CD-Review: Thyrfing - Vansinnesvisor

  • Veröffentlichung: 2002
  • Label: Hammerheart
Besetzung

Thomas Väänänen – Gesang
Patrik Lindgren – Elektrische & Akustische Gitarren
Henrik Svegsö - Gitarre
Kimmy Sjölund – Bass
Peter Löf – Synthesizers
Joacim Kristensson - Schlagzeug

Tracklist

01. Draugs Harg
02. Digerdöden
03. Världsspegeln
04. The Voyager
05. Ångestens Högborg
06. The Giants Laughter
07. Vansinnesvisan
08. Kaos Återkmost


Irgendwann habe ich irgendwo einen Artikel über die „Vansinnesvisor“ vor die Augen bekommen. Nach der ein oder anderen Empfehlung hab ich mir das Album dann auch gekauft, bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich von Thyrfing nur das Lied „A Moment In Valhalla“. Und es erwies sich als einer der absolut besten Blindkäufe meines Lebens!
Schön melodisch brettert schon der Opener „Draugs Harg“ aus den Boxen, der zwar im Vergleich der Song mit der geringsten Abwechslung ist, aber doch sehr gut kommt. Doch „Digerdöden“ zeigt dann schon eine ganz andere Seite der Band, und bewegt sich in mittlerem Tempo, die dezent eingesetzten Keyboards im Hintergrund fügen sich wunderbar ins Gesamtbild ein. Mit dem ersten Refrain nach einem kuren Riffpart, bei dem sich die Schuppen von selbst übers ganze Zimmer verteilen, mutiert der schleppende Song schnell zu einer absoluten Hymne. Die schwedischen gesungenen Lyrics tragen den Rest zur Atmosphäre bei, sie passen wunderbar ins Gesamtbild. Lediglich die beiden Titel mit den englischen Namen sind auch in englisch verfasst worden.
„Världsspegeln“ startet mit einem sanften und anmutigen Keyboardintro, bevor Sänger Thomas eine Glanzleistung mit richtig gequält wirkenden Vocals ablässt. Klasse!

Ein nordischer Heavy-Stampfer der Extraklasse ist das epische „The Voyager“. Im langen Intro fühlt man sich wie von einem großen Orchester beschallt, die harten Gitarren und die dezent eingesetzten Drums unterstreichen die Atmosphäre wunderbar, dabei wird eine ungeheuerliche Spannung aufgebaut. Die genialen Melodien setzen sich hier zusammen mit dem Refrain (erstmals wird neben den Growls auch klarer Gesang verwendet, Toni Kocmut steuert ihn bei) sofort fest und schon wieder muss ich das Wort „Hymne“ einfügen. Das Teil kann ich nur jedem empfehlen, ein absoluter Brecher!
„Angelstens Högborg“ beginnt recht schleppend und langsam, nach einem akustischen Zwischenspiel etwa in der Mitte machen dann zumindest die Drums etwas Druck, bevor es dann wieder sehr ruhig und gemächlich zu geht. So zieht sich das praktisch die gesamten 7 Minuten hin. Nichts wirklich spektakuläres, aber sehr schön anzuhören. Auch „The Giants Laughter“ ist sehr ruhig und verträumt, vor allem in den Parts mit klarem Gesang.
„Vansinnesvisan“ beginnt so schleppend, wie es kaum schleppender gehen könnte, das Intro dauert mir schon ein paar Sekunden zu lang. Tiefer kommt man mit den Gitarren auch kaum runter, und der Refrain klingt wirklich böse. Doch auf einen Schlag entlädt sich ein ganzes Fass voll Aggression und Wut, und es wird geschrieben und geknüppelt wie sonst nie auf dem Album. Der Schluss wird dann wieder sehr melodisch. Wenn das Stück etwas länger gedauert hätte als knappe 4:30, wäre es wohl ein noch größerer Hammer geworden.
Bei „Kaos Återkmost“ macht sich dann sogar herrlich schreckliche Melancholie breit, ein perfekter Abschluss für das Album.

Ja, da dürften Thyrfing mit ihrem vierten Werk einen Volltreffer gelandet haben. Wenn auch hier und da mal eine Länge drin ist, bietet die CD viel Abwechslung und etliche Tempowechsel. Ebenso prachtvoll wie die Produktion von Daniel Bergstrand ist auch das hübsche Coverartwork und Booklet-Layout von Niklas Sundin (Gitarrist bei Dark Tranquillity).
Wer auf guten Viking Metal steht, kann hier unbesorgt zugreifen. Am besten kauft man sich gleich nen schicken Wikingerhelm dazu und die Stimmung und Atmosphäre ist perfekt! Mich jedenfalls hats überzeugt, und ich werde mir auch noch die restlichen Thyrfing-Alben ins heimische CD-Regal schaffen. Prost!

Bewertung: 8.5 / 10

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