CD-Review: Path Of Golconda - Astigian (First Steps Into Oblivian)

Besetzung

Tobias - Gesang
Rüdiger - Gitarre
Christ - Gitarre
Daniel - Bass
Roman - Schlagzeug

Tracklist

01. Sic Itur ad Astra
02. A Silent Midnight Dance
03. Devour Machine
04. Frozen Stars in Flames
05. Of Virus and Virtue
06. Infant Death
07. Hate V2 (Murder-Practise Mix)
08. The War Machine (too-much-PILS remix)


Episch, sphärisch erhebt sich im Jahr 2002 mit dem Intro „Sic Itur Ad Astra“ eine Oberhausener Band, die gut vier Jahre später die Speerspitze des deutschen Undergrounds darstellen soll. Es handelt sich bei „Astigian (First Steps Into Oblivian)“, welches 2003 auf 500 Stück limitiert rereleased wurde, natürlich um das Debüt der Extreme Metaller PATH OF GOLCONDA, die jüngst mit „The Threshold Diaries“ erneut Metaljüngern in ganz Deutschland die Frage aufwarfen, warum sie immer noch keinen Plattenvertrag in der Tasche haben.

Mit jüngeren Werken der Band ist das Debüt keinesfalls zu vergleichen, denn es wird sofort beim genialen neuen Minuten langen „A Silent Midnight Dance“ klar, dass es sich hier um die Black Metal–Wurzeln dieser Band handelt. Die Produktion klingt selbst noch ein Stückchen schlechter als auf „Demonheart“, welches ebenfalls in den P.I.L.S.-Studios entstanden ist, jedoch trübt dies den Genuss in keinster Weise, da sie fast ideal zum (melodischen) schwarzmetallischen Klangwerk passt. Doch auch verschiedenste andere Einflüsse kommen hier schon zum tragen, sowie eine sehr gut sich ins Gesamtbild einfügende Frauenstimme, die von Katja „Dezibel Diva“ Möller beigesteuert wird, im Hintergrund und der Einsatz eines nicht zu dominanten Keyboards. Die Variationen in Sachen Tempo und Gesang machen den Song richtig interessant, so dass er trotz seiner Länge überaus kurzweilig ist, ehe man mit der Urversion eines der prägensten und besten PoG-Songs „Devour Machine“ eine weitere Granate hinterher feuert. Bei der einleitenden Sequenz mit Streichern und dem verzweifelten Schreien einer in der „Devour Machine“ gefangenen Frau, scheint die ausweglose Situation zum Greifen nah zu sein. Man kann es garnicht oft genug betonen, aber dieser Song hat wirklich das gewisse Etwas und bietet in dieser Version eine exzellente Atmosphäre, die mir fast besser gefällt als in der „deathigeren“ Version auf „Destination: Downfall“, da der spezielle schwarzmetallisch angefärbte Klang in meinen Augen besser zur Thematik passt. Auch das fast schon verträumte, sehr eingängige „Frozen Stars in Flames“, bei dem erneut weibliche Vocals zum Einsatz kommen, sowie das über weite Strecken ordentlich knüppelnde „Of Virus and Virtue“ können voll überzeugen und können das hohe Niveau problemlos halten.
Mit „Infant Death“ endet für mich dann das Album, denn die Remixe von „Hate V2“ und „The War Machine“ sind in meinen Augen einfach nur überflüssig, was noch sehr milde ausgedrückt ist. Ich bin ja durchaus für das ein oder andere Experiment aufgeschlossen, aber das hat nichtmehr viel mit Metal zu tun, sondern ist nurnoch ein billiger Versuch einen unnötigen Technoremix zu machen, den man sich für das Rerelease sparen hätte können. Anscheinend muss hier zu viel Alkohol im Spiel gewesen sein, wie es der Titel „Too much Pils – Mix“ nahe legt, denn Teile von „Devour Machine“ so zu verhunzen, sollte mit mindestens zweijährigen Zwangskonsum der Wildecker Herzbuben bestraft werden.

Abgesehen vom richtigen Schock beim Hören der letzten beiden Titel, die bei der ursprünglichen Version nicht dabei waren, handelt es sich bei „Astigian“, jedoch um ein richtig gutes Debüt, welches die schwarzmetallischen Wurzeln von PATH OF GOLCONDA gut zeigt und mit greifbarer Atmosphäre Song für Song begeistern kann. Für fünf Euro kann man nicht nur seine PoG-Diskographie vervollständigen sondern erhält auch ein überaus kurzweiliges, hörenswertes Album.

Bewertung: 7 / 10

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