Das Cover von "Never A Prophet In Your Own Land" von Cloven Hoof

Review Cloven Hoof – Never A Prophet In Your Own Land

  • Label: High Roller
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Heavy Metal

Ehe 1990 der erste Split kam, waren CLOVEN HOOF eine der vielversprechendsten Bands der New Wave Of British Heavy Metal und lieferten mit „Dominator“ (1988) und „A Sultan’s Ransom“ (1989) Alben für die Ewigkeit. Angeführt vom einzigen verbliebenen Gründungsmitglied Lee Payne ist die Truppe seit 25 Jahren wieder aktiv und offenbar hat Mr. Payne den richtigen Riecher für Geschäftliches und Songwriting, denn die  Formation erfreut sich in der Szene nach wie vor großer Beliebtheit. Vor drei Jahren gelang dem Mann ein weiterer Coup, denn er konnte den u. a. durch JAG PANZER und TITAN FORCE bekannten Sänger Harry Conklin als  neuen Frontmann für CLOVEN HOOF gewinnen. Normalerweise halten solch hochkarätige Allianzen nicht besonders lange, doch die Briten veröffentlichen mit „Never A Prophet In Your Own Land“ nun schon das zweite Album mit dem „Tyrant“ am Gesang.

Die Verpflichtung von Harry Conklin als Sänger war nach wie vor die beste Entscheidung, die CLOVEN HOOF nach der Trennung von George Call treffen konnten – das wird schon im rasanten Opener „Terror From The Skies“ deutlich. Wie auch das hymnische „The Bigger They Are“ zeigt, fügt sich der markante Gesang des JAG-PANZER-Frontmanns mit der erklärten Liebe zur NWOBHM  perfekt in den epischen und doch rockigen Sound der Truppe ein. Trotz nicht mehr ganz jugendlichen Alters überzeugt der Sänger dabei mit enormer Stimmgewalt und ist auch noch immer zu beeindruckenden Screams in der Lage. Eigentlich weiß man das alles schon seit „Heathen Cross“, doch es begeistert auch auf „Never A Prophet In Your Own Land“ wieder ab der ersten Sekunde.

„Episch und doch rockig“ beschreibt den Sound der Platte dabei in der Tat recht treffend. Die Briten liefern in Nummern wie „Conquistador“ oder dem DEEP-PURPLE-mäßigen „Gypsy Roller“ (inklusive unverschämt cooler Hammondorgel) durchweg edelstes Riffing britischer Prägung, das ab dem ersten Ton in den Taktfuß fährt. Dabei scheuen CLOVEN HOOF oftmals auch nicht vor einer gewissen Theatralik zurück, die etwa im Titeltrack oder „Iron Mask“ und „Flying Dutchman“ durch mitunter ausladende Synthie-Streicher entsteht. Ehe diese Überhand nehmen können, werden sie jedoch jedes Mal wieder von entsprechend bratenden Gitarren eingehegt. Vor allem in „Never A Prophet“ zeigt sich zudem, dass IRON MAIDEN nach wie vor das größte Vorbild der Band sind, wenn sie nach Inspiration sucht.

Die einzelnen Bauteile von „Never A Prophet In You Own Land“ – Gesang, Riffs und Soli – bewegen sich also auf höchstem Niveau, doch wie sieht es mit dem Songwriting als Ganzem aus? Auch hier muss man CLOVEN HOOF für ihr neues Album neidlos die Bestnote ausstellen. Die Songs fallen trotz bzw. dank der erwähnten Mixtur absolut stimmig aus und kommen stets mit viel Bombast aber ohne unnötiges Beiwerkt auf den Punkt. Im Ganzen ist wirkt die Platte wie aus einem Guss, allerdings fallen die zehn Songs untereinander angenehm abwechslungsreich aus und es gibt auf „Never A Prophet In You Own Land“ so manches zu entdecken, sodass über knapp 50 Minuten Spielzeit nie Langeweile aufkommt.

CLOVEN HOOF haben in den letzten zehn Jahren ohnehin kein schwaches Album veröffentlicht, aber sie alle verblassen im Vergleich zu „Never A Prophet In Your Own Land“. Mit einem Mix aus viel britischen 80er-Metal, einer gehörige Priese von bühnenreifem Pathos und hier und da der Attitüde des Classic Rock der 70er ist der Band um Basser Lee Payne ein herrlich abwechslungsreiches Werk gelungen. Abgerundet wird das Ganze vom erwartbar überragenden Gesang des prominenten (nicht mehr ganz so) neuen Frontmanns und fertig ist ein Album mit ganz vielen Höhepunkten und keinem einzigen Tiefpunkt. Absoluter Pflichtkauf für alle CLOVEN-HOOF- und NWOBHM-Fans!

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Wertung: 9 / 10

Thomas Meyns

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