CD-Review: The Stone - Umro

Besetzung

Nefas – Gesang
Glad – Gesang
Kozeljnik – Gitarre, Bass
Demonetras – Gitarre, Bass (Track 3, 5, 7)
L.G. – Schlagzeug
Urok - Keyboard

Tracklist

01. Umro
02. Zlo Je Uvek Korak Ispred
03. Krvav Ceo, Nigde Nijedne Rane
04. Prst Na Obaracu
05. Jesti Srca Ljudi
06. Sam Krenuo Smrt Svoju Da Nade
07. ...U Smrti
08. Kralj Je Umro


Würde man mich (warum auch immer jemand so etwas tun sollte) nach serbischen (Black Metal-)Bands fragen, fiele mir eigentlich nur eine ein: May Result und die als Stone To Flesh gegründeten THE STONE. Dass ich von einer Band spreche und zwei Namen nenne, mag auf den ersten Blick etwas verwirren – versteht man „Band“ jedoch als Begriff für eine bestimmte Gruppe Personen, die gemeinsam Musik machen, ist diese Aussage durchaus korrekt. Betrachtet man nämlich das Lineup der beiden Formationen genauer, stellt man fest, dass es sich bei May Result um die seit 15 Jahren bestehende Stammband der THE STONE Musiker handelt, welche bis auf Sänger Nefas (und zumindest eine Zeit lang war selbst dieser bei May Result dabei) mit exakt dem gleichen Lineup agiert, so dass man es nach obriger „Band“-Definition eigentlich mit einer Band, die unter zwei verschiendenen Namen agiert, zu tun hat.

Während sich May Result eher dem Black’n’Roll verschrieben haben, leben die Musiker bei THE STONE seit mittlerweile neun Jahren ihre true-schwarzmetallenen Neigungen aus – jedoch nicht, ohne sich die ein oder andere Freiheit zu gewähren.Denn so true sich THE STONE auch hinsichtlich ihres Äußeren, dem Fauchen der Sänger Nefas und Glad sowie der bpm-Zahl von Schlagzeuger L.G. geben, ist das mittlerweile vierte Album der Slovenen dennoch kein 08/15-Black Metal. Das liegt hauptsächlich am Charakter der in den Songs verwendeten Riffs. Woran sich dieser genau festmacht oder was genau an ihnen anders ist als an denen anderer Bands, meinetwegen aus Norwegen oder Deutschland, lässt sich garnicht so leicht feststellen – sicher jedoch ist, dass die Akkordfolgen alles andere als gewöhnlich sind.
Das führt dazu, dass „Umro“ den unbedarften Hörer zumindest die ersten Durchgänge lang ziemlich damit auf Trab hält, die Tonfolgen nachzuvollziehen oder zumindest zu verkraften und sich nicht davon abhalten zu lassen, dass eine unerwartete Wendung mit der nächsten ausgetrieben wird. Dass THE STONE die dazugehörigen Texte selbstverständlich in ihrer Muttersprache darbieten, versteht sich wohl von selbst und .Einen weiteren Ausreißer aus dem Korsett des truen Black Metal liefern die Soli, welche, wie in „Krvav Ceo, Nigde Nijedne Rane“ oder „Jesti Srca Ljudi“ sehr Genre-untypisch rockig ausfallen.

Hat man sich jedoch in das Album hineingehört, bietet „Umro“ über 50 Minuten hinweg durchaus interessante Kost und eine gern gesehene Abwechslung zu den oft tristen Veröffentlichungen der True-Black Metal-Szene – denn auch, wenn „Umro“ vielleicht keine absoluten Hits oder auch nur herausragende Momente zu bieten hat, hat es zumindest eines ganz gewiss:Einen eigenen Stil und Atmosphäre. Das waren jetzt zwar schon wieder zwei Begriffe, die ich euch als einen verkaufe, jedoch auch dieses Mal begründet – denn die Atmosphäre von „Umro“ ist der Stil von THE STONE.

Bewertung: 8 / 10

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