CD-Review: The Amity Affliction - Youngbloods

Besetzung

Joel Birch - Gesang
Ahren Stringer – Gesang, Bass
Clint Ellis – Gitarre
Troy Brady – Gitarre
Ryan Burt – Schlagzeug
Trad Nathan - Keyboard

Tracklist

01. I Hate Hartley
02. Anchors
03. HMAS Lookback
04. Fire Or Knife
05. Youngbloods
06. Dr Thunder
07. Olde English 800
08. No Sleep Till Brisbane
09. RIP Forghorn
10. Fuck The Yankees


Ich dachte, mit The Devil Wears Prada wäre dieses Jahr der Tiefpunkt bei den Roadrunner-Releases erreicht gewesen… doch weit gefehlt: Gerade hatte ich mich erholt, da kommen THE AMITY AFFLICTION um die Ecke. Ich betrachte das Cover und frage mich, warum sie sich nicht gleich einen noch dämlicheren Namen gegeben haben – sowas wie „Broken Romance Crew“ oder „The Last Heartache“. Das würde noch besser ins Klischee passen und wäre darüber hinaus noch zielgruppenorientiert.

Musikalisch wird das Gebiet des Post-Hardcores bearbeitet, so wie es beispielsweise auch Underoath tun. THE AMITY AFFLICTION bewegen sich niveaumäßig aber mindestens zwei Klassen darunter, soviel sei klargestellt. Wenig überraschenderweise beherrscht die Band stumpf-primitives Leersaitengedresche, kombiniert das aber gerne mit sehr hohen, zuckersüßen Gitarrenleads, die wohl so etwas wie Atmosphäre erzeugen sollen – Keyboarder Trad Nathan schafft es hin und wieder, stimmige Background-Untermalung mit seinen Synthesizern zu erzeugen, generell geht es aber eher nach dem Prinzip „Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“ zu. Ja, und selbst, wenn es die Band dann mal schafft, Passagen zu schreiben, die nicht extrem austauschbar und nach „Wir springen auf den fahrenden Kitsch-Zug auf“ klingen, dann kommt Bassist Ahren Stringer um die Ecke und sülzt mit seinem abartigen Clean-Gesang alles in Grund und Boden. Nicht nur, dass THE AMITY AFFLICTION dieses Stilmittel einfach vollkommen beliebig einsetzen – Stringers Gesang ist deswegen so schmerzhaft, weil der Gute sich ständig und viel zu oft in Tonhöhen begibt, die er offensichtlichst nicht beherrscht. Gerne dehnt er auch Silben im Stile einer Kindergarten-Hymne bis ins Unendliche („Youngbloods“) und sowieso ist der Gesang mit so viel Hall überlagert, dass es höchstens zum Weghören anregt. Da wird live wohl eher die Frage aufkommen, wie viel Ibuprofen man braucht, um das zu ertragen, und nicht, ob man es braucht.

Zum Abschluss darf ich mal wieder die übliche Leier runterbeten, nämlich dass man mit dieser Art von Musik vielleicht Teenager zum Sabbern bringt – aber niemanden, der ernsthaft Post-Hardcore hören will, hinterm Ofen hervorlocken wird. THE AMITY AFFLICTION sind wie ihre Kollegen von Asking Alexandria, His Statue Falls und wie sie alle heißen einfach nur ein weiterer Grund dafür, warum „Emocore“ heutzutage als Schimpfwort benutzt wird, auch wenn sie mit den Ursprüngen dieses Musikstils nichts gemein haben, sondern eine größer werdende musikalische Mülltonne befüllen. Ich jedenfalls bin froh, wenn ich mir diesen himmelsschreienden Bockmist nicht mehr anhören muss.

„Black Hearts Will Sleep Tonight“ heißt es in “No Sleep Till Brisbane” – ich kann wegen Euch, liebe AMITY AFFLICTION, heute Nacht sicher nicht gut schlafen. Also bitte lernt einfach mal, gescheite Songs zu schreiben.

Bewertung: 2 / 10

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