CD-Review: Whitechapel - Whitechapel

Besetzung

Phil Bozeman – Gesang
Ben Savage – Gitarre
Alex Wade – Gitarre
Zach Householder – Gitarre
Gabe Crisp – Bass
Ben Harclerode – Schlagzeug

Tracklist

01. Make It Bleed
02. Hate Creation
03. (Cult)uralist
04. I, Dementia
05. Section 8
06. Faces
07. Dead Silence
08. The Night Remains
09. Devoid
10. Possibilities Of An Impossible Existence


Wenn es um Metal oder Musik im Allgemeinen geht, ist häufig von musikalischer Entwicklung die Rede. Bei einer Band wie WHITECHAPEL mag man das gerne von vornherein in Abrede stellen, denn die haben ja mal „diesen Deathcore“ gespielt. Ja, genau den, mit Breakdowns und Pig Squeals und so weiter. Andererseits hat das Sextett (immer noch mit drei Gitarristen) aus Tennessee von „This Is Exile“ zu „A New Era Of Corruption“ durchaus einen Stilwechsel vollzogen: Weniger Hardcore, mehr purer Death Metal. Diesen Trend setzen sie auf dem nun selbstbetitelten Album fort.

Überhaupt – wer es schafft, in ein Death-Metal-Album Pianos auf überzeugende Art und Weise einzuarbeiten, kann schon von sich behaupten, nicht ideenlos zu sein. Von Streichern untermalt steigern sich die Melodien in „Make It Bleed“ in ein Crescendo, bevor die Keule ausgepackt wird. Zwischendrin wird mit Akustikpassagen für Stimmung gesorgt, während Fronter Bozeman sich gewohnt guttural die Seele aus dem Leib gurgelt. Das Beste: WHITECHAPEL wissen diesen guten ersten Eindruck zu untermauern. Nicht zuletzt, weil die Gitarristen Savage, Wade und Householder bereits in „Make It Bleed“ melodische Riffs aus dem Ärmel schütteln, als wären es Cornflakes. Auch setzen die einzelnen Bandmitglieder mit Hilfe von Soli und gut platzierten Double-Bass-Salven Akzente.
Dazu hat die Rhythmusfraktion einige verdammt schleppende, düstere Riffs im Gepäck („I, Dementia“) und die obligatorischen, hardcorelastigen Grooves verleihen der Vorab-Single-Auskopplung „Hate Creation“ und dem wuchtigen „The Night Remains“ eine eingängige Note. Während das Instrumental „Devoid“ völlig unspektakulär bleibt, ist der Rausschmeißer „Possibilities Of An Impossible Existence“ dank simpler, aber atmosphärischer Riffs im Refrain ein echtes Highlight geworden und klingt genauso aus, wie das Album beginnt – mit Pianos.

Ein wenig fehlen mir auf „Whitechapel“ aber die herausragenden Songs – das Album als Ganzes ist ein stimmiges Werk mit einer dichten Atmosphäre, überzeugenden Strukturen und Arrangements und beinhaltet nebenbei alle Stilelemente, die die Band bekannt gemacht haben. Den letzten Kick verpasst „Whitechapel“ einem daher nicht, fügt sich aber trotzdem gut in die Band-Diskographie ein.

Bewertung: 7 / 10

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