CD-Review: Dvalin - Aus dem Schatten

Besetzung

Nico - Gesang
Thomas - Gitarre
Josef - Gitarre
Moe - Bass
Sebi - Schlagzeug
Matze - Dudelsack, Drehleier
Muscus - Dudelsack, Schalmei, Keyboards

Tracklist

01. Das Heer aus der Tiefe
02. Redeemed By Oblivion
03. Omen, Pt. 1
04. Schöpfer des Nichts
05. Ostara
06. Zwergenvolk
07. Schrecken des Waldes
08. Skaldenfest
09. Omen, Pt. 2
10. Unter den Eichen


Pagan Metal ist keineswegs ein einheitliches Subgenre. Neben Bands wie Menhir oder den leider mehr oder weniger aufgelösten Hel, welche die Themen der nordischen Mythologie durchaus seriös behandeln, gibt es Gruppen wie Ensiferum, die ihre Musik mit Gute-Laune-Faktor und einer ordentlichen Portion Augenzwinkern versehen. Beides ist, je nach Stimmung, gut hörbar und nun steht mit DVALIN eine neue Band in den Startlöchern, die mit ihrem Debütalbum „Aus dem Schatten“ der zweitgenannten Richtung angehört.

DVALIN bieten hierbei so ziemlich alle gängigen Vorurteile des von Kritikern oftmals abschätzig „Schunkelmetal“ genannten Subgenres. Angefangen beim Bandnamen, der aus der nordischen Mythologie stammt (kleine Nerd-Info: Dvalin taucht in den vorchristlichen nordischen Mythen einerseits als Zwergenschmied, andererseits als Hirsch, der im Weltenbaum Yggdrasil lebt, auf) über das folkige, mit Instrumenten wie Dudelsack und Drehleier versehene Soundgewand bis hin zum vortrefflich gegrunzten und gekeiften Gesang. Auch thematisch bleibt man der Linie treu und bietet Texte unter anderem über siegreiche Schlachten („Omen, Pt. 2“) und natürlich zünftige Saufgelage („Unter den Eichen“). Während der geneigte Fan des partytauglichen Heidenmetals voll auf seine Kosten kommt, könnten böse Zungen behaupten, dass DVALIN sich stupide eines Klischees nach dem anderen bedienen, um ein bestimmtes Klientel an Hörern abzugreifen. So oder so, entscheidend ist, dass der zugegebenermaßen durchaus etwas klischeehafte Metal, den DVALIN auf ihrem Erstling zelebrieren, eine Menge Spaß macht. Die Songs gehen ins Ohr und sorgen für Stimmung und gute Laune. Das gilt auch für die instrumentalen Stücke, derer es drei auf dem Silberling gibt und die nicht, wie oftmals leider der Fall, nur Füller in Form von Regengeräuschen oder Windhauchen darstellen, sondern tatsächlich, trotz des fehlenden Gesangs, wie vollwertige Nummern wirken.
Das alles hätte so schön sein und ein hervorrandes Album ergeben können, wenn „Aus dem Schatten“ nicht unter einem Problem leiden würde: Die Platte braucht eine ganze Weile, bis sie wirklich an Fahrt aufnimmt und mitreißt. Genauer gesagt ist es die erste Hälfte, die ebenfalls gutes Material bietet, aber auf lange Sicht etwas vor sich hin plätschert, ohne allzu interessant zu wirken. Glücklicherweise ändert sich das ab der Mitte des Werks, wo den Hörer Songs wie „Zwergenvolk“ oder „Unter den Eichen“ erwarten, einer besser als der andere. Diese enorm starke zweite Albumhälfte hebt die Qualität des Gesamtwerks angenehm nach oben, diese leidet jedoch etwas unter dem ersten Teil, der mitnichten schwach ist, aber mit dem, was noch folgt, nicht ganz mithalten kann.

Unterm Strich machen DVALIN mit „Aus dem Schatten“ nicht viel verkehrt. Das Album bietet eingängigen und launigen Pagan Metal, der trotz eines hohen Folk-Anteils auch die nötige Härte nicht vermissen lässt. Dennoch muss man auf die wirklich hervorragenden Songs, die es besonders machen, etwas warten. Es ist dementsprechend zu hoffen, dass DVALIN es in Zukunft schaffen, durchgehend so hohe Qualität abzuliefern wie auf der zweiten Hälfte ihres insgesamt gelungenen Debütalbums.

Bewertung: 7 / 10

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