CD-Review: The Devil's Blood - The Time Of No Time Evermore

Besetzung

Farida - Gesang
Selim - Gitarre

Tracklist

01. The Time Of No Time
02. Evermore
03. I´ll be your Ghost
04. The Yonder Beckons
05. House of 10000 Voices
06. Christ or Cocaine
07. Queen of my Burning Heart
08. Angel´s Prayer
09. Feeding The Fire With Tears And Blood
10. Rake Your Nails Across The Firmament
11. The Anti-Kosmik Magick


Vor mehr als 2000 Jahren erblickte ein Mann das Licht der Welt, welcher wie man sagt wundersame Dinge vollbringen konnte. Wasser in Wein verwandeln oder über eben dieses Laufen, Tote zum Leben erwecken – die Liste lässt sich wohl beliebig fortsetzen. Lassen wir sämtliche Glaubensfragen aussen vor, heißt es dennoch, dass dieser Mann Gottes Stimme vernommen hat, wie es niemandem jemals erneut wiederfahren ist. Vorrausgesetzt man ist einigermaßen Bibelfest, läuft einem unweigerlich auch Gottes Pendant der Teufel, Satan – seine Namen sind wohl ebenso vielfältig wie Jesu Wunder- über den Weg. Nun ist es keineswegs so, dass man 2000 Jahre zurück schauen muss, um jemanden zu finden, der in Kontakt zum Teufel steht, ja quasi seine Stimme des öfteren vernehmen kann.

In diesem Fall werfen wir einen Blick in die Niederlande und werden fündig in einer Band Namens THE DEVIL´S BLOOD. Hauptatrakteure sind hierbei die Geschwister Lemouchi. Zum einen haben wir hier Selim der die Gitarre bedient und Songwriter der Band ist bzw. seine Inspirationen von Satan selbst erhält und diese dann in Musik verwandelt. Zum anderen seine Schwester Farida, welche sich dem Gesang verschrieben hat. Klingt verrückt und ist es auf eine gewissen Art und Weise auch im positiven Sinne. THE DEVIL´S BLOOD sehen ihre Wurzeln im Psychedelic Rock der 70er Jahre und wo man auch hinhört, viele sprechen davon, dass sich die Musik der Niederländer unter Drogeneinfluss erst richtig entfaltet. Bandkopf Selim hält das allerdings für Schwachsinn im Quadrat und somit verzichte auch ich auf besagte Hilfsmittel und werde mit klarem Geist eine Reise in die Vergangenheit antreten.

Anders kann man die Musik von THE DEVIL´S BLOOD auch nicht bezeichnen. Hardrock ja den kann man nicht verleugnen, aber die Affinität zur Eingangs genannten Epoche bleibt zu keinem Zeitpunkt des Albums verborgen. Dabei ziehen sich zwei markante Merkmale wie ein roter Faden durch dieses Album. Die teilweise unglaublichen Melodien welche Selim hier aus seiner Gitarre zaubert in Kombination mit dem Gesang seiner Schwester kann man sich nicht entziehen. Hypnotisch wirkt das Ganze schon ohne Drogen. Doch auch genau hier werden sich wohl auch die Geister scheiden. THE DEVIL´S BLOOD bzw. „The Time Of No Time Evermore“ sind trotz des wie man denken sollte eher leichtgängigem Hardrock Genre alles andere als leichte Kost. Der Teufel liegt im Detail, soll heißen, dass man sich wirklich ZEIT für dieses Album nehmen muss um sich nicht allzu schnell in Gedanken zu verlieren und wirklich jede Kleinigkeit zu entdecken. Das kostet Zeit und Konzentration und alle DieHard Vertreter der Hartwurst Fraktion sowie notorische „Früher als die Gummistiefel noch aus Holz waren“ Nörgler stoßen bei THE DEVIL´S BLOOD ohne Frage an die Grenzen ihrer Geduld.

„The Time Of No Time Evermore“ ist pure Musik von Liebhabern für Liebhaber. Keine unnötigen Arrangements keine Kompromisse sondern einfach nur über 1 Stunde Musik die wohl bei jedem eine andere Wirkung entfaltet und ohne Frage auch teilweise unter dem Einfluss von Drogen in die tiefsten Abgründe führen kann. Anspieltips sind hier eigentlich unnötig, dennoch werde ich ein paar Worte über ausgewählte Stücke verlieren müssen. „The yonder beckons“ überzeugtmit dem Einsatz von Western Gitarren und ausgefeilten Melodien. Ein absolutes Highlight besonders für Einsteiger findet man in „Christ or Cocaine“. Wem da selbst beim ersten Hören nach 20 Sekunden nicht der Fuß mit wippt ist in vielerlei Hinsicht nicht mehr zu helfen. Einfach, simpel und ein absoluter Ohrwurm. Auch das beherrschen THE DEVIL´S BLOOD wenn hier schon die ganze Zeit von komplexen Liedern die Rede ist. Den Gegenpol auch wenn der Song ansich in keinster Weise negativ ausfällt ist der 11 minütige Rausschmeisser „The Anti-Kosmik Magick. Unverzehrte Ryhtmusgitarren dominieren hier mit beeindruckenden Gittarenläufen und einem sphärisch düsterem Outro.

Wirklich ins Detail zu gehen, würde wohl den Rahmen jeder Review sprengen und somit kann die Devise nur Kaufen/Leihen und selbst reinhören riskieren. THE DEVIL´S BLOOD werden mit „The Time Of No Time Evermore“ auch vielen die sich jetzt große Hoffnungen machen vor den Kopf stoßen. Fakt ist und bleibt folgendes. Abgesehen von irgendwelchen Eingebungen Satans hat die Band hier ein zeitloses Werk geschaffen. Ob man Selim nun Glauben mag oder nicht, die Musik sollte im Vordergrund stehen und wer seinen Weg zu THE DEVIL´S BLOOD findet, wird bewusst werden, dass dieses Album mit samt seiner zeitlosen Musik auch in 10, 20 oder 30 Jahren noch genauso zu begeistern vermag wie in diesem Jahr

Bewertung: 9 / 10

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