Review The Devil’s Blood – Come, Reap

  • Label: Ván
  • Veröffentlicht: 2008
  • Spielart: Rock

Dass man es bei THE DEVIL’S BLOOD eher mit den Exoten der beim deutschen Label Van-Records unter Vertrag stehenden Bands zu tun hat, bleibt nicht lange unbemerkt – ist die Band, die ihr kreatives Schaffen in, wie sie es nennen, düster-melodischer Rock-Musik auslebt, in der ansonsten recht true-schwarzmetallenen Gesellschaft doch eher der Paradisvogel:

Mit ihrem neuen Mini-Album, „Come, Reap“ hätte man sich nämlich genauso gut zwischen Prophecy-Production Bands wie THE VISION BLEAK, KLIMT 1918 oder NOEKK einreihen können. Dabei fällt sogleich auf, wie vielseitig die Musik von THE DEVIL’S BLOOD ausfällt:
Ist der, das Album eröffnende Titeltrack um eine Melodie herum aufgebaut, die durchaus auch von einer Pagan-Band stammen könnte, weist der klare Frauengesang schon auf die rockige Auslegung der Musik hin, die spätestens bei “River Of Gold” deutlich zu Tage tritt:
Ein Rocksolo, wie man es sich nur wünschen kann und ein Riff, das ebensogut von KISS stammen könnte, wissen hier zu überzeugen – ungelöst bleibt eigentlich nur das Rätsel, was, ausser vielleicht dem Coverartwork, an dem hier gebotenen “düster” oder “occult”, wie in der Genre-Selbsteinordnung der Band zu lesen ist, sein soll – handelt es sich doch grob gesagt schlicht um eingängigen, melodischen Classic-Rock. Dies lässt sich spätestens an dem, eigentlich alle Trademarks der Band beinhaltenden Paradebeispiel “The Heaven’s Cry Out” recht schnell erkennen.
Vor Allem der Gesang weiß hier, wie auch in den anderen Songs, durch interessante Gesangslinien und nicht zuletzt eine angenehme, individuelle Stimme zu überzeugen.
Zwar muss man zugeben, dass kompositorisch nicht unbedingt revolutionär innovativ vorgegangen oder mit “Come, Reap” etwas gänzlich neues abliefert wurde, jedoch ist das, was hier geboten wird spielerisch sowie soundmäßig einwandfrei und auch der Songaufbau lässt erkennen, dass sich THE DEVIL’S BLOOD auf das, was sie tun, verstehen, was man mit dem abwechslungsreich gestalteten Zehnminüter “Voodoo Dust” noch einmal mit Nachdruck beweist.
Negativ fällt hier, wie bei allen Songs der Mini-Debüt-CD lediglich das Drumming auf, das über die gesamte Spielzeit hinweg äußerst uninspiriert und monoton die ausgefeilten Gitarren- und Bass-Melodien unterlegt: Zwar stört dieses dadurch nicht direkt, jedoch hätte man hier vielleicht noch den einen oder anderen Pluspunk sammeln können.
Warum man sich für eine Mini-CD entschieden hat, ist hier eigentlich unverständlich, wirken THE DEVIL’S BLOOD doch auf ihrem ersten Mini-Album durchaus so, als wären sie auch dazu in der Lage gewesen, noch ein paar weitere Tracks zu schreiben. Nun gut, so kann man zumindest davon ausgehen, dass das erste “richtige” Album nicht mehr allzulange auf sich warten lassen wird.
Wer also mit Rock, egal, ob nun classic oder occult, etwas anfangen kann, sollte den jungen Holländern zumindest eine Chance geben, denn die haben sie sich mit “Come, Reap” auf jeden Fall schon mal verdient.
So bleibt eigentlich nur noch abzuwarten, ob man mit dem größeren Zeitfenster, das die Spielzeit eines vollen Albums bietet, genauso gut zurechtkommt, beziehungsweise, ob man sich dann sogar noch steigern kann.

Wertung: 7.5 / 10

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