CD-Review: Plague Years - Circle Of Darkness

Besetzung

Tim Engelhardt – Gesang
Eric Lauder – Gitarre
Rian Staber – Bass
Mike Jurysta – Schlagzeug

Tracklist

01. Play The Victim
02. Witness Hell
03. Paradox Of Death
04. Eternal Fire
05. Circle Of Darkness
06. Evil One
07. Incantation
08. Nrftl
09.World In Blood
10. Urge To Kill


Was für ein passendes Jahr für eine Band mit dem Namen PLAGUE YEARS, um ein Album zu veröffentlichen. Dass es sich dabei genauso um einen Zufall handelt wie beim Titel der neuen Haken-Platte „Virus“, liegt auf der Hand, denn wahrscheinlich wollen die Jungs aus Michigan nach der Bandgründung 2016, der selbstbetitelten Debüt-EP von 2017 und dem Full-Length-Einstand „Unholy Infestation“ von 2018 einfach nur am Ball bleiben. Über eOne erscheint nun „Circle Of Darkness“ und bietet ganze zehn Tracks mit über 42 Minuten Spielzeit. Damit sitzt die neue Scheibe eindeutig weniger zwischen den Stühlen als ihre Vorgängerin, die mit rund 29 Minuten und genauso vielen (oder wenigen) Songs wie der EP, nämlich sechs, deutlich knapper ausgefallen war. Gleichgeblieben ist hingegen der Stil, denn PLAGUE YEARS servieren einmal mehr einen Crossover-Hybriden aus Thrash Metal, Hardcore und Todesstahl.

Die das Fundament bildende Thrash-Komponente macht sich dabei vor allem in rastlosen Uptempo- und stampfenden Midtempo-Passagen bemerkbar. So rifft die Gitarre nach einem kurzen Einstieg in „Incantation“ oder dem Titeltrack – in „Witness Hell“ gar unmittelbar zu Songbeginn – gentretypisch hektisch und in Erwartung des sogleich folgenden Gewitters los, ehe die restlichen Instrumente einsteigen und in Hochgeschwindigkeit durchziehen. Vor der Songwriting-Session zu „Paradox Of Death“ haben PLAGUE YEARS wohl Metallicas „For Whom The Bell Tolls“ und Slayers „Mandatory Suicide“ gehört (eine Hommage?), und auch weitere Einflüsse von Midtempo-Thrash à la Testament und Exodus klingen auf dem Album immer wieder durch (etwa in „Eternal Fire“, „Evil One“ oder „Nrftl“). Was den Gitarrensound und die mit viel Hall ausgestattete Produktion angeht, fährt das Quartett ein recht fettes, brutales Brett und verleiht seinem Material so eine handfeste Death-Metal-Note. Zähflüssige Parts mit breitbeinigem Chugga-chugga-Riffing, die in nahezu jedem Track zu finden sind, sorgen dabei für eine zusätzliche Schwere.

Einen weniger oldschooligen Anstrich erhält „Circle Of Darkness“ durch seine Hardcore-Schlagseite. Diese manifestiert sich zum einen in Breakdowns (wie etwa in „Witness Hell“, dem Titeltrack oder dem Rausschmeißer „Urge To Kill“), ohne sich dabei allzu sehr an Metal- und Deathcore anzubiedern, und zum anderen in Frontmann Tim Engelhardts heiseren Shouts. Seine Darbietung ist dabei leider dermaßen monoton, dass man sich schon nach dem Opener „Play The Victim“ verwundert den Kopf kratzt und fragt, ob im Lauf der Platte noch etwas mehr Abwechslung Einzug erhält. Zwar lässt er in Tracks wie „Eternal Fire“, „Evil One“ oder „World In Blood“ kurz durchblicken, dass er durchaus zu mehr Variation imstande ist und erinnert dabei an Crowbars Kirk Windstein oder Phil Anselmo zu Pantera-Zeiten; doch bleibt seine Performance unterm Strich sehr einseitig und stellt damit eine wesentliche Schwäche von „Circle Of Darkness“ dar.

Darüber hinaus gestalten PLAGUE YEARS ihr Material innerhalb der Tracks abwechslungsreich, bieten jedoch mit jedem Song immer wieder ähnliche Kost. Stücke wie „Play The Victim“, „Eternal Fire“ oder „Urge To Kill“ sammeln mit Intros und spannendem Songaufbau Pluspunkte, während sie einen kleinen Gegenpol zu den minimal schnörkelloseren Nummern bieten. Am Ende hebt sich jedoch kein Song wirklich wesentlich von den anderen ab und verurteilt das Album so zu einem Dasein im Mittelmaß.

Wer nach dem diesjährigen unerwarteten Tod von Power-Trip-Sänger Riley Gale nach Trost sucht, kann bei PLAGUE YEARS durchaus fündig werden, denn das Quartett aus Detroit schlägt in dieselbe Kerbe wie die Jungs aus Dallas und hatte mit Arthur Rizk auch erneut deren Produzent mit im Boot. Man sollte jedoch darauf vorbereitet sein, dass das Trostpflaster nicht allzu dick gepolstert ist, zu sehr krankt die Platte an den dargelegten Schwächen der Gleichförmigkeit. „Circle Of Darkness“ ist eine solide Nummer für Genre-Fans, die es gern geradeheraus und auf die Zwölf mögen – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

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Bewertung: 6.5 / 10

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