Das Cover von "In For The Kill" von Toxicrose

Review Toxicrose – In For The Kill

  • Label: Golden Robot
  • Veröffentlicht: 2021
  • Spielart: Hard Rock

Schweden ist schon lange bekannt für seine umtriebige Sleaze- und -Glam-Rock- bzw. -Metal-Szene. Allen voran sind hier natürlich Hardcore Superstar zu nennen, die seit 1997 ihren Platz an der Spitze dieser Sparte verteidigen. Ihnen dicht auf den Fersen sind allerdings die nicht minder begabten Crashdiet und seit einigen Jahren eben auch TOXICROSE. Für die ist Glam Metal quasi ihr Geburtsrecht, zumal Drummer Michael Sweet nicht nur bereits bei Crashdiet aushalf, sondern obendrein der jüngere Bruder von deren Gitarrist Martin Sweet ist. Fünf Jahre nach ihrem Debüt „Total Tranquility“ kehren TOXICROSE nun mit ihrem zweiten Album „In For The Kill“ ins Licht der Öffentlichkeit zurück.

Wie tief der typisch schwedische Glam Rock und Metal in der DNA von TOXICROSE festgeschrieben ist, zeigt sich schon in den ersten beiden Songs von „In For The Kill“: Während das eröffnende „Blood On Blood“ in Strophe und Refrain wie die etwas härtere Version eines Hardcore-Superstar-Songs klingt, erinnert das deutlich metallischere „Heroes“ in jedem Ton an die Kollegen von Crashdiet. Damit sind die Eckdaten von „In For The Kill“ auch bereits bekannt, denn in der nächsten halben Stunde werden TOXICROSE zwischen diesen beiden – ohnehin recht nah beieinander liegenden – Polen hin und her mäandern. Große Überraschungen sind dabei nicht zu erwarten, spaßig ist die Platte aber dennoch.

Alles in allem tendieren TOXICROSE etwas mehr zum Metal als die genannte Konkurrenz, aber der typisch schwedische Sleaze-Sound ist in Nummern wie dem Titeltrack, „Domination“ oder auch dem abschließenden „The Great Escape“ immer präsent. We diese Songs zeigen, lebt auch der Sound von TOXICROSE vornehmlich von großen, hymnischen Mitsing-Refrains und die kann diese Band auch wirklich gut – selten wird das deutlicher als im grandiosen „Angel Down“. Zudem gibt es auf „In For The Kill“ immer wieder recht anständige Leadgitarren zu hören, die zwar nach wie vor in erster Linie durch schöne Melodieführung und nicht durch höchsten technischen Anspruch bestechen, aber in jedem Fall eine Steigerung gegenüber dem Vorgängeralbum bedeuten.

Anders als andere Vertreter ihrer Sparte setzen TOXICROSE auf „In For The Kill“ stärker auch elektronische Elemente. In Songs wie „Remedy“, „Outta Time“ oder „Open Up ’n‘ Bleed“ schrecken die Schweden nicht vor dem Einsatz moderner Synthie-Klänge zurück, was dem Ganzen einen etwas zeitgemäßeren Anstrich verpasst. Auch ansonsten scheint die Mannschaft nicht nur Bands wie Mötley Crüe und Skid Row zu ihren vorbildern zu zählen, weshalb vor allem die beiden letztgenannten Tracks in Riffs und Arrangements dezent mit dem Metalcore bzw. NWOAHM kokettieren. Das mag nicht jedem Fan klassischen Sleaze Rocks gefallen, sorgt aber dafür, dass TOXICROSE sich mehr eigenes Profil zulegen und ist zusammen mit dem fetten Sound von „In For The Kill“ gar nicht mal so unpassend.

Mit ihrem Geisterbahn-Auftreten nebst metallischem Sleaze-Rock-Sound erinnern TOXICROSE stark an ihre Landsleute Sister und auch ihre übrigen Vorbilder sind schnell identifiziert. Somit bringen die Burschen aus Stockholm kaum etwas neues an den Tisch und man muss obendrein sagen, dass sowohl Crashdiet als auch Hardcore Superstar etwas authentischer nach dem „Sound der Straße“ klingen als diese Band. Dennoch: TOXICROSE wissen, wie Sleaze bzw. Glam Rock und Metal zu funktionieren haben und das Ganze macht ihnen auch hörbar Spaß. Somit ist „In For The Kill“ sicher nicht das nächste Referenzwerk des Genres, aber es ist eine von Anfang bis Ende spaßige Platte und rein an sich selbst gemessen hat die Truppe hier ihr bisher bestes Album abgeliefert. Weiter so!

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Wertung: 7.5 / 10

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