CD-Review: Sisters Of Suffocation - Humans Are Broken

Besetzung

Els Prins - Gesang
Simone van Straten - Gitarre
Emmelie Herwegh - Gitarre
Puck Wildschut - Bass
Kevin van den Heiligenberg - Schlagzeug

Tracklist

01. Humans Are Broken
02. Wolves
03. War In My Head
04. The Machine
05. What We Create
06. Liar
07. Little Shits
08. The Next Big Thing
09. Blood On Blood
10. The Object
11. Burn
12. Every Little Fibre
13. For I Have Sinned


Schlechte Scherze über ihren Bandnamen, der nach dem im letzten Jahr erfolgten Beitritt des Schlagzeugers Kevin van den Heiligenberg nicht mehr ganz so passend erscheint, werden sich die niederländischen Death-Metaller SISTERS OF SUFFOCATION nun schon oft genug gefallen lassen haben, insofern lassen wir das an dieser Stelle sein. Eine stattdessen wirklich wichtige Neuigkeit die Band betreffend: Mit „Humans Are Broken“ steht das zweite Album ganz frisch in den Metal-CD-Regalen.

Dieses bietet bis zum Abwinken mit Frauenpower (ja, und nun natürlich auch Männerpower) gefüllten Todesblei aus dem Lehrbuch. Die neuen Songs der Niederländer knallen amtlich und profitieren von einer anständigen Produktion – hier ist ein großer qualitativer Fortschritt zu verzeichnen, hatte das bisherige Schaffen gerade hinsichtlich der Produktionsqualität doch einen gewissen dilettantischen Anstrich. Doch auch betreffs Songwriting treten SISTERS OF SUFFOCATION nicht gerade auf der Stelle. Während etwa die Songs der 2016er-EP „Brutal Queen“ durchaus soliden Death Metal bieten, der jedoch unter einer gewissen Monotonie leidet, gestaltet die Gruppe ihr neues Material deutlich abwechslungsreicher. Die Geschwindigkeit variiert von rasantem Brutalo-Riffing („Humans Are Broken“, War In My Head“) bis hin zu schwergewichtigem Mid-Tempo („The Machine“, „Little Shits“), hinzu kommen Tempowechsel innerhalb der Songs an den richtigen Stellen. Darüber hinaus gibt sich Sängerin Els Prins in Bestform und growlt und screamt sich die Seele aus dem Leib, dass es eine Freude ist. Auch für cleane Passagen ist man sich nicht zu schade, obwohl diese leider meist nur kurz angerissen anstatt mal für eine ganze Strophe oder einen ganzen Refrain entfaltet zu werden. In Zukunft gerne mehr davon! In lyrischer Hinsicht sorgt man insbesondere mit „Little Shits“ für Aufsehen, welches zugegebenermaßen ein eher durch verbale Direktheit als metaphorische Tiefsinnigkeit auffallendes Statement gegen männlichen Sexismus darstellt. SISTERS OF SUFFOCATION am Puls der Zeit also – unnötig zu erwähnen, dass dies in diversen Kommentarspalten diverser „sozialer“ Medien die Anti-Feminismus- und Anti-SJW-Fraktion mit „Feminazi!“-Geschrei wie von selbst auf den Plan ruft.

Bei all den Vorzügen und durchaus überzeugenden und gefallenden Nummern, die die Band hier versammelt hat, ist es allerdings schade, dass „Humans Are Broken“ musikalisch wenig echte Highlights bietet. Die Songs sind durchgehend mindestens solide und bieten klassischen Death Metal, wirkliche Momente oder ganze Nummern, die aufhorchen lassen und eben über „solide“ hinauskommen, sind allerdings eher selten.

Ehrlicherweise muss daher eingeräumt werden, dass SISTERS OF SUFFOCATION auf „Humans Are Broken“ im genreinternen Vergleich letztlich nur wenig zu bieten haben, das sich auf anderen Death-Metal-Alben nicht ebenso findet. Was die Gruppe macht, macht sie aber gut und es ist deutlich hörbar, dass sie ihr Genre kennen und sich darin wie zu Hause fühlen. Somit macht „Humans Are Broken“ für Death-Metal-Puristen durchaus Spaß und stellt auch innerhalb des eigenen Schaffens der Gruppe eine qualitative Steigerung dar. Das Drumherum stimmt also, hinsichtlich des Songwritings kann die Band beim nächsten Mal bestimmt noch mehr geben.

Bewertung: 7.5 / 10

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