Review Amalekim – Shir Hashirim

  • Label: Avantgarde
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Black Metal

Black Metal ist ein fantastisches Genre. Was mit Schwertern, Morgensternen, brennenden Kirchen und Pandas im Wald anfing, hat sich mittlerweile inhaltlich und stilistisch weiterentwickelt. Immer öfter geht es im Black Metal um das Leben an sich, Poesie, Transzendenz, im Kern ist der Tenor fast schon „vermenschlicht“ gegenüber dem bösartigen Unterbau durch die Musik.

Bands wie SCHAMMASCH, BATUSHKA, UADA oder PANZERFAUST stellen an ihre Hörer nicht einfach die Erwartung des Gefallens. Sie „zwingen“ ihr Publikum zur Auseinandersetzung mit dem, was erzählt wird. Ein weiteres Beispiel für diese Intellektualität in Kombination mit Zorn sind AMALEKIM. Der Vierer hat mit „Shir Hashirim“ sein derweil drittes Full-Length-Album vorgelegt. Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Titel so viel wie „Das Lied der Lieder.“ Es behandelt die Parabel der zwei Mütter und Solomon und nimmt damit erneut ein Thema voller pervertierter Macht, Schmerz und moralischer Ambivalenz in den musikalischen Kontext. Wo gerade davon gesprochen wird: Was die Lieder auf „Shir Hashirim“ angeht, so lässt der melodische Black Metal, den AMALEKIM darbieten, wenig Grund zur Beanstandung.

Ein wichtiger Unterschied zu anderen Bands mit mythologisch-philosophischem Anstrich ist, dass die Band es vermeidet, sich zu arg in atmosphärischen Spielereien zu verirren. Die Songs auf „Shir Hashirim“ bewegen sich im Fahrwasser von BEHEMOTH, AARA und GAEREA und sind damit überraschend geradlinig. AMALEKIM schaffen es mühelos, eine eigene Atmosphäre aufzubauen. Das Album steckt voller breitwandinger Melodien, ohne dass sich das Quartett daran verhebt, zu überfrachten. Gitarren, Drums und Bass geben sich sehr dynamisch und technisch einwandfrei die Klinke in die Hand und auch der Gesang funktioniert im besten Sinne seines Genres. So leben Songs wie „Chant I: Ra’al Zorem“ und „Chant IV: Sodot HaYekum“ neben den bereits erwähnten Melodielinien von wirklich durchdachtem Songwriting, bei dem jeder Tempo- oder Taktwechsel absolut stimmig wirkt. Titel wie „Chant V: Tanur Nitzchi“ und „Chant II: Shir Hashirim“ heben den dezent mythologischen Tenor, beispielsweise durch den Einsatz von Chören, noch etwas an. Das sorgt für angenehme Auflockerung.

Den einzigen Wermutstropfen, den man AMALEKIM einschenken kann, ist, dass die Songs auf „Shir Hashirim“ allesamt recht gleichförmig daherkommen. Ein wenig mehr Abwechslung, vielleicht auch der eine oder andere ruhige Moment hätte dem aktuellen Rundling der Truppe sicher gutgetan. Zusammengenommen ist „Shir Hashirim“ aber nicht weniger als ein wirklich großartiges Album im melodischen Black Metal, das ganz sicher jeden Fan der oben genannten Bands für sich einnehmen wird.

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Wertung: 8 / 10

Philipp Sorger

Publiziert am von

2 Kommentare zu “Amalekim – Shir Hashirim”

    1. Huch, danke für den Hinweis, Jan. xD
      Erledigt. Natürlich ist das Album alles andere als für den A****, aber hey….Koalas sind jetzt ja nun wirklich nicht weniger als ärmere Pandas.

      Viele Grüße

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