CD-Review: Warmen - Accept The Fact

Besetzung

Janne "Warman" Wirman - Keyboard
Antti Wirman - Gitarre
Sami Virtanen - Gitarre
Lauri Porra - Bass
Mirka Rantanen - Schlagzeug

Gastmusiker:
Timo Kotipelto - Gesang auf den Tracks 2 und 6
Marko Vaara - Gesang auf den Tracks 3, 7 und 8
Jonna Kosonen - Gesang auf "They All Blame Me"
Alexi Laiho - Gesang auf "Somebody's Watching Me"

Tracklist

01. Accept The Fact
02. Invisible Power
03. Waters Of Lethe
04. Roppongi Rumble
05. They All Blame Me
06. Puppet
07. Lying Delilah
08. Return Of Salieri
09. Somebody's Watching Me


WARMEN ist das Powermetal-Soloprojekt von Janne Wirman, den meisten wohl bekannt für seine Tätigkeit bei Children Of Bodom. Mit „Accept The Fact“ legt er meines Wissens nun bereits das dritte Album dieser Projektarbeit vor, das musikalisch direkt an seine Vorgänger „Beyond Abilities“ und „Unknown Soldier“ anschließt.

Waren die vorhergehenden Outputs von WARMEN stark instrumental orientiert, so findet man auf dem aktuellen Album nur noch zwei Tracks ohne Gesang: Den Opener/Titeltrack und „Roppongi Rumble“. Hier darf sich Wirman dann auch nach Herzenslust mit seinen Flitzefingern auslassen. Für die restlichen Tracks hat er sich verschiedene Gastsänger an Bord geholt. Konkret sprechen wir hier von Timo Kotipelto aus dem Hause Stratovarius, der „Invisible Power“ intoniert, Marco Vaara von Tunnel Vision, den wir gleich auf drei Tracks zu hören bekommen, Jonna Kosonen und seinem „Children Of Bodom“-Kollegen Alexi Laiho. Die Vocalparts sind allesamt solide, ohne besondere Aufmerksamkeit zu erregen.Auf der instrumentalen Seite hat sich Wirmen die Unterstützung von Mirka Rantanen (ebenfalls Tunnel Vision) am Schlagzeug, sowie Lauri Potta (Sinergy) am Bass geholt. Die Klampfen werden von Sami Virtanen und Antti Wirman bedient.

Musikalisch geht’s auf „Accept The Fact“ hauptsächlich sehr vorhersehbar zu. Das Album bietet den typischen Stilcooktail aus solide gespieltem Melodic Metal, gelegentlichen Powermetalpassagen und entfernt an den Prog erinnernde Instrumentalabfahrten. Natürlich alles garniert mit den typischen Hooklines, die zwar schnell ins Ohr gehen, in dieser Konzentration es jedoch auch schnell wieder verlassen. Gute Ansätze gibt es zuhauf, z.B. in „Puppet“ oder „Lying Delilah“, in welchen die Refrains wirklich gefallen. Hier wünsche ich mir jedoch kompositorisch etwas mehr Tiefgang, ein Ausbrechen aus den typischen Genreklischees. Die Stücke sind meist eher kurz und sehr kompakt gehalten und nach dem altbekannten Schema aufgebaut. Das wirkt dann zu Beginn zwar alles sehr zugänglich und nett, verliert aber schnell seinen Reiz.

Die Keyboardssounds treffen insbesondere bei den Instrumentalstücken überhaupt nicht meinen Geschmack, sind mir viel zu „quietschig“ und übertrieben. Es kann allerdings sein, dass ich hier durch meine Prog-Ursprünge andere Maßstäbe setze. Da ich jedoch ein Keyboardfreak bin, reagiere ich hier besonders empfindlich.
Hinzu kommt, dass das Album mit 39 Minuten Spielzeit arg kurz geraten ist, zumal sich mit dem ebenfalls als Single ausgekoppelten „Somebody’s Watching Me“ auch noch ein Coversong von Rockwell unter diese neun Tracks geschlichen hat. Gerade dieser 80er Funkhit jedoch wirkt unter dem hier anwesenden Songmaterial am frischesten und eigenständigsten. In der Tat eine schöne metallische Interpretation und neben „Lying Delilah“ mein Anspieltipp.

Insgesamt habe ich leider den Eindruck, dass hier nur halbherzig zu Werke gegangen wurde. Sicherlich wird „Accept The Fact“ seine Zielgruppe zufriedenstellen, allerdings wäre meiner Ansicht nach in vielerlei Hinsicht, wie schon oben erwähnt, mehr drin gewesen. So hat man leider das Gefühl, sein hart verdientes Geld für etwas Halbgares ausgegeben zu haben.

Bewertung: 6 / 10

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