Review Stormkeep – Tales Of Othertime

Der Geist der Vergangenheit fliegt vorbei, läuft STORMKEEPs Debütalbum. Erinnerungen an große Zeiten des Black Metal werden wach. Zeiten, in denen Emperor, Summoning oder Immortal in andere Welten entführten. Die hier aktiven Protagonisten sind szenebekannt, spielen unter anderem in Wayfarer oder Blood Incantation. 2020 konnten die Amerikaner mit einer halbstündigen EP auf sich aufmerksam machen, nun liegt der erste Langspieler vor.

Thematisch folgt der Hörer auf „Tales Of Othertime“ den Abenteuern des Sehers, der im gleichnamigen ersten Track („The Seer“) eingeführt wird. Schon hier präsentiert die Band die einzelnen musikalischen Bestandteile, die man in den knapp 45 Minuten immer wieder hören wird: große Melodielinien, harscher, oft schon erzählender Kreischgesang und einen großen Anteil an Synth-Flächen. Erwähnung finden muss außerdem Shield Anvi aka Jake Rogers (Visigoth), der, wie schon auf der EP, für epochalem Chöre im Hintergrund zuständig ist. 

Mit „The Citadel“ und „An Ode To Dragons“ gibt es sogar zwei komplett instrumentale Stücke, die ohne jegliche Metal-Elemente auskommen. Hier schaffen STORMKEEP mit Synthesizern und Akustikinstrumenten schöne (ja, in einer Besprechung eines Black-Metal-Albums darf auch dieses Wort vorkommen) Übergänge. In den vollwertig instrumentierten Stücken schafft das Quintett einladende Klangflächen und weiß trotz überlanger Songs immer zu überzeugen. „A Journey Through Storms“ ist ein gutes Beispiel dafür. In der ersten Hälfte halten sich STORMKEEP an einen Riff und dessen Varianten, schaffen dann einen Übergang mit einer Dungeon-Synth-Passage um noch einmal das Tempo anzuziehen und das Lied triumphal zu beenden. Immer finden STORMKEEP den Absprung aus einer monotonen Eingängigkeit zu einer schlüssigen Songfortsetzung. Die dabei herausragendste Nummer ist „The Serpent’s Stone“ in der Mitte des Albums. Hier kommt zu den wohlkonstruierten Liedstrukturen noch eine Melodie zum Niederknien. Da passt einfach alles. 

Als die größte Weiterentwicklung zu „Galdrum“ ist das Soundbild zu werten. Dieses ist im Gegensatz zur EP wesentlich feingliedriger ausgefallen. Dies liegt vor allem an Mix und Master von Michael „Arioch“ Zech (Secrets Of The Moon) und Victor „V. Santura“ (Dark Fortress) Bullok. Der Eindruck ist weniger überladen und aggressiv, Instrumente und Gesang sind in der richtigen Balance. 

Möchte man Kritik an „Tales Of Othertime“ üben, so die, dass alle Elemente bekannt sind und so schon einige Male in ähnlicher Zusammenstellung zu hören waren. Aber eben nur ähnlich. Nie werden die Inspirationen direkt kopiert. „Tales Of Othertime“ versprüht einen enormen Charme und ist am Ende so ein gelungenes Debüt geworden. 

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Wertung: 8 / 10

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