Primal Fear Deluxe Edition Coverartwork

Review Primal Fear – Primal Fear (Deluxe Edition)

Heute sind PRIMAL FEAR eine der bedeutendsten Heavy-/Power-Metal-Bands nach den ganz großen Namen, haben bereits 13 Studioalben in ihrer Vita und mit ihrem aktuellen Langspieler „Metal Commando“ konnte sogar Platz 7 in den deutschen Albumcharts erreicht werden. Dabei war die Band anfangs eigentlich nur ein Hobby von Sänger Ralf Scheepers: Nach dem Ausstieg von Rob Halford bei Judas Priest wollte Scheepers eigentlich das Mikrofon bei der britischen Heavy-Metal-Legende übernehmen, was – zum Leidwesen vieler Priest-Fans – schließlich an Tim „Ripper“ Owens ging. Als Niederlage für Scheepers kann das trotzdem kaum gewertet werden, schließlich kam er durch seine eigens gegründete Priest-Coverband mit Mat Sinner und Tom Naumann in Kontakt. Beide sind auch heute noch bzw. wieder zusammen mit Scheepers bei PRIMAL FEAR aktiv und den Status als Hobbyband haben sie schon längst abgelegt.

Das war 1997 und ist damit schon 25 Jahre her, zu diesem Jubiläum legt Atomic Fire Records das 1998 über Nuclear Blast erschienene Debütalbum „Primal Fear“ neu auf. Everybody’s Mixing Darling Jacob Hansen hat die Scheibe frisch durchs Mischpult gezogen, außerdem gibt es drei Bonustracks obendrauf: Das Accept-Cover „Breaker“ sowie die noch immer aktuellen Livedauerbrenner „Chainbreaker“ und „Running In The Dust“ als Liveversionen.

Das eröffnende „Chainbreaker“ und auch der Großteil der Scheibe machen ganz klar deutlich, dass PRIMAL FEAR im Zuge der Judas-Priest-Bewerbung und der reinen Lust, geilen Power Metal zu spielen, entstanden ist. „Primal Fear“ ist ein manchmal holpriges, nicht immer ganz rundes Album und sicher auch nicht der Karrierehöhepunkt der Truppe. Dafür aber ist dieses Debüt eine einzige Liebeserklärung an den klassischen Heavy und Power Metal und macht auch heute noch viel Spaß. Lockerleichte Hmynen mit Speed-Metal-Flair wie „Silver & Gold“ oder „Nine Lives“ sind ebenso wie das krachende Riffmonster „Formula One“ oder die Halbballade „Tears Of Rage“ einfach zeitlose Nummern.

Dass PRIMAL FEAR sich in über 20 Jahren merkbar weiterentwickelt haben, macht vor allem der direkte Vergleich mit „Metal Commando“ ganz deutlich: Scheepers ist ein wesentlich besserer und kraftvollerer Sänger geworden, durch das erwachsenere Songwriting kommen die Lieder viel besser zum Punkt und wirken runder und ausgereifter. Ein epischer Mammuttrack wie „Infinity“ ist natürlich auch ein Track, für den eine Band erstmal wachsen und lernen muss und ist damit ein großartiges Zeichen für die Weiterentwicklung von PRIMAL FEAR. Das Debüt hat dafür diese freche Unschuldigkeit, diese überbordende Lust und die Leidenschaft, genau die Musik zu spielen, die einem gerade auf der Seele brennt – das Lächeln springt den Hörern förmlich aus jeder Note ins Gesicht.

„Primal Fear“ ist Pflicht für jede Power-Metal-Sammlung, egal, ob nun im 1998er Original oder in dieser Deluxe Edition. Besitzer des Originals müssen für sich entscheiden, ob ihnen „Breaker“ und die beiden Livetracks eine Neuanschaffung wert ist – allein der aufpolierte Sound macht nun gar nicht so viel Unterschied zum eh schon gut klingenden Original aus.

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Wertung: 7.5 / 10

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