CD-Review: Soen - Cognitive

Besetzung

Joel Ekelöf – Gesang
Kim Platbarzdis – Gitarre
Steve DiGorgio – Bass
Martin Lopez – Schlagzeug

Tracklist

01. Fraktal
02. Fraccions
03. Delenda
04. Last Light
05. Oscillation
06. Canvas
07. Ideate
08. Purpose
09. Slithering
10. Savia


SOEN ist das neueste Projekt von Steve DiGorgio und Martin Lopez, beworben wird die Chose als Progressive Rock – durchaus nicht selbstverständlich, könnte man vom Hintergrund der beiden Musiker von Opeth über Death bis Testament ungefähr alles zwischen gemäßigtem, atmosphärischem Rock bis hin zu brutalstem Death- oder Thrash Metal erwarten.

Das Resultat ist dann auch nicht gerade Progressive Rock am Reißbrett. Gerade DiGorgio trägt hierzu einiges bei, bietet der Mann auf diesem Album doch mitnichten zurückhaltenden, untermalenden Bass, sondern präsentiert im Gegenteil neben den von seinen diversen Death-Metal-Bands bekannten, rhythmisch immer starken Lines auch gerne mal funkigen Slapbass. Diese Bipolarität an einem einzelnen Instrument dürfte wohl gut repräsentieren, was den Reiz von „Cognitive“ auch insgesamt ausmacht: Auf der einen Seite rhythmisch vertrackte Instrumentalpassagen, die prinzipiell auch von Death & Co. stammen könnten, auf der anderen Seite dann aber beinahe lyrische Passagen und ein generell relativ unaufdringlicher Sound, der das Death-Metal-Element in einen ganz anderen Kontext rückt. SOEN machen es dem Hörer nicht unbedingt leicht, sich in der Musik zurechtzufinden, das spektakuläre Element erkennt man erst, wenn man sich wirklich in das Album eingearbeitet hat. Davor ist man oft etwas ratlos bezüglich des sehr selbstbewussten Stils und vor allem bezüglich des Gesangs Joel Ekelöfs, der gerade zu Beginn ziemlich unspektakulär wirkt, der Charme der Melodien offenbart sich erst erst nach und nach.

Doch, wie so oft, sind es gerade die Alben, die erst anstrengend wirken, die später im Ohr bleiben und länger Spaß machen. „Cognitive“ ist so ein Fall. Endlich widerspricht eine Quasi-Allstarband mal der meiner Meinung nach sonst ziemlich treffenden Aussage, dass Metal-Supergroups im Normalfall nur Mist auf ihren Alben bauen. Dass kompetente Musiker am Werk sind, war schon von vorneherein klar, aber hier liegt mal definitiv ein reizvolles Gesamtprodukt vor.
Anspieltipps: „Fraccions“, „Oscillation“

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: