CD-Review: Thetis - Lost in Time

Besetzung

Vanessa Kreutz – Geige, Nykelharpa
Martin Ebert – Gesang, Gitarre
Andrea Janssen – Gesang, Flöten
Carsten Siebke - Perkussion

Tracklist

01. Der Spiegel
02. Fall From Grace
03. Lady Of Light
04. Geist Der Nacht
05. Thetis
06. The Damned
07. Im Wald
08. Lost In Time
09. Traumfänger


Mit dem ersten Lied beweisen THETIS direkt, dass Bekanntheitsgrad und Qualität nicht zwangsläufig einhergehen müssen. Selbst mittelalterlichen Szenekennern dürfte der Bandname kein Begriff sein und so überrascht „Der Spiegel“ den geneigten Hörer als Eigenkomposition direkt sehr positiv. Eingängige Melodien treffen auf einen angenehmen männlich/weiblichen Gesang, der besser kaum zusammenpassen könnte. Während andere Bands wie z.B. Regicide ebenfalls einen Frontmann und eine Frontfrau besitzen, ist das Thetis-Duo auf Dauer zum Glück nicht nervtötend, da besonders Andrea Janssens Stimme durch ihre Klarheit brilliert, während Martin Ebert eher bei den tieferen Tonlagen bleiben sollte.

Leider kann der hohe Standard des ersten Songs im Rest des Albums nicht gehalten werden. Einzig und allein „Thetis“ und „Im Wald“ sowie mit leichten Abstrichen „Lost In Time“ als Titeltrack stechen noch durch wirkliche Innovationen hervor, die darüber hinaus gehen, dass mal die weibliche und mal die männliche Stimme höher singt (wie in „The Damned“). Bei „Thetis“ bildet Martin Ebert einen sehr basslastigen Stimmkontrast zum bereits erwähnten hohen Gesang seiner Partnerin. Zusammen mit der tiefen instrumentalen Untermalung hat dies beinahe etwas Chorales an sich. „Im Wald“ erinnert durch den Dialog von Mann und Frau an ein erzähltes Theaterstück oder an ein Hörspiel, während „Lost In Time“ durch den Einsatz von Stakkato angenehm abwechslungsreich erscheint. Mit „Traumfänger“ erhält das Album schließlich einen etwas unwürdigen Abschluss, da man Andreas Gesang in dieser Form (und dieses Mal sogar ohne männlichen Gegenpart) zuvor schon oft genug genießen durfte.

Unter dem Strich bleibt ein gutes Debüt mit 2 Stimmen, die auf der nächsten CD hoffentlich noch mehr von ihrer auf jeden Fall vorhandenen Bandbreite zeigen werden. Der „Balladeneinheitsbrei“ der übrigen Songs, der zwar gut gesungen aber wenig abwechslungsreich klingt, ist ausbaufähig und vielleicht empfiehlt sich ab und an etwas mehr Härte im Gesang für die zugrunde liegenden Melodien. Außerdem sollten nicht zu oft instrumentale Intros verwendet werden, die danach ohne Höhepunkte bleiben. Für Freunde von weicher, sanfter Musik, die zum Träumen einlädt, ist dies aber mit Sicherheit eine Empfehlung.

Bewertung: 6.5 / 10

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