CD-Review: Ӕvangelist - Omen Ex Simulacra

Besetzung

Ascaris - Gesang
Matron Thorn - Alle Instrumente

Tracklist

01. Veils
02. Mirror of Eden
03. Hell Synthesis
04. The Devoured Aeons of Stygian Eternity
05. Prayer for Ascetic Misery
06. Relinquished Destiny
07. Seclusion
08. Abysscape


Wem Bands wie die australischen Okkult-Deather Portal oder die französischen Avantgarde-Black-Metaller von Deathspell Omega ein Begriff sind, für den könnte diese Band, oder besser dieses Album, genau das Richtige sein. ӔVANGELIST, 2010 in den Vereinigten Staaten ins Leben gerufen, zimmerten jüngst ihr Zweitwerk „Omen Ex Simulacra“ ein. Und dieses Werk tut zunächst vor allem eines: Es tut weh.

Angefangen beim Opener „Veils“: 12 Minuten vollste klangliche Dekonstruktion musikalischer Standards. Refrain, Hooklines beziehungsweise grundsätzlich das Erkennen einer gewissen Struktur: Fehlanzeige. Gleiches gilt für „Abysscape“, welches den Abschluss, das krönende Finale darstellt: ebenfalls um die 12 Minuten lang, nicht weniger verstörend und (mehr oder weniger) selbstverständlich frei von Struktur. Und der große Rest dazwischen? Nun, er folgt den zwei Eckpfeilern des Albums. Verstörende Geräuschkulissen wechseln sich in schöner Beständigkeit mit fast schon Black/Death Metal-typischen Passagen ab, was angesichts des Gesamteindrucks, welchen man im Verlauf von „Omen Ex Simulacra“ gewinnt, geradezu überraschend anmutet. Die Instrumentierung ist teilweise nur grob angedeutet und Sänger Ascaris unterlegt die bedrohliche Atmosphäre mit seinem gurgelnden Organ. Man gewinnt beim Hören schnell den Eindruck, als funktioniere das Zweitwerk immer dann am Besten, wenn das Tempo vermindert und die Geschwindigkeit für zähflüssige, bleierne Doom-Anleihen gedrosselt wird.

Auch wenn das Dargebotene (wie eingangs beschrieben) irgendwie wehtut, so möchte man doch wissen, wie es weiter geht. Zu gewaltig und einnehmend ist die Musik, zu spannend gestaltet sich die klangliche Irrfahrt (und nichts anderes ist „Omen Ex Simulacra“ im positivsten Sinne schlussendlich). Ähnlich dem Vorgänger „De Masticatione Mortuorum in Tumulis“ gestaltet sich auch dieses Werk ungeeignet für eine breite Hörerschaft, zu seltsam und sperrig wird musiziert.

Man bekommt als Gesamtkunstwerk zwar nur ein schemenhaft angedeutetes Bild vorgesetzt, wer sich jedoch mit vollster Konzentration auf „Omen Ex Simulacra“ einlässt, wird den Entwurf schnell für sich selbst komplettieren können. Beeindruckend und schmerzhaft zugleich. Herrlich.

Bewertung: 8 / 10

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2 Kommentare zu “Ævangelist – Omen Ex Simulacra”

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