CD-Review: Path Of Golconda - Demonheart (An Anathema To This World)

Besetzung

Tobias - Gesang
Rüdiger - Gitarre
Christ - Gitarre
Daniel - Bass
Roman - Schlagzeug

Tracklist

01. Access to Chaos
02. Reborn as the Butcher's Cleaver
03. Incarnadine
04. Devour Machine
05. Icarus Enshadowed
06. Wedding thy Viscera
07. Inbreeding Theories of Hate


Mit ihrem aktuellen Album „The Threshold Diaries“ und dem Vorgänger „Destination: Downfall“ haben die Oberhausener Extrem Metaller PATH OF GOLCONDA sich zu wohl einer der vielversprechensten Bands im deutschen Metal-Underground gemausert. Davor war aber keinesfalls tote Hose, sondern es existierten schon zwei hörenswerte Alben, die allerdings nicht in den Stage One – Studios aufgenommen wurden. So auch das zweite Werk „Demonheart“ mit dem Untertitel „An Anathema To This World“.

Nach einem kurzen Intro, welches an „Through Fog and Fire“ aus „Destination: Downfall“ erinnert und mich mit seinem synthetischen Soundgerüst und Computerstimmen nicht wirklich vom Hocker haut, geht es mit „Reborn As The Butcher’s Cleaver“ los. Leider fällt sofort die recht maue Produktion in den P.I.L.S.-Studios auf, die mit dem Sound der beiden neueren Alben auf keinen Fall mithalten kann. Gewöhnungsbedürftig für Hörer wie mich, für die das mächtige „Destination: Downfall“ die Einstiegsdroge der Oberhausener war, jedoch kann keine Produktion der Welt über die auch hier schon deutlich vorhandene musikalische Klasse hinwegtäuschen. Noch mit deutlicheren Black Metal-Einflüssen geht man hier sehr engagiert ans Werk. Abwechslung wird auch hier schon groß geschrieben, was sich mit einer perfekt eingestreuten Akustik-Passage bei einem der besten Songs auf dem Album „Incarnade“ bemerkbar macht und auch die nötigen Melodien kommen nicht zu kurz, ohne jedoch kitschig zu wirken. Die Vokals, die auf diesem Album noch von Tobias kommen, sind etwas mehr im schwarzmetallischen Bereich angesiedelt, wissen aber in ihrer Mischung aus Gegrunze und Gekeife auch zu überzeugen. An das Stimmorgan von Neufronter Manuel kommt das allerdings nicht heran. Weiter geht’s mit „Devour Machine“, dem Klassiker der Band, welcher auch auf den Vorgänger und Nachfolger zu hören ist. Diese Version halte ich zwar für die Schlechteste der drei, jedoch ist und bleibt dies ein Übersong, der sich einfach durch die Gehörgänge bis ins Gehirn fräst. Ob die sich einstellende Gänsehaut beim schleppenden Part zu Beginn mit der Textzeile „How does it feel to be raped and raped again?“, oder einfach Extase beim Solopart – der Song hat einfach das Gewisse etwas. Daran knüpft „Icarus Enshadowed“ nahtlos an und bildet mit den beiden vorausgegangenen Songs eine Salve von drei absolut gelungenen Song, die sich gewaschen hat. Das hohe Tempo wird erst zur Mitte mit einem wie bei „Incarnade“ exzellent gewählten kurzen Part mit akustischen Gitarren gedrosselt, ehe man wieder Fahrt aufnimmt. Den Abschluss bildet das thrashige „Inbreeding Theories of Hate“, welches ebenso wie die anderen Songs auf dem Album mit einer Überlänge viel Freude macht und zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Das Fablé für längere Songs haben PATH OF GOLCONDA zum Glück auch auf den neueren Werken nicht verloren.

Verglichen mit dem beiden aktuelleren Werken hinkt „Demonheart“ vor allem soundtechnisch doch hinterher. Jedoch erkennt man hier nach mehrmaligen Hören, welches Potential in PATH OF GOLCONDA schon bei diesen Werk steckte. Zudem machen die Songs richtig Spaß und gehen ins Ohr. Die CD ist somit nicht nur für Fans der Oberhausener interessant, die ihre Sammlung vervollständigen wollen, sondern auch für Freunde intelligenten Extreme Metals mit allerlei Einflüssen aus Death, Thrash und Black Metal.

Bewertung: 7 / 10

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