„Besser spät als nie!“, sagt der Schreiber im Vorfeld zu dieser Besprechung. Denn er kann sich beim besten Willen nicht erklären, wie ein derart starkes Album wie „Beyond The Palest Star“ hier untergehen konnte. Die Veröffentlichung stellt den zweiten Full-Length-Output der baden-württembergischen Black-Metal-Band VORGA dar.
Die Formation ist im melodischen Ableger des Schwarzmetall-Genres zu Hause und unterlegt ihre Musik mit fiktionalen Themen zwischen den Untiefen des Weltraums und ein wenig Esoterik. Der Tod wird hier und da ebenso in seiner Unausweichlichkeit thematisiert. Bereits der Opener „Voideath“ stellt unmissverständlich klar, dass VORGA ihre Trademarks – nämlich drückende Drums, treibende Gitarren und stets stimmige Keyboard-Teppiche – weiter verfeinert haben.
Mehr denn je liegt bei „Beyond The Palest Star“ der Fokus aber auf dem Erschaffen komplexer Melodien. War das Vorgängeralbum „Striving Toward Oblivion“ noch mehr auf kleine Atmosphären zwischen großer Raserei aus, so ist es jetzt genau umgekehrt. Was natürlich nicht bedeutet, dass VORGA in irgendeiner Form weicher geworden wären. Ein Song wie „The Sophist“ beispielsweise glänzt durch das tolle Zusammenspiel verschiedenster Gitarrenharmonien schwedischer Gangart mit präzisem Drumming und Keyboards, die sich wunderbar homogen anfühlen.
Demgegenüber findet man mit Tracks wie „The Cataclysm“ oder „Tragic Humanity“ Vertreter, die im besten Sinne für melodischen Black Metal stehen, so wie ihn dieser Tage beispielsweise UADA zelebrieren. Feine Double-Leads rauschen über mal rasantes, mal grooviges Drumming und werden ergänzt durch die schneidende Stimme von Sänger und Gitarrist Спейса (Pesho). Das Schlusslicht „Terminal“ bildet dann den Querschnitt all seiner Vorgänger-Songs. Der Wechsel von Hochgeschwindigkeitspassagen hin zu straighten Midtempo-Parts funktioniert genauso gut, wie spacige Keyboards sich an Riffing der alten skandinavischen Schule binden können, ohne Fläche und Wirkung zu verlieren. Dieser Abschluss führt alles perfekt zusammen.
VORGA sind mit „Beyond The Palest Star“ die Schnittstelle zwischen MESARTHIM und SPECTRAL WOUND – im modernen Gewand von Bands wie DARK FORTRESS und UADA. Zwar hat die Band 2024 keinen Genre-Redefiner geschaffen, aber es ist ihnen allemal ein kompositorisch anspruchsvolles, hoch melodisches Werk gelungen, das den Spagat zwischen spaciger Atmosphäre und brachialem Black Metal bestens meistert.
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Wertung: 8 / 10



Hammer Album. Diese Band ist einfach eine Offenbarung, wenn man auf Melo Black steht. Kommt dann noch eine Vorliebe für Spacegedöns dazu, umso besser.
Hoffe, wir bekommen bald eine dritte Runde. :)
Hey Daniel,
dem kann ich ohne weiteres zustimmen. Ich bin sehr gespannt was da noch kommt. Danke für deinen Kommentar.
Liebe Grüße!