Terra Atlantica Beyond The Borders Coverartwork

Review Terra Atlantica – Beyond The Borders

Zu den Waffen! Nachdem Atlantica nach einer epischen Schlacht wieder verborgen und das britische Imperium besiegt wurde, hat im Jahr 1848 eine böse Macht die Zügel in der Hand: Die preußische Herrscherdynastie hat die Kontrolle über den europäischen Kontinent an sich gerissen. Mithilfe eines magischen Steines scheint eine Gruppe von Aufständischen nun den Weg nach Atlantica finden zu können. Eine wilde Jagd entspinnt sich, die TERRA ATLANTICA auf ihrem dritten Album „Beyond The Borders“ vertonen und damit direkt an das Konzept der beiden Vorgängeralben „A City Once Divine“ (2017) und „Age Of Steam“ (2020) anschließen.

Beim Opener „The Scarlet Banners” beginnen sie nicht nur die storytreibende Rebellion gegen die Preußen, sondern setzen auch den musikalischen Ton für das Album. TERRA ATLANTICA bleiben sich hier treu: Ihr Power Metal ist hochmelodisch, eingängig, theatralisch und kitschig. Große Innovationen gibt es nicht, dafür setzen TERRA ATLANTICA ihre Vision von epischem, heldenhaftem Power Metal gekonnt um: Die gleichermaßen in hohem wie mittlerem Tempo vorgetragenen Hymnen gehen gut ins Ohr, sind gefällig und sollten jedem Genrefan Freude bereiten – Avantasia und Rhapsody lassen grüßen. Das Dosen-Orchester von Alex Hunziger wirkt dabei erstaunlich potent und lässt tatsächlich oft vergessen, dass TERRA ATLANTICA nicht mit einem echten Symphonieorchester zusammengearbeitet haben.

Die unbeschwerten Songs punkten zudem mit überaus eingängigen Refrains: Pomp, Pathos und ein gewaltiger Ohrwurmfaktor machen hier mächtig Spaß. Genauso viel Spaß machen die vielen verschiedenen Elemente, wie etwa die spacigen Keyboards bei „Far From Alive“, das Saxophon bei „Pirate Bay“ oder die spanischen Gitarrenklänge bei „Sun Of Pontevedra“. Gerade letztgenannter Track macht deutlich, welch gutes Gespür Harders für eingängige Harmonien und Gesangslinien hat: Der Refrain würde auch bei einem Track von Rage oder Brainstorm richtig gut kommen, während das mitreißende „Hellfire“ wie eine Mischung aus Edguy auf Speed und früheren Nightwish daherkommt.

Für zusätzlich Abwechslung sorgen die Gastsänger: Kathi Stahl ist bereits zum dritten Mal dabei, im Duett mit Tristan Harders entstehen bei der schönen Ballade „Just One Look“ sogar leichte „Frozen“-Vibes. Mit Joan Pabon (Tragedian) und Anders Sköld (Veonity) sind zudem zwei weitere starke Gastbeiträge vorhanden, die erst recht Sinn ergeben, weil deren vertonte Charaktere sich stimmlich deutlich von den zumeist fröhlichen, höheren Gesängen von Harders unterscheiden und dadurch wunderbar harmonieren.

TERRA ATLANTICA erzählen mit „Beyond The Borders“ ihre Alben umspannende Geschichte weiter und zeigen sich dabei musikalisch verbessert: Die Lieder wirken allesamt direkter, reifer und stärker als auf den Vorgängeralben, die Platte ist abwechslungsreich und von vorne bis hinten unterhaltsam. Für Freunde von melodischem, theatralischem Power Metal liefern TERRA ATLANTICA mit „Beyond The Borders“ eines der bisherigen Highlights des Jahres 2022.

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Wertung: 8.5 / 10

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