Seit sie 2014 ihr Debüt „Firestorm“ veröffentlichten, erlebten AMBUSH zumindest innerhalb der NWOTHM einen geradezu kometenhaften Aufstieg. Von Album zu Album wurden die Loblieder lauter, die Presse und Fans den Schweden sangen, weshalb es wohl nur eine Frage der Zeit war, wann die Truppe von einem größeren Label aufgelesen wird. So nun geschehen, denn inzwischen hat der österreichische Global Player Napalm Records die Band in seinen Künstlerkatalog aufgenommen. Das Label-Debüt ließ nicht lange auf sich warten, denn mit „Evil In All Dimensions“ ist gerade der vierte Langspieler der Formation erschienen.
AMBUSH haben in den letzten elf Jahren nie auf der Stelle getreten und ihren Sound von Album zu Album weiterentwickelt. Auch auf „Evil In All Dimensions“ verstehen sich die Schweden nach wie vor als Heavy-Metal-Band der alten Schule, doch auch hier soll die Hörerschaft die eine oder andere Überraschung erleben. Klar, mit gradlinigen Nummern wie „Iron Sign“, „Come Angel Of Night“ oder „Bending The Steel“ gibt es auch auf dieser Platte wieder einige Nummern, die mit ihrem Edel-Riffing knietief im Fahrwasser von JUDAS PRIEST stecken, sie sind aber bei all ihrer Qualität nicht das, was an „Evil In All Dimensions“ wirklich aufhorchen lässt.
Dafür offenbart sich gleich zu Beginn des Albums, dass AMBUSH diesmal deutlich mehr Wert auf Atmosphäre gelegt haben. Schon der überaus eingängige Titeltrack versprüht mit seinen Melodien dezenten KING-DIAMOND-Charme und das folgende „Maskirovska“ erinnert nicht nur an die dänischen Grusel-Könige, sondern auch an die Doom-Legenden CANDLEMASS. Dabei handelt es sich glücklicherweise nicht um bloßes Abkupfern; vielmehr haben die Schweden ihren eigenen Sound um Elemente der genannten Vorbilder und damit um eine spannende Facette erweitert.
Die größte Überraschung kommt in Form des balladesken „I Fear The Blood“ – eine derart gefühlvolle, durchkomponierte Nummer hat man von dieser Band bestimmt noch nicht gehört und sie ist definitiv einer der besten Songs auf „Evil In All Dimensions“. Mit dem rockigen „The Reaper“ präsentieren sich AMBUSH obendrein einmal im Stadionformat und auch das steht der Truppe aus Växjö bestens zu Gesicht. Davon abgesehen bleibt auch auf Album Nummer vier alles beim Alten, denn die Riffs sind wie gewohnt maximal authentisch, die Leads ebenso anspruchsvoll wie melodiös und das Ganze wird in eine zeitgemäß druckvolle Produktion verpackt.
Es ist wirklich schön, dass AMBUSH sich trotz des Wechsels zu Napalm Records in jeder Hinsicht treu geblieben sind. Zwar ist auf „Evil In All Dimensions“ durchaus eine stilistische Entwicklung zu erkennen, diese fühlt sich jedoch absolut natürlich an. Die Schweden beweisen auf ihrem vierten Album nicht nur den Mut, Neues auszuprobieren, sondern spielen obendrein sämtliche ihrer Stärken aus. Das Ergebnis ist ein verflucht gutes Heavy-Metal-Album, das AMBUSH-Fans weder mit „mehr vom Gleichen“ langweilen noch mit einem zu gravierenden Stilbruch vor den Kopf stoßen wird. Alles richtig gemacht.
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Wertung: 8.5 / 10


