CD-Review: Ambush - Firestorm

Besetzung

Oscar Jacobsson - Gesang
Adam Hagelin - Gitarre
Olof Engkvist - Gitarre
Ludwig Sjöholm - Bass
Linus Fritzson - Schlagzeug

Tracklist

01. Firestorm
02. Ambush
03. Hellbound
04. Don’t Shoot (Let 'Em Burn)
05. Close My Eyes
06. Molotov Cocktail
07. Heading East
08. Master Of Pain
09. Natural Born Killers


Das Cover von "Firestorm" von Ambush

Während die derzeit so gefragten Jung-Thrasher vornehmlich aus England und Amerika kommen, hat Schweden ganz offensichtlich das Monopol auf jugendliche Traditionsmetaller erhoben: Nach Steelwing und Enforcer drängt mit AMBUSH nun schon die nächste Band, die sich ganz und gar dem schwermetallenen Sound alter Tage verschrieben hat, ins Licht der Öffentlichkeit – und zwar mit ihrem neuen Album „Firestorm“.

Ohne lästiges Intro findet „Firestorm“ dabei einen ziemlich direkten Einstieg und mit seinem treibenden NWOBHM-Riffing in Verbindung mit der Stimme von Frontmann Oskar Jacobsson erinnert der Titeltrack sofort an Judas Priest zu „British Steel“-Zeiten. Wie viele ihrer Landsleute machen auch AMBUSH also wenig bis keine Anstalten, das Genre zu revolutionieren, sondern wenden ihren Blick vornehmlich in die Vergangenheit.

Die Schweden orientieren sich mit Nummern wie „Ambush“, „Don’t Shoot (Let Them Burn)“ oder „Heading East“ an so ziemlich allem, was während der 80er vor allem die britische Heavy Metal-Szene bevölkert hat und geben sich redlich Mühe, diesen Sound möglichst authentisch zu reproduzieren – mit Erfolg. Anders als bei Steelwing standen im Falle von AMBUSH dabei nicht Iron Maiden, sondern wie eingangs erwähnt eher Judas Priest sowie Raven oder Diamond Head Pate. Die Individualität bleibt dabei freilich weitestgehend auf der Strecke, aber das ist etwas, was die Herren vermutlich mehr als billigend in Kauf nehmen.

Und ein Album wie „Firestorm“ gibt ihnen recht: Mit Songs wie dem stampfenden „Hellbound“ oder auch „Molotov Cocktail“ feuern AMBUSH durch die Bank gelungene Riffs aus der Hüfte, die ihren Vorbildern in jeder Hinsicht Respekt erweisen. Bisweilen erinnert das Treiben der Schweden an Enforcer oder Skull Fist, wenngleich es bei AMBUSH deutlich weniger technisch zugeht. Allerdings braucht auch diese Band ihre instrumentalen Fähigkeiten kaum vor der Konkurrenz zu verstecken, denn auch auf „Firestorm“ finden sich feurige Leadgitarren und mitreißende Melodien zuhauf. Die Produktion dieses Albums arbeitet der Authentizität der Herren AMBUSH ebenfalls zu, denn das leicht scheppernde Schlagzeug und die erdigen Gitarren klingen stets irgendwie nach Schallplatten-Ära und verhelfen AMBUSH so genau zum richtigen Sound.

Auf „Firestorm“ machen AMBUSH eigentlich gar nichts falsch und liefern ein in jeder Hinsicht überdurchschnittliches Heavy Metal-Album ab. Allerdings berauben sich die Schweden ganz absichtlich eines großen Teils ihrer Eigenständigkeit, um möglichst nah an ihre Vorbilder heranzukommen. Fans traditioneller Härte werden ihnen das sicher danken und können mit „Firestorm“ nichts falsch machen.

Bewertung: 6.5 / 10

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