Review Threshold – Subsurface

Zu wenig arbeiten die Briten von Threshold sicherlich nicht, so ist mit “Subsurface” bereits das siebte Studioalbum in elf Jahren Bandgeschichte am Start. Wurden die beiden Vorgänger „Hypothetical“ (2001) und „Critical Mass“ (2002) schon hochgelobt, setzt „Subsurface“ jetzt noch eins drauf auf ihrem Weg zum perfektem Prog Metal-Album.

Allein das Eröffnungsstück „Mission Profile“ hat schon das Ding zu einem Jahrhundertsong zu werden, da er auf dem Hammer-Sampler war und er auch in voller Länger von der Seite der Band geladen werden kann, dürften diesen ja schon einige kennen. In dem komplexen und nicht mal so einfachem Material finden sich wunderschöne und träumerische Melodien ebenso wie härteres Riffing aus dem Bereich des melodischen Power Metals. Neben so mancher Frickelei stehen supereingängige Hooklines und stets geniale Refrains. Nicht zuletzt durch die Gänsehautstimme von Andrew McDermott machen alle Lieder deswegen einfach nur süchtig. Ob hart, düster, lieblich oder gefühlvoll – der Mann scheint echt alles zu können.
In meinen Augen ist das auch das größte Plus von Threshold: Trotz aller Komplexität, Progressivität und der Frickeleien ist alles so grob eingängig, dass man schon nach dem ersten oder zweiten Hördurchgang so manche Passagen auswendig zu kennen scheint und schon herrlich mitsummen und –singen kann. Easy Listening wird hier natürlich trotz aller Eingängigkeit nicht geboten, man muss sich schon mit dem Werk auseinander setzen, um es ganz doll lieb zu haben, dann entdeckt man auch massig Details und Feinheiten, und das auch bei unzähligen, weiteren Durchläufen.

Da jeder der neun meist überlangen Songs dieses einstündigen Meisterwerkes ein kleines Meisterwerk für sich ist, will ich auch keinen Song extra hervorheben. Es fallen mir auf die schnelle auch keine vergleichbaren Bands ein, der Threshold-Sound ist nämlich auch noch in großem Maße eigenständig. Nebenbei erwähnt ist auch der Klang der Scheibe makellos. Keine Mängel, nicht zu glatt, einfach passend.
Ich kann hier sowohl für Hörer des melodischen Power Metal als auch von Progressive Rock oder Hard Rock und Heavy Metal eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen! „Subsurface“ ist schon nahe an einem perfektem Album, da muss schon ein gewaltiger Schlag kommen, wenn sie das noch mal überbieten wollen, aber auch dass traue ich den Fünf von der Insel zu.
Zieht euch zumindest mal „Mission Profile“ rein. Wenn ihr das Teil mögt, werdet ihr auch dem Rest des Albums verfallen und es in euer Herz schließen. Ganz groß – einer der Kandidaten auf das Top-Album 2004!

Wertung: 9.5 / 10

Geschrieben am 5. April 2013 von Metal1.info

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.