CD-Review: Wolfenmond - Finisterre – Die Reise ans Ende der Welt

Besetzung

Christian Weissenberger - Sackpfeife, c-Schalmei, Gesang, Waldzither, Hümmelchen, Drehleier, Davul, Saz
Sonja Weissenberger - Trumscheid, Gesang, Cornamuse, Davul, Drehleier
Philipp Billion - Drehleier, Trommel, Gesang, Renaissance-Laute, al'Ud
Susanne Lang - Tar, Gesang, Altflöte, Sopranflöte, Sopranino, Bassflöte

Tracklist

01. Ach got, wär ich ain pilgerein
02. In gotes namen fara wir
03. Les très doulx jeux
04. Ma dame que j'ayme
05. Tourdion
06. Quant je suis mis au retour
07. Stella splendens
08. O virgo splendens
09. Santa Maria, strela do dia
10. Quen dona firmosa
11. Finisterre


Darf es auch mal ein Konzeptalbum sein? „Finisterre – Die Reise ans Ende der Welt“ von WOLFENMOND behandelt die Pilgerreise des Patriziers Sebastian Ilsung nach Santiago de Compostella im Jahre 1446. Um dieses zu vertonen, wählten die zwei Damen und zwei Herren zeitgenössische Stücke und Passagen aus der Handschrift eben jenes Sebastian Ilsungs aus. Das „Ensemble Wolfenmond“ steht insofern zu einem deutlichen Kontrast zu den „Spielleuten Wolfenmond“ und vielen anderen Bands der Szene, als dass deutlich weniger Sackpfeifen und dafür mehr Gesang, Flöten und Saiteninstrumente zur Verwendung kommen. Der Gesamteindruck dieses Silberlings fällt also um einiges ruhiger im Vergleich zu Lärmgewittern wie Saltatio Mortis oder Cultus Ferox aus. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, so zeigen WOLFENMOND – wenn auch zaghaft oder mal ganz orientalisch – am bekannten Beispiel „Tourdion“, dass sie auch das können. Ansonsten haben wir es mit ruhigen, besinnlichen und athmosphärischen Stücken zu tun, wo „das Mittelalter“ auch mal ganz anders klingen kann, als die zahlreichen Marktspielleute es uns weismachen wollen.
Handwerklich zeigt sich der Vierer einwandfrei. Wie man an der Besetzung sehen kann, kommen sehr, sehr viele verschiedene Instrumente zur Geltung und auch mit Gesängen spart man nicht. Ebensowenig an Ausstattung: Das mir vorliegende Digipack enthält neben den Texten noch verschiedene Infos und Zitate über und vom Protagonisten.

Was bleibt da an Kritik? Allenfalls kann man sagen, dass in den stellenweise sehr ruhigen Passagen die Aufmerksamkeit des Höhrers gerne mal abschweift. So mag man zum Schluss von „O virgo splendens“ versucht sein, die „Skip“-Taste zu drücken, weil die lange A-Capella-Passage einfach nicht enden will. Aber dies hängt natürlich mit dem Anspruch dieses Werkes zusammen, dass sich offensichtlich eher als E- denn als U-Musik begreift. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein unterhaltsames Stück Musik, welches zwar nicht über volle 52 Minuten fesselt, aber dafür mal eine tolle Alternative zeigt, wie mittelalterliches Liedgut wiederbelebt werden kann.

Bewertung: 8.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: