfach alles dabei! Auch gesanglich beschränkt man sich nicht: Ob nun im Stile von Mille Petrozza (nur mit mehr Eiern), ganz fieses Keifen und Seele-aus-dem-Leib-kotzen oder Growls mit Druck und Power von Oberhausen bis Oberhaching – all das wird eingesetzt und in Perfektion ausgeführt.

Eigentlich habe ich in diesem Absatz nur „Uncreation“ beschrieben. Ich könnte wohl ebenso viel über jeden weiteren Track auf „Destination:Downfall“ schreiben, aber diese Lobeshymne dürfte wohl schon einiges aussagen. Das vierminütige Instrumental „The Dead-End World“ und das anschließende „Petriachor (The Parting Of Lights)“ möchte ich noch kurz ansprechen, da hier viel Gefühl drin steckt und trotz der Härte eine geniale Atmosphäre und Melancholie aufgebaut wird.
Auch nach unzähligen Hördurchgängen verliert „Destination:Downfall“ nichts an seiner Wirkung, im Gegenteil: Bei jedem weiteren Durchlauf wächst die Scheibe noch und man entdeckt auch immer wieder neue Facetten in diesem Klanggebilde. Ums nicht zu vergessen: Auch eingängige Refrains haben Path Of Golconda noch in ihre Songs eingebaut.

Hier stimmt einfach (fast) alles: Verpackung Und Inhalt sind auf allerhöchstem Niveau. Lediglich ein Label fehlt hier noch, doch wenn man diese CD nicht vor den Plattenfirmen versteckt, dürfte sich auch das bald ändern. PoC haben das Zeug, bald in der absoluten Eliteliga des harten Stahls mitzumischen und bei entsprechender Unterstützung einmal das Cover der Legacy oder ähnlichem zieren (so weit lehne ich mich jetzt mal aus dem Fenster).
Schaut auf www.pathofgolconda.com vorbei, hört euch die MP3 von „A Cannibal Crusade“ an, kauft euch die Scheibe für 10 Euro, werdet glücklich damit und erfreut euch am „Next Big Thing“…

Bewertung: 10 / 10

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