CD-Review: Primal Fear - Delivering The Black

Besetzung

Ralf Scheepers – Gesang
Alex Beyrodt – Gitarre
Magnus Karlsson – Gitarre
Mat Sinner – Bass
Randy Black – Schlagzeug

Tracklist

01. King For A Day
02. Rebel Faction
03. When Death Comes Knocking
04. Alive & On Fire
05. Delivering The Black
06. Road To Asylum
07. One Night In December
08. Never Pray For Justice
09. Born With A Broken Heart
10. Inseminoid


Sechzehn Jahre und kein bisschen langsamer: PRIMAL FEAR bringen mit „Delivering The Black“ ihr zehntes Studioalbum auf den Markt und zeigten sich dabei traditionsbewusst und genrefest verankert wie immer. Ihr wisst, was das bedeutet: Power Metal der schnellen Sorte steht auf dem Programm, und das zu 100% ohne fröhliche Melodien. Aber kann man sechzehn Jahre lang die gleiche Musik spielen und sich dabei nicht wiederholen?

Natürlich nicht. PRIMAL FEAR wiederholen sich, aber sie tun es auf charmante und unproblematische Art und Weise. Und auch wenn sich die Innovationen im homöopathischen Bereich halten, langweilt „Delivering The Black“ nicht – vorausgesetzt man steht auf diese Art von Musik. Zielsicher platziert die Band auf ihrem neuen Album alle Trademarks und die üblichen Songmuster. So gibt es mit „King For A Day“, „Rebel Faction“ und „Road To Asylum“ Tempogranaten erster Güte, die sich durch hohe Geschwindigkeit, druckvollen Gesang und Orwurmrefrains auszeichnen. Dazwischen gibt es mit Liedern wie „Alive And On Fire“ stampfende Midtempo-Songs, die sofort zum Mitwippen einladen. „When Death Comes Knocking“ ist ein wahres Paradebeispiel dafür, wie man einen solchen Song schreibt, der mal eben die letzten drei Hammerfall-Alben in den Schatten stellt, die solche Lieder doch als ihre ureigene Domäne begreifen.

Mit „One Night In December“ gibt es zudem einen epischen Langtrack in der Tradition von „Fighting The Darkness“, der mit Klavierpassagen, langem Instrumentalspiel und sogar – Achtung, Innovation in geringstmöglicher Dosis – einem kurzen elektronischen Zwischenspiel aufwartet. Mit „Born With A Broken Heart“ gibt es schließlich eine typische Ballade, die Schnittmengen zum Kitsch bewusst mit einkalkuliert. Unspektakulär bleiben hingegen die Songs „Never Pray For Justice“ und „Inseminoid“, denen das gewisse Etwas fehlt.

Man kann sich an dieser Stelle fragen, warum das Gesamtergebnis die Aufmerksamkeit wert ist und nicht einfach nur genregemäße Pflichterfüllung darstellt. Zum einen ist es das zielsichere Songwriting, dass „Delivering The Black“ von vielen anderen Platten des Power/Speed-Bereichs abhebt. Es ist, das muss man immer wieder festhalten, nicht einfach, eingängige Songs zu schreiben, die nicht in Klischees ertrinken. Zum anderen ist es sicher die solide musikalische Arbeit. Dass PRIMAL FEAR aus exzellenten Musikern bestehen, ist kein Geheimnis; wie gut sie aber immer wieder ihre Leistungen kombinieren können, ist doch beachtlich. Es ist fast nicht möglich, hier einzelne Musiker hervorzuheben, PRIMAL FEAR sind tatsächlich mehr als die Summe ihrer Mitglieder.

„Delivering The Black“ ist das ideales Album für Freunde dieser Musik. PRIMAL FEAR zeigen, wie man ein innovationsarmes und doch eingängiges, gelungenes Album schreiben kann. Wer allerdings mit dieser spezifisch teutonischen Klangart wenig anfangen kann, wird auch an „Delivering The Black“ keine Freude haben.

Bewertung: 8 / 10

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