Review Servant – Lux Ex Inferis

  • Label: AOP (Art Of Propaganda)
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Black Metal
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SERVANT aus Niedersachsen gehören zu den Bands, die es innerhalb kurzer Zeit geschafft haben, sich relativ bekannt zu machen. Das ist gerade in der Zeit von Spotify und Höher-Schneller-Weiter nicht mehr selbstverständlich. Wie selbstverständlich hat die Formation seit ihrer Gründung 2021 drei Alben vorgelegt und präsentiert jetzt, gerade einmal zwei Jahre nach dem großartigen „Death Devil Magick“, ihr neues Album „Lux Ex Inferis“.

Übersetzt bedeutet der Albumtitel in etwa „Licht aus der Unterwelt“, was zum einen die Düsternis dessen, was man sich als Unterwelt vorstellt, pointiert und andererseits das Licht als Kontrast gegenüber dieser Dunkelheit ins Spiel bringt. Tatsächlich ist der Name des neuen SERVANT-Albums nämlich Programm. Den Einstieg macht „In Noctem“, und man spürt schon mit den ersten Tönen, dass hier gegenüber dem Vorgänger etwas anderes läuft. Unheilvolle Keyboardlinien eröffnen den Titel, der sich im Verlauf mit schleppenden Gitarren und reduziertem Schlagzeug zu einem langsamen und atmosphärischen Intro aufbaut.

„Tabula Rasa“ führt dann nicht nur das erste Feature ins Feld, hier mit P.G. von GROZA am Mikrofon, sondern es wird eindrücklich klargemacht, worum es SERVANT 2026 geht: mehr Melodie. Der Track zieht nach dem langsamen Einstieg spürbar an, und die flächigen, jedoch durchweg transparenten Gitarren hätten so auch auf jedem (guten) Post-Black-Metal-Album stattfinden können. Gleichzeitig wirkt die Band noch verbissener als auf „Death Devil Magick“. Ein Song wie „Thanatos, Embrace Of The Night“ vertieft diesen Eindruck zusätzlich. Dass SERVANT auch „tight“ können, ist nicht neu, und der geradlinige Charakter dieses Stücks stellt einen schönen Spiegel zu „Devil“ von 2024 dar. Der große Unterschied: Obwohl es sich eher im Hintergrund bewegt, wird das Keyboard bei SERVANT 2026 stellenweise sogar atmosphärischer Motivgeber und kontrastiert wunderbar die später ausbrechende Wut des Songs.

Die hinzugewonnenen Melodien und Harmonien ändern aber absolut nichts daran, dass SERVANT immer noch astreinen melodischen Black Metal spielen. Sehr stark herausgestellt wird das zum Beispiel durch „De Profundis“, wo sich die Atmosphäre dieser Tage mit der Düsternis der Vergangenheit zu etwas Neuem verbindet. Der keifende Gastgesang von Lethian (NORNIR) passt dabei unglaublich gut ins Bild.

Allgemein ist es erstaunlich, um wie viel komplexer und zugleich wendiger SERVANT auf „Lux Ex Inferis“ zu Werke gehen. „Stones, Sleep And Death“ etwa bringt über seine Gitarrenarrangements eine schöne Tragik ins Spiel und stellt gelegentliche Atempausen neben rasante Wut, während der Schlusspfiff düster voranprescht, ohne an Tiefe oder der jüngst neu etablierten Epik einzubüßen. Von Apophis‘ rasanten Drums über die markigen Gitarrenläufe und Stimmen von Farago und Samuel zu Thanatos‘ bauchigem Bass – noch nie klangen SERVANT derart schlüssig.

Was das Fazit angeht, so kann man es hier knapp halten. „Death Devil Magick“ hat sie definiert, die feinen Melodien zwischen all der konventionellen Düsternis. „Lux Ex Inferis“ geht noch einen, wenn nicht den Schritt weiter. SERVANT vertrauen jetzt vollends ihrem Gespür für große Melodien, ohne dabei an Biss zu verlieren. Ganz im Gegenteil sogar, es sind nämlich genau diese Säulen, Raserei und Wut, durchzogen von einer gewissen Schönheit, die dieses vierte Album der Band zu ihrem bisher stärksten macht.

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Wertung: 9 / 10

Philipp Sorger

Publiziert am von

2 Kommentare zu “Servant – Lux Ex Inferis”

    1. Hey Sebastian,

      das freut mich sehr. Ich hoffe, du hast noch viel Freude mit der aktuellen Platte und natürlich der Diskografie von Servant. Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Liebe Grüße
      Philipp | M1

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