CD-Review: Wizard - Metal In My Head

Besetzung

Sven D'Anna - Gesang
Michael Maass - Gitarre
Tommy Hartung - Gitarre
Arndt Ratering - Bass
Sören Van Heek - Schlagzeug

Tracklist

01. I Bring Light Into The Dark
02. Metal Feast
03. Metal In My Head
04. Victory
05. 30 Years Of Metal
06. We Fight
07. Whirlewolf
08. Years Of War
09. Firesword
10. Destiny


Wirklich erfolgreiche True-Metal-Bands gibt es in Deutschland nur wenige, um ehrlich zu sein sogar nur zwei: Majesty und WIZARD. Und nachdem erstere spätestens mit ihrer letzten Platte und dem damit verbundenen Stilbruch die Mehrheit ihrer langjährigen Fans verprellt haben dürften, bleiben nur noch die Bocholter um Sänger Sven D’Anna übrig. Die machen auch keinerlei Anstalten, irgendetwas an ihrem zu gleichen Teilen peinlichen wie authentischen Auftreten zu ändern – ganz im Gegenteil: Unlängst feierten WIZARD ihren 30. Geburtstag (!) mit einer wirklich charmanten Banddokumentation und machten deutlich, dass sie voll und ganz zu ihren Wurzeln stehen. Ganz ohne Veränderung geht es allerdings auch für sie nicht, denn im Vorfeld der Veröffentlichung von „Metal In My Head“ nahm Gitarrist Dano Boland seinen Hut und wurde durch Tommy Hartung ersetzt.

Und wie die Band zu ihren Wurzeln steht: Angefangen beim fremdschäm-gefährdeten Intro-Erzähler von „I Bring Light Into The Dark“, der direkt an die Zeiten von „Hammer, Bow, Axe And Sword“ von ihrem dritten Album denken lässt, werfen WIZARD hier alles in die Waagschale, was ihren Sound ausmacht. Damit ist „Metal In My Head“ zwar von Klischees geradezu durchzogen, die Bocholter schaffen es aber auch, sich von ihrer denkbar besten Seite zu zeigen. Schon der mitreißende Opener hat viel von ihrem unangefochten besten Album „Head Of The Deceiver“ (2001) und auch im weiteren Verlauf der Platte gelingt es der Band durchweg, das Feeling ihres Referenzwerkes wiederzubeleben. Es soll auch gar nicht unterstellt werden, dass dies das Ziel gewesen wäre, aber „Metal In My Head“ ist schlicht das erste Album der Band seit 20 Jahren, das im Hinblick auf Songwriting und Darbietung an besagte Platte heranreicht.

Der Grund dafür ist schnell gefunden: WIZARD klingen auf „Metal In My Head“ geradezu entfesselt und schäumen vor Spielfreude schier über. „Fallen Kings“ war sicher kein schlechtes Album, aber verglichen mit einem frischen Werk wie diesem wirkt es geradezu angestrengt. Es scheint, als habe der eingangs erwähnte Besetzungswechsel die Formation regelrecht befreit. In Songs wie „Metal Feast“ oder „Firesword“ bieten WIZARD edelstes Riffing, „Years Of War“ und „Destiny“ entpuppen sich vom ersten Ton an als mitreißende Stampfer und im epischen „Victory“ gibt es astreinen Power Metal – sogar die Ballade „Whirlewolf“ ist überraschend gut gelungen, was in diesem Genre alles andere als selbstverständlich ist. Die True-Metaller schaffen es auf „Metal In My Head“, ihrem Sound in jeder Hinsicht treu zu bleiben und dank abwechslungsreicher Songs und einem mehr als glücklichen Händchen bei der Komposition nie der Selbstkopie schuldig zu werden.

Was also ist neu? Hauptsächlich, dass WIZARD zu alter Form zurückgefunden haben. „Metal In My Head“ bringt die Band weg vom Sound ihrer letzten beiden Platten und zurück zum Stil ihrer bis dato stärksten Phase – mehr Riff-Attacke und gradlinigere Songs. Gerade der Wechsel an der zweiten Gitarre ist aber deutlich spürbar: „Metal In My Head“ ist nicht nur voll von energetischen Gitarrensoli, sondern bietet obendrein mehr pathosschwangere Dual-Gitarren, als es jemals zuvor bei WIZARD gab. Ansonsten machen die Herren hier das, was sie eigentlich schon immer gemacht haben, nur diesmal eben besonders gut – was will der Fan mehr?

WIZARD machen niemandem etwas vor. Diese Truppe hat sich dem urtypischen True Metal verschrieben und genau das bekommt man auch mit „Metal In My Head“. Dabei lassen die Bocholter kein Klischee aus, liefern aber auch keinen einzigen schlechten Song ab. WIZARD verkaufen sich 2021 mit derart viel Authentizität und aufrichtigem Spaß an der Sache, dass man sich dem Charme ihrer Musik kaum entziehen kann. Die True-Metaller haben seit „Of Wariwulfs And Bluotvarwes…“ kein derart gutes Album mehr geschrieben und klangen seit „The Head Of The Deceiver“ nicht mehr derart authentisch, frisch und abwechslungsreich. Wenn sie es vorher nicht schon waren, dann steigen WIZARD mit dieser Platte zu Deutschlands bester True-Metal-Band auf.

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Bewertung: 8.5 / 10

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