CD-Review: Solitary Sabred - By Fire & Brimstone

Besetzung

Petros Leptos - Gesang
Jimmy Demetriou - Gitarre
Nikolas Moutafis - Gitarre
George "Stainlesz" - Bass
Fotis Mountouris - Schlagzeug

Tracklist

01. Servants Of The Elder Gods
02. Assassins Of Carthage
03. Disillusions
04. Invoking The Master
05. The Scarlet Citadel (Chronicles Of The Barbarian King Pt. I)
06. Fyres Of Koth (Chronicles Of The Barbarian King Pr. II)
07. Psionic Transmogrification
08. IX
09. Blestem


Die aus Zypern stammenden Metaller SOLITARY SABRED sind alles andere als Newcomer: Im Jahr 2000 in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia gegründet, haben die Herren sogar schon zwei Dekaden auf dem Buckel und feiern dieses Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. So ein runder Geburtstag muss ordentlich begangen werden und wie ginge das wohl besser als mit einem neuen Album? Stimmt, überhaupt nicht, weshalb SOLITARY SABRED mit „By Fire & Brimstone“ dieser Tage ihr drittes Album veröffentlichen. Das wird auch höchste Zeit, denn ihr letzter Output „Redemption Through Force“ liegt inzwischen schon stolze sechs Jahre zurück. Mit No Remorse Records hat sich die Band obendrein genau den richtigen Partner ausgesucht, denn das griechische Label ist Spezialist in Sachen Underground-Veröffentlichungen.

SOLITARY SABRED mögen am südöstlichen Rand Europas beheimatet sein, dennoch haben sie sich voll und ganz dem traditionellen U.S. Metal verschrieben. Eine Band ist dabei besonders deutlich als Einfluss auszumachen: Helstar. Die Songstrukturen der Zyprioten fallen deutlich komplexer aus als bei manch anderer Retro-Metal-Band, die derzeit den Markt bevölkert und erinnern mehr als nur ein bisschen an ihre texanischen Vorbilder. Vor allem aber gelingt es ihrem Frontmann Petros Leptos, den charakteristischen Gesangsstil von deren Sänger James Rivera auf geradezu gruselig authentische Art und Weise zu kopieren. Mit seinem enormen Stimmumfang wechselt der Mann scheinbar mühelos zwischen tiefem Fauchen, moderateren Passagen und hohen Screams hin und her – das ist höchst beeindruckend und technisch sicherlich fordernd.

Damit kommen SOLITARY SABRED recht nahe an den Sound ihrer Vorbilder heran: Songs wie beispielsweise „Servants Of The Elder Gods“, „Invoking The Master“ und „Psionic Transmogrification“ bedienen sich mit messerscharfem Stakkato-Riffing und verschachtelten Strukturen nebst häufiger Rhythmus-Wechsel der exakt gleichen Bausteine, wie sie auch den Sound von Helstar ausmachen – nicht selten erinnert „By Fire & Brimstone“ damit an deren Referenzwerk „Nosferatu“. Ähnlich wie die 1989 erschiene Platte der Texaner ist auch das neue Album von SOLITARY SABRED damit keine CD, die man sich nebenbei anhören sollte. Aufgrund der beschriebenen Zutaten fällt das Songmaterial sperriger als bei anderen Bands des Genres aus und erfordert die volle Aufmerksamkeit der Hörerschaft, um sich – nach mehreren Durchläufen – voll zu entfalten.

Insgesamt setzen SOLITARY SABRED in ihren Nummern viel auf Theatralik und düsteren Bombast – ein Konzept, das dank des tollen Zusammenspiels von Gesang(sstil) und Musik auf „By Fire & Brimstone“ voll und ganz aufgeht. Titel wie die im Midtempo-Bereich angelegten „Assassins Of Carthage“ oder das abschließende „Blestem“ zeigen, dass die Burschen ein fast einmaliges Gespür für Gänsehaut-verdächtige Harmonien und eindringliche Melodien haben. Hinzu kommt, dass Frontmann Leptos ganz wie sein Vorbild James Rivera singt, als würde er gerade von der Kirchenkanzel herab den Untergang predigen, und schreckt auch vor gesprochenen, ja geradezu geschauspielerten Passagen nicht zurück. Das ist weit weniger affig, als man zunächst annehmen möchte und lässt in seinen besten Momenten gar an die britischen Kollegen Hell denken.

Im Vorangegangenen dürfte mehr als deutlich geworden sein, dass die Musik von SOLITARY SABRED nicht unbedingt wegweisend innovativ ausfällt. Gerade im traditionellen Metal-Bereich ist das aber auch nur selten ein Kriterium. Und Bands, die sich den vertrackten Sound von Helstar zum Vorbild nehmen, gibt es ohnehin nicht viele – die Briten Shadowkeep und die Kanadier Ice Vinland sind seltene Beispiele. Kurz: SOLITARY SABRED klingen trotz eindeutigem Epigonen-Dasein hinreichend frisch, weil sie nicht bloß Iron Maiden oder Judas Priest hinterherlaufen. Obendrein beweist ein Album wie „By Fire & Brimstone“ eindrucksvoll, dass sie auch über die nötigen technischen sowie musikalischen Fähigkeiten verfügen, um diese Spielart des U.S. Metal überzeugend umzusetzen. Fans traditioneller Härte sind mit diesen Burschen aus Zypern bestens beraten und sollten „By Fire & Brimstone“ unbedingt beide Ohren leihen.

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Bewertung: 7 / 10

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