CD-Review: Steve Hackett - Beyond the Shrouded Horizon

  • Veröffentlichung: 2011
  • Label: InsideOut
  • Spielart: Rock
Besetzung

Steve Hackett – Gesang, Gitarre, Harmonika
Amanda Lehmann – Gesang, Gitarre
Chris Squire – Bass
Nick Beggs – Bass, Chapman Stick
Gary O'Toole – Schlagzeug, Gesang
Simon Phillips – Schlagzeug
Roger King – Keyboard
Ben Fenner - Keyboard
Dick Driver – Double Bass
John Hackett – Flöte, Gesang
Rob Townsend – Saxophon, Pfeife, Bassklarinette
Christine Townsend – Geige, Viola
Richard Stuart – Cello

Tracklist

01. Loch Lomond
02. The Phoenix Flown
03. Wanderlust
04. Til These Eyes
05. Prairie Angel
06. A Place Called Freedom
07. Between the Sunset and the Coconut Palms
08. Waking to Life
09. Two Faces of Cairo
10. Looking for Fantasy
11. Summer's Breath
12. Catwalk
13. Turn This Island Earth


STEVE HACKETT war fleißig und kann anderthalb Jahre nach „Out of the Tunnel’s Mouth“ schon wieder ein Soloalbum vorlegen. Altersschwäche ist dem Mann mit dem legendären Ruf also nicht vorzuwerfen, und da er eigentlich noch kein richtig minderwertiges Album aufgenommen hat, darf man auch bezüglich der Qualität neuer Songs einigermaßen unbesorgt sein.

Einigermaßen. Denn irgendwie ist Hackett schon auch ein echter Hardliner – mit einem unglaublichen Sinn für schwelgende, träumerische Gitarrenmelodien ausgestattet, stilistisch und technisch im Stande, ansatzlos zwischen Flamenco und Hard Rock zu pendeln. Majestätische, erhebende und spannende Nummern scheinen ihm unendlich leicht von der Hand zu gehen – leider besitzt der Mann aber keinen Sinn, wann der schmale Grat zwischen „den Ohren schmeichelnd“ und „Kitsch“ überschritten ist. Und selbst als Hörer merkt man oft erst, wenn der Song schon die ein oder andere Minute läuft, dass da nicht nur eine Schippe zu viel aufgelegt wurde. Diese Ambivalenz lässt sich auch problemlos auf den Gesamteindruck vom Album übertragen: Was kann hier noch als schön und kunstvoll gelten, was ist einfach nur vollkommen übertrieben weichgespült?
Im Endeffekt nehmen sich „Beyond the Shrouded Horizon“ und ihr Vorgänger nicht viel. „Out of the Tunnel’s Mouth“ hat sowohl die besseren, als auch die schlechteren Einzelsongs. „Beyond…“ ist da ausgeglichener, die bisweilen auftretenden Übertreibungen werden zumeist vom Song selbst aufgefangen. Insofern hat es sicherlich den Vorteil eines konsistenteren Hörerlebnisses, andererseits aber auch das Problem, dass man 58 Minuten Zuckerwatte für die Ohren am Stück geboten bekommt, was irgendwann ganz schön anstrengend werden kann.

Man kann objektiv wenig an der Scheibe kritisieren, das Album trieft vor Musikalität und ambitionierter, interessanter Umsetzung, aber manchmal ist es eben auch zu viel des Guten – ein Prinzip, das STEVE HACKETT wohl beibehalten wird. Songtitel wie „Between the Sunset and the Coconut Palms“ sollten in Zukunft tunlichst vermieden werden, wer sich mit dem speziellen Stil des Meisters abers zuvor arrangieren konnte, wird auch an „Beyond the Shrouded Horizon“ wieder Freude haben.

Bewertung: 7 / 10

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