CD-Review: The Pleasures - Oh Yeah Revolution

  • Veröffentlichung: 2009
  • Label: Dockyard 2
  • Spielart: Rock
Besetzung

Dancette Pleasure - Gesang, Synthesizer
Lord Pleasure - Gitarre, Gesang
Neo Patra Pleasure - Gitarre
Sensai Pleasure - Bass
Disco Pleasure - Schlagzeug

Tracklist

01. Awesomesauce
02. Parade Parade (2009)
03. Some Like It Rock
04. Freedom
05. Skullhammer
06. Honeymoon in Venice (2009)
07. When You're Dead
08. October 29
09. Children Of The Revolution
10. Voyeur
11. Juicy Jacuzzi
12. Please Don't Let The Music Die
13. Glitter Doesn't Sparkle Without Light
14. Off The Wire


„Oh Yeah Revolution“ ist das erste reguläre Album der Glamrocker THE PLEASURES, nachdem sie bereits kurz nach der Bandgründung 2005 die EP „Cuming Out“ veröffentlichten und außerdem bei Live-Auftritten eine CD mit dem augenzwinkernden Titel „Greatest Hits“ verkaufen. Ich hätte beim ersten Anblick der Truppe außerdem gewettet, dass sie aus der neuen Hard- und Glamrockhochburg Schweden kommen. Weit gefehlt, Hamburger Jungs sind es, die den Glam mit ihrem schon etwas tuntigen…pardon!…ich meine natürlich androgynen Aussehen ins extrem treiben.

Das wirkt sich aber keineswegs negativ auf die Qualität der Musik aus, denn was das Quintett da vom Stapel lässt, hat kompositorisch Hand und Fuß. Die Songs sind abwechslungsreich und gut durchdacht. Manchmal erinnert es stark an Billy Idol (besonders, weil Sänger Dancette mitunter astrein nach Billy klingt), dann sind da die eingängigen Glam- und Sleazerock-Nummern und ein allgegenwärtiger Hauch skuriller Rocky-Horror-Picture-Show-Anleihen, aber auch kräftige Groover gehören zum Repertoire. Darüberhinaus findet man leichte Einflüsse von Funk, Swing, Blues und einen Hauch Pop.
Unter den 14 Songs gibt es eigentlich keinen wirklichen Ausfall. Es ist jetzt nicht alles der absolute Hammer, was die Hamburger abliefern, doch wird ein durchgehend gutes Level gehalten. Dass die Songs schön unterschiedlich rüberkommen, ist ein Garant für Abwechslung und langanhaltenden Spaß. Man hat auch den Eindruck, als würden die Kompositionen so locker-flockig aus dem Ärmel fließen, weil sie zumeist durch die Einfachheit, die Beschwingtheit und die Geradlinigkeit überzeugen können. Doch man kann davon ausgehen, dass ein schwieriger und wohlüberlegter Songwriting-Prozess dahintersteckt.
Von den Songs gefallen mir das wie eine Hommage an Billy Idol klingende „Some Like It Rock“, das emotionalere „Freedom“, das kraftvolle „Skullhammer“, das funkig-swingende „Honeymoon In Venice (2009)“ und der straighte Hardrocker „Juicy Jacuzzi“ am Besten. Auf jeden Fall finde ich es klasse, wieviel Vielfalt THE PLEASURES auf dem Album unterbringen und dass die Stücke trotz dieser reichhaltigen Anleihen zünden können. Auch die druckvolle Coverversion des altbekannten T.-Rex-Klassikers „Children Of The Revolution“ ist sehr gelungen.

„Oh Yeah Revolution“ ist ein gutes Album, dass geradlinigen Rock mit reichhaltigem Glam-Feeling und vor allen Dingen mit viel Fun und unerwarteten musikalischen Finessen verbindet. Die technische Seite ist einwandfrei. Die Gesangsleistung von Dancette darf man dabei aber ruhig noch extra erwähnen. Seine Stimme ist variabel und hat gleichzeitig viel Markanz. Das Timbre drückt den Stücken auch einen Stempel mit Wiedererkennungswert auf.
Wer ein vielfältiges Glamrockwerk sucht, dass außerdem einige Überraschungen bereit hält, ist bei THE PLEASURES mit „Oh Yeah Revolution“ völlig richtig. Die Hamburger starten mit ihrem Debut gleichmal ordentlich durch. Hört unbedingt mal rein.

Bewertung: 7.5 / 10

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