CD-Review: Pripjat - Sons of Tschernobyl

Besetzung

Kirill Gromada – Gesang, Gitarre
Eugen 'Dude' Lyubavskyy– Gitarre
Michael Thomer – Bass
Yannik 'Bobo' Bremerich – Schlagzeug

Tracklist

01. Nuclear Chainsaw
02. Liquidators
03. Acid Rain
04. Born To Hate
05. Snitches Get Stitches
06. Red Disease
07. Destruction Manifesto
08. Toxic
09. Sons Of Tschernobyl
10. Ликвидаторы (Bonustrack)


„Innocent blood pours down the drain. Now they are dying under acid rain.“ Ob diese Zeilen als Liebeserklärung am Valentinstag, an dem das neue Werk von PRIPJAT veröffentlicht wurde, genutzt werden sollten, bleibt diskutabel. Für Freunde des traditionellen Thrash Metal war es jedoch mit Sicherheit, auch zu so einer Gelegenheit, das passende Geschenk.

„Pripjat“, die Stadt, die dem Reaktorunglück 1986 am nähsten war, nach dem die Band sich aus Herkunftsgründen benannt hat und die heute eine Geisterstadt darstellt, „Sons Of Tschernobyl“ und das oben genannte Songzitat lassen auch den langsamsten Denker irgendwann erkennen: „Aha, das hat sicher was mit der Nuklearkatastrophe in der Ukraine zu tun.“ Auf der Veröffentlichung der vier Herren aus Köln ist genau diese zum Thema geworden. Mit ernsthaften und gleichzeitig berührenden Texten schaffen sie eine gewisse Kritik, die den Hörer zum Nachdenken bringt.
Bereits der erste Titel „Nuclear Chainsaw“ ist ein musikalischer Genuss. Die Mischung aus dem äußerst beachtlichen Zusammenspiel der Instrumente und dem grandiosen Gesang Kirill Gromadas lässt jedes Thrasher-Herz höher schlagen. Doch es kommt noch besser: nämlich mit „Acid Rain“. Vom Anfang bis zum Ende lässt sich kein einziger Kritikpunkt finden und es ist zu erwarten, dass dieser Song zum Highlight wird, wenn PRIPJAT sich mal wieder die Ehre geben, für ihre Fans live zu spielen. Diese sollten vielleicht ein paar Getränke im Gepäck haben, die den Blutdruck ankurbeln, sonst dürfte es schwierig werden, während des ganzen Auftritts mit der vor Energie strotzenden Musik mitzuhalten.
Die Anfänge von „Born To Hate“ und „Red Disease“ sind eher groovig und lassen, vor allem Letzteres, etwas Balladenähnliches erwarten. Wenn es auch interessant gewesen wäre, zarte Klänge von PRIPJAT zu hören, enttäuscht keineswegs, dass es nach ein paar Sekunden mit ebenso krachenden Riffs weiter geht, wie wir sie aus den bisherigen Stücken gewohnt sind. „Liquidators“ ist am Ende noch einmal als Bonustrack enthalten: Diesmal mit russischem Text, was zu einer exotischen Abwechslung führt.

„Sons Of Tschernobyl“ ist geprägt von Tempowechseln und hervorragenden Soli, die dafür sorgen, dass genug Vielfalt geschaffen ist und dem Hörer so zu keiner Zeit langweilig werden kann. Die junge Band hat eine Leistung gebracht, die so schnell nicht vergessen wird. Es ist wünschenswert, dass die Zukunft uns mehr solcher Alben bringt. Kein Thrash-Metal-Begeisterter sollte verpassen, dieses Werk zu kaufen.

Bewertung: 9 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: