Review Return From The Grave – Gates Of Nowhere

„Rotzig-rockige Vocals gefällig? Check! Retromäßig schepperndes Schlagzeug? Check! Tiefe, knarzende Gitarren? Check! Analoge Produktion? Check! Willkommen auf dem neuen RETURN-FROM-THE-GRAVE-Album!” … So könnte sich der Promo-Text zu „Gates Of Nowhere“ anhören. Tut er aber nicht. Stattdessen wird dort nur schnöde auf Black Sabbath verwiesen, was in etwa den selben Effekt hat, wie in einer Eiswerbung den Geschmack des Produktes als „süß“ anzupreisen. Natürlich ist der Geschmack süß, und natürlich gibt es auf der Doom/ Stoner-Platte eine Menge Black Sabbath zu hören! Aber: Eis süß machen und Black Sabbath covern, das kann jeder! Es kommt auf die Nuancen im Geschmack und im Sound an! Und, um es vorwegzunehmen: RETURN FROM THE GRAVE schmecken ziemlich gut. Zwar überwiegend süß, aber mit einer erfrischend eigenen Note.

„Gates Of Nowhere“ besteht aus sieben abwechslungsreichen Songs, die sich mal mehr in Richtung Doom, mal mehr in Richtung Psychedelic neigen. Sieben Perlen, die gerade durch ihre raue Ungeschliffenheit glänzen. Nach dem überaus stimmungsvollen Intro legen RETURN FROM THE GRAVE mit „Words In Words“ und „Center Of The Will“ los. Zwei Songs, die mit jedem einzelnen Ton an welche Band wohl erinnern? Hm? Richtig geraten! Der leicht verzerrte, schrille Gesang tut sein Übriges. Das ganze bewegt sich dabei aber auf einem fast schon unverschämt hohen Niveau. Die Italiener spielen exzellente Riffs, die sie mit eingängigen Hooklines garnieren.

„The Rage Of Rays“ und „Uncovered Fate“ gehören eher zum Psychedelic-Teil der Platte und überzeugen durch klasse Soli und Drums. Der Drum-Sound ist ein Ohrenschmaus für alle Vintage-Fans und die Band gewährt dem Schlagzeuger auch immer wieder etwas Freiraum, in dem er sich gepflegt austoben kann. Bei derartigen Klängen wünsche ich mir tatsächlich, dass die Retro-Welle noch möglichst lange weiter vor sich hin schwappt.

Mit „River In The Sky“ erreicht die Platte dann ihren Höhepunkt. Durch den melancholischen, getragenen Refrain entfernen sich RETURN FROM THE GRAVE hier merkbar von ihrer bisherigen Linie – und das Ergebnis kann sich hören lassen! Klarer Anspieltipp!

Somit muss ich das Review ohne einen echten Kritikpunkt beenden. RETURN FROM THE GRAVE liefern grundsolides Stoner-Handwerk ab, das durch einige bewundernswerte Ausreißer nach oben, in Richtung Meisterwerk, zu glänzen weiß. Ich würde ja sagen, Black Sabbaths Erbe läge hier in guten Händen, aber die Jungs verblüffen vor allem dann, wenn sie sich einmal von ihren Ikonen lösen und einige, noch etwas wackelige, Schritte in Richtung Eigenständigkeit machen. Nur Mut RETURN FROM THE GRAVE!

 

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Wertung: 8 / 10

Publiziert am von Tobias Schultz

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