Interview mit Chris Boltendahl von Grave Digger

Auf ihrer gemeinsamen Tour mit Therion zum neuen Album „Liberty Or Death“ konnten wir GRAVE DIGGER vor dem Konzert am 11. Febraur 2007 im Backstage in München in Form von Sänger Chris Boltendahl abgreifen und mit einem sympathischen und sehr gut aufgelegten Frontmann über das neue Album, die Tour, die Vergangenheit und die Zukunft sprechen.

Hallo Chris, vielen Dank erstmal, dass du dir für das Interview Zeit nimmst. Wie gehts denn so, im speziellen mit der Tour?
Gern geschehen. Ja, es läuft super. Wir sind ja jetzt schon fast dreieinhalb Wochen unterwegs, ich glaube, es gibt wenige Länder in Europa, die wir bisher noch nicht bereist haben, außer im Norden. Morgen geht es jetzt nach Tschechien und Polen, dann wieder zurück nach Deutschland, danach Holland und dann wieder nach Deutschland, wir haben also einen ganz originellen Tourplan. Nein, er läuft also wirklich gut.

Bis wann wird die Tour noch gehen?
Eine Woche noch.

Ist ja dann noch ganz schön viel zu fahren.
Ja, insgesamt waren es 16000 Kilometer, die ganze Tour.

Kommen wir doch gleichmal zum neuen Album: Meinst du, das Jahr Auszeit war relevant für die Qualität des Albums?
Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Also ich denke mal, wir machen immer das, was wir halt zu dem Zeitpunkt am besten machen können. Wir finden das Album auch sehr gelungen, es war jetzt drei Wochen in den Media Control Top 100 Charts und verkauft sich wesentlich besser als zum Beispiel „The Last Supper“ oder „Rheingold“. Deshalb denke ich mal, den Leuten wirds gefallen, sonst würden sie es ja nicht kaufen.

Ich habe beim neuen Album das Gefühl, das versucht wurde, durch die Texte sehr viel Aussage zu transportieren, was davor bei Grave Digger eher nicht so gegeben war, da ja immer eher mythische Sagenstoffe behandelt wurden, oder auch Geschichtliches, das aber nie in einem kritischen Licht gesehen wurde, wie es auf „Liberty or Death“ meiner Meinung nach der Fall ist.
Naja, ich meine, wir haben uns ja bei „Liberty or Death“ auch geschichtlicher Themen bedient. Ich schreibe die Texte immer aus meiner Sicht, früher habe die das ja noch mit Tommy gemacht, der jetzt bei Rebellion ist. Heute kommen sie mehr aus meiner eigenen Perspektive, vielleicht sind sie deswegen ein bisschen kritischer. Ich denke auch, das liegt daran, dass das aktuelle Zeitgeschehen natürlich Spuren bei interessierten Menschen hinterlässt. Daher denke ich, wird das auch unterbewusst immer wieder miteinfließen. Ich habe versucht, mich sehr an die geschichtlichen Fakten zu halten, ist natürlich nicht immer einfach bei Metalmusik. Wir sind halt auch nicht Rage Against The Machine, oder, keine Ahnung, wie die ganzen Truppen heißen, wir wollen mit unserer Musik unterhalten, das ist der erste absolute Oberfaktor. Es ist natürlich schwierig, da hinterher nicht mit dem erhobenen Zeigefinger dazustehen, das ist nicht unser Anliegen. Allerdings hat finde ich auch eine Band wie Grave Digger eine gewisse Verantwortung gegenüber den Fans, nicht nur blablabla zu machen, sondern auch den einen oder anderen Hintergrund mitzuteilen. Ich kann das natürlich nur aus meiner persönlichen Perspektive versuchen, ich bleibe zwar so neutral wie möglich, aber trotzdem bleibt der ein oder andere Unterton nicht aus.

Es geht also aber nicht darum, mit dem Album aktiv Gesellschaftskritik zu üben.
Auf keinen Fall, nein. Wir sind eine Metalband und verstehen uns auch als solche im klassischen Sinne, wie Judas Priest oder Black Sabbath, wir wollen die Leute unterhalten und keinen großen Geschichtsunterricht daraus machen oder politische Aufklärungsarbeit leisten, sondern die Leute sollen, wie heute Abend auch, aufs Konzert kommen, abrocken, Spaß haben und saufen.

Wobei, wie zum Beispiel in der „Middle Ages Trilogy“, schon auch immer viel Hintergrundinformation in den Booklets ist, also ihr geht beim Texten trotzdem durchaus fundiert ans Werk.
Ja gut, damals haben wir noch den erklärenden Faktor dazugenommen. „Excalibur“ ist ja nur diese mythische Geschichte, da ist ja nichts belegbar , „Knights of the Cross“ ist auch nur 70-80% belegbar, ein Teil der Sachen sind ja auch nur Mythen, die über die Tempelritter überliefert worden sind. „Tunes of War“ ist da geschichtlich sicherlich schon fundierter, „Rheingold“ ist ja so oder so eine Sage, also die Nibelungensage. Auf dem neuen Album hab ich mir gedacht, dass die Texte eh für sich stehen. Wer geschichtlich interessiert ist, wird relativ schnell rausfinden, worum es da geht, und wer nicht, der hat einfach so Spaß, warum auch nicht.

Könntest du kurz was zum Inhalt der einzelnen Songs sagen? Teilweise fand ich es, so ganz ohne Booklet, nämlich schwierig, herauszufinden, worum es geht.
„Liberty or Death“, also das Lied, geht über die Kreter, die im 18. Jahrhundert unter der türkischen Besetzung gelitten haben. Ich bin selber ein großer Kreta-Fan, ich reise auch sehr oft mit meiner Familie da hin, eigentlich entstand die Idee zum ganzen Album auf Kreta, ich habe da ein Buch von Nikos Kazantzakis, einem kretischen Schriftsteller, gelesen, der diese Zeit in seinem Buch beschrieb. Das Buch heißt eben „Freiheit oder Tod“, ist auch ein sehr blutrünstiges Buch. Die Kreter sind ein extrem stolzes Volk, die nennen sich auch nicht Griechen, sondern eben Kreter. Die hassen die Türken, und ja, sie haben sehr für ihre Freiheit gekämpft, das war damals ein ziemlicher Partisanenkrieg. Am Ende haben sie eben in den Bergen auch die Parole „Freiheit oder Tod“ rausgegeben, wenn wir nicht in Freiheit leben können, wollen wir halt dafür sterben. Das hat mich sehr beeindruckt und sehr berührt, weil ich denke, dass eigentlich jeder normale Mensch dieses Gefühl, diesen Drang nach Freiheit, haben sollte, sich nicht unterjochen zu lassen und dafür zu kämpfen. Wenn es sein muss, dann auch für seine Freiheit zu sterben. „Ocean of Blood“ geht dann ganz weit zurück in die Geschichte, in die Zeit der Bibel. Moses mit den Juden auf der Flucht vor den Ägyptern, die Spaltung des roten Meers, deshalb „Ocean of Blood“. „Highland Tears“, klar, ist nochmal so eine Art Zitat unsererseits, also von „Tunes of War“. Es geht da jetzt auch nicht um eine spezielle Geschichte, eher um den globalen Freiheitskampf der Schottten gegen die Engländer. Ich hatte bei der Geschichte im Hinterkopf, wie die Frauen und Kinder sich gefühlt haben, wenn ihre Männer im Freiheitskampf gestorben sind, die darüber viele Tränen vergossen haben, deshalb eben auch „Highland Tears“. Ist ein bisschen romantisch, wenn man so will. „The Terrible One“ geht über Ivan den Schrecklichen und seine Unterdrückung des russischen Volkes. Ivan der Schrekliche war zwar ein poltischer Reformer, aber auf seine Art und Weise auch total weird, total verrückt, und hat versucht viel über das Unterjochen des Volkes und Ausübung von Gewalt durchzubringen. „Until the Last King Dies“ ist französische Revolution, da muss man wahrscheinlich nicht viel dazu erzählen. „March of the Innocent“, da hab ich versucht, so ein bisschen die Eindrücke, die die Juden im KZ hatten, rüberzubringen. Ghandi kommt in „Silent Revolution“ vor, mit seinem gewaltfreien Kampf gegen die Unterdrückung des indischen Volkes. In „Shadowland“ beschreibe ich die Situation der Schwarzen im Kampf gegen den Klu Klux Clan. „Forecourt to Hell“ ist Gladiatorenkampf, Spartakus, das typische Metalthema, „Massada“ ist ein Felsen in Syrien, wo Zeloten gelebt haben. Die Römer wollten den Felsen irgendwann um 70 vor Christus unbedingt haben und die Zeloten gefangennehmen. Ich kürze die Geschichte jetzt mal ab, da oben lebten noch ungefähr 1000 Zeloten und die Römer kamen immer näher und näher, da haben sich Männer, Frauen und Kinder dazu entschlossen, Selbstmord zu begehen. Kollektiven Selbstmord, um nicht in die Gefangenschaft der Römer zu geraten. Der Bonustrack „Ship of Hope“ geht nochmal zurück ins Dritte Reich, wo Juden versuchten, auf einem Schiff aus Deutschland zu fliehen, in Richtung Kuba, ich glaube, es waren sogar um die 900 Juden, die da fliehen wollten. Nachdem sie dann eine lange Reise hinter sich hatten, in der Hoffnung, in Freiheit leben zu können, bekamen die Kubaner, um es einfach auszudrücken, kalte Füße, sodass sie die nicht reingelassen haben. Als auch kein anderes Land sich die Finger vebrennen wollte, fasste der Kapitän den Entschluss, wieder zurückzufahren. Ein Teil der Juden, die wieder in Deutschland gelandet sind, wurde dann eben im KZ gleich eliminiert. Da gibts sogar einen Spielfilm darüber. Das hab ich irgendwann in einem Spiegel gelesen, vor einem halben oder dreiviertel Jahr. Das fand ich schon auch eine sehr anrührende und intensive Geschichte.

So, das wars, das ist die Geschichte von Freiheit oder Tod (lacht).

Trotz des sehr ernsten Hintergrundes kann man dann ja jedenfalls noch hinzufügen, dass dieser Drang nach Freiheit ja auch sehr gut zum Heavy Metal-Spirit passt.
Ja, auf jeden Fall, wenn man jetzt mal absieht von Metallica, Iron Maiden und vielleicht noch ein paar anderen großen Combos, sind wir ja ziemlich viel Underground. Wir machen ziemlich viele Sachen aus Idealismus und Spaß an der Freude, heute mit Sicherheit ein bisschen weniger als vor 20 Jahren, weil ein Teil unserer Manschhaft, was sag ich, der ganze Bus, hier natürlich auch mehr oder weniger seinen Lebensunterhalt verdient. Daher sind wir zum Teil Untergrund, aber zum Teil halt auch so ein wenig ein kommerzielles Produkt, das man verkauft.

Ist thematisch denn eine weitere Zuwendung zum Mythischen zu erwarten?
Öhm… Keine Ahnung. Da hab ich mir noch keine Gedanken drüber gemacht. Wir machen jetzt erstmal die Tour fertig, da das ja alles sehr gut läuft und wir auch viel Spaß haben, wir spielen in Deutschland ja auch ein ziemliches langes Set, fast zwei Stunden. Da muss man sich halt, wenn man zwei Stunden auf der Bühne gestanden ist und sich die Kehle aus dem gebrüllt hat, auch 10, 12, 15 Stunden Schlaf gönnen, um wieder einigermaßen herunterzukommen. Daher mache ich mir da noch garkeine Gedanken darüber, ich surf im Internet, und versuch mich irgendwie abzulenken (lacht).

Du bist aber jedenfalls für jede Faszination offen?
Auf jeden Fall, ich weiß das auch, irgendwann wirds mich wieder packen, mich juckts jetzt auch zwischendurch schonmal in den Fingern, ich müsste ein bisschen runterschrauben, um meine Gedanken mal wieder schweifen zu lassen, aber dazu ist es jetzt noch viel zu früh. Das nächste Album soll erst in zwei Jahren kommen, das heißt wir werden irgendwann nächstes Jahr im Sommer aufnehmen, die Zeit vergeht ja so und so sehr schnell, wir werden sehr schnell alt. Naja, du nicht, du hast noch viel vor dir ;-)… Also ich hoffe ich auch noch (lacht), aber so ist jedenfalls die Planung, dass so um Januar 2009 das nächste Album kommt.

Also ein ähnlicher Rhythmus wie bei „Liberty or Death“.
Ja, wir wollen die Leute jetzt auch nicht mit Material zuscheißen, es gibt ja Bands, die im Anderthalb-Jahr-Rhythmus veröffentlichen, haben wir früher auch gemacht, aber ich halte das nicht für besonders sinnvoll. Meiner Meinung nach leidet da auch oft die Qualität darunter. Gut, in den 80ern und 90ern war das ein bisschen anders, da haben wir ein bisschen mehr Musik geschrieben, die wir einmal gehört haben und wo schon die Hälfte hängengeblieben ist. Heute sind die Arrangements vielleicht ein bisschen komplexer geworden, da muss man so einem Album einfach mal zehn bis zwölf Durchläufe geben um zu sehen, was dahintersteckt. Naja, da muss man einfach mal gucken, ich denk, Ideen haben wir jedenfalls genug, Potenzial ist auch genug da und die Band spielt gut zusammen.

Christof Leim vom Metal Hammer brachte über die neue CD folgendes: „Grave Digger-CDs ähneln Currywürsten, nie überraschend, aber immer genießbar, mal mehr, mal weniger.“
(lacht) Naja, die Leute sind immer schnell dabei, zu sagen „Grave Digger ist Grave Digger“, aber wenn man mal genauer hinhört, klingt kein Album wie das andere, das kann mir keiner erzählen. Wenn einer so einen Spruch ablässt, dann setzt er sich mit den Alben nicht außeinander. „The Grave Digger“ zum Beispiel klingt ganz anders wie „Liberty or Death“, „Knights of the Cross“ klingt einfach anders wie „Rheingold“, oder „Heart of Darkness“ ist anders wie „Excalibur“, „Heavy Metal Breakdown“ klingt bei weitem anders wie „Wargames“. Das einzige was vielleicht immer gleich ist, ist die Stimme, was sich aber natürlich schwer vermeiden lässt, das ist das Markenzeichen der Band. Die Leute lieben oder hassen die Band, das hab ich jetzt beim neuen Album nochmal konkreter festgestellt. Gott sei Dank gibt es ja mehr Leute die die Band lieben, als die sie hassen, aber ich denke mal, Grave Digger ist da dieselbe Schnittmenge wie Running Wild, die einfach polarisiert, man mags oder man mags nicht. Wahrscheinlich gefällt dem Christof Leim da halt einfach ein anderes Album besser als das neue. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, so viel geb ich da nicht mehr darauf. Es gibt zwar Reviews, die mich noch ärgern (lacht), aber irgendwann steht man auch drüber.

Ist aber nicht mehr richtig relevant für dich, was da verzapft wird.
Ne. Weil, das kann ich jetzt von der letzten Platte sagen, es gibt da Reviews, da werden wir abgefeiert, dann gibts dann ne Skala von 10 bis 0 und dann denkst du dir eigentlich „So, ja, eigentlich müsste der dir ja da 9 Punkte geben“ und dann stehen da irgendwie 7,5 Punkte. Im Review wirst du wirklich abgefeiert als würde es nichts anderes geben, und dann denke ich mir natürlich „Hmm, was habe ich jetzt falsch gemacht?“, das Ding wird abgefeiert wie nochmal was aber es gibt nur 7,5 Punkte. Da weiß ich dann auch nicht. Es gibt natürlich auch Reviews, an welchen man sieht, dass sich die Leute nicht mit den CDs beschäftigt haben, zum Beispiel das Review im Rock Hard. Meiner Meinung nach ist das eine Frechheit. Meinetwegen 8 Punkte, darum gehts mir nicht, aber wie das geschrieben ist, Entschuldigung, da erwarte ich schon ein bisschen mehr journalistisches Können.

Wobei man bei diesen Bewertungsskalen natürlich auch sehen muss, dass man natürlich mit der Bewertung auch klare Unterschiede zu anderen Alben ziehen muss.
Ja, ich hab mit den Leuten vom Rock Hard da auch teilweise drüber gesprochen, die meinten, bei der Flut der Veröffentlichungen, kommen sie oft gar nicht dazu, ein Album öfter als ein bis zwei mal zu hören. Die Soundchecks da sind auch oft völlig verfälscht, eben weil die Leute ein Album nur 1-2 mal anhören, weil sie nicht mehr Zeit dazu haben, und geben dann ihre Punkte. Da kann die Wertung einen oder zwei Monate später, wenn sie das Album wieder hören, ganz anders aussehen. dass man dann sagt „Hey, das sind ja garkeine 6 Punkte, wären ja 9 gewesen, gefällt mir ja total gut.“. Daher kann man da eigentlich nicht so viel drauf geben. Wenn ich dann in den Anzeigen immer die Platte des Monats lese, denke ich mir dann eben auch immer „Naja… okay.“ Naja, so ist das Medienleben, aber Gott sei Dank gibts ja neben den Medien auch noch die Fans und das sind halt im Endeffekt die wahren Konsumenten, sie investieren ja schon einen Teil ihres Monatslohns oder ihres Taschengeldes, die werden sich da schon ein Bild davon machen. Das sollte man nicht unterschätzen, die Fans unterhalten sich dann, nicht nur in öffentlichen Foren, sondern auch untereinander auf Parties oder so, und die machen sich dann ihre eigene Meinung dazu. Die lassen sich da auch nicht die Meinung der Presse aufdrücken.

Andreas Schöwe wiederum schreibt, dass „The Last Supper“ und „Rheingold“ ein „zu weites hinauslehnen in die progressive Luft“ waren. Das konnte ich nun kaum nachvollziehen.
So empfindet der Andreas das halt, der ist ja vom Geschmack auch der klassische Metaller schlechthin, für ihn war das dann wahrscheinlich auch so. Das neue Album ist dann für ihn halt wieder die absolute Vollbedienung, wie er ja auch geschrieben hat. Es geht ja auch immer nach persönlichen Geschmäckern, wenn jetzt der Robert Müller oder der Thorsten Zahn das Review geschrieben hätten, hätten wir wahrscheinlich 2 Punkte gekriegt, weil sie diese Musik einfach nicht mögen. Meiner Meinung nach sollten sie dann auch einfach die Finger davon lassen, wenn ich jetzt Redakteur beim Hammer, Rock Hard oder egal wo wäre und ne Death Metal-Scheibe bekommen würde, würde ich die nicht bewerten. Erstens habe ich keinerlei Ahnung davon, ich weiß nicht, was gut und was schlecht ist in dem Bereich und zweitens würde es mir überhaupt nicht zustehen, da irgendwie eine Benotung abzugeben. Und genau deswegen spreche ich auch einem Thorsten Zahn oder einem Robert Müller ab, dass die Ahnung von Heavy Metal haben. Die haben vielleicht Ahnung von Nu Metal oder so, aber die sind alle zwischen 30 und 35 Jahren alt, die sind einfach nicht mit dieser Musik aufgewachsen. Da tuts mir Leid, aber dann kann ich das nicht für voll nehmen, wenn da einer sagt „Grave Digger 2 Punkte“. Entschuldigung, dann soll er halt seine eigene Musik hören und nicht unsere.

Um diese Sache gleichmal aufzugreifen, dass die Leute nicht mit der Musik aufgewachsen sind: Meinst du, dass im traditionellen Heavy Metal ein Generationswechsel möglich ist? Euch gibt es ja nun auch schon 27 Jahre, und alle anderen traditionellen Heavy Metal Bands, wie Running Wild und wie sie alle heißen, tun das ebenso…
… du ich werd dir heut mal zeigen, wie alt wir sind!

Jedenfalls wird es immer seltener, dass junge Leute sich mit dem Heavy Metal wirklich außeinandersetzen, weshalb eben auch kaum Bands nachkommen, die sich in dem Bereich etablieren können.
Wollen wir so sagen, es gibt natürlich auch eine Schande, die wir mit uns tragen, wir blockieren natürlich noch viele Plätze, es ist einfach so. Gerade die ganzen alten deutschen Metalbands decken ja schon einen Teil des klassischen Heavy Metals ab. Rage, Helloween, Gamma Ray, Grave Digger… Da gabs auch nur zwei bis drei Bands, die es danach mal geschafft haben, wie Edguy zum Beispiel. Aber trotzdem blockieren wir eben diese Plätze, und das muss man auch so sehen, wenn neue Bands rauskommen, werden die erstmal an uns gemessen, da sagen die Leute dann, sie klingen wie Helloween, Running Wild oder Grave Digger, da können die dann auch erstmal gar keinen Erfolg haben, da die Plätze einfach noch belegt sind und sich die Leute lieber erstmal das Original kaufen, alle zwei bis drei Jahre. Eigentlich müssten wir abtreten, um dem Nachwuchs überhaupt eine Chance zu geben. Es ist aber natürlich so und so schwer in der heutigen Zeit, seinen Platz in der Musikszene zu finden, wir haben ja das Glück gehabt, dass wir eine der ersten Bands waren. Allerdings müssen wir auch immer wieder Qualität abliefern, sonst sind wir auch ganz schnell weg vom Fenster. Das ist natürlich auch für uns schon auch immer eine Bürde. Aber für neue Bands ist es einfach total schwierig. Ich arbeite in dem Bereich, in dem ich Musik mache, ja auch noch im professionellen Bereich bei Locomotive Records, ich krieg ja jede Menge Demos auf den Tisch. Ich muss da auch ehrlich sagen, davon sind 99% einfach Schrott, das ist einfach so. Innovationsloses, runtergeprügeltes, nicht nachgedachtes Zeug.

Wobei ich denke, wenn heute „Keeper of the Seven Keys“ von Helloween erscheinen würde, würde das auch keinen Erfolg mehr haben…
Also wenn ich eine gute Heavy Metal Band auf den Tisch kriegen würde, die würde ich sogar heute noch unter Vertrag nehmen. Ich hab ja zum Beispiel auch Astral Doors für Locomotice gesignt. Die kriegen mit dem was sie machen jetzt auch nicht unbedingt den Originalitätspreis, aber das was sie machen, hat Hand und Fuß, die klingen gut und klingen nach alten Black Sabbath, Rainbow, Dio, so aus der Phase. Oder diese Benedictum, die fand ich jetzt auch sehr originell, mit der Sängerin, die wie Dio klingt. Aber sowas kriegst du total selten, dass du sagen kannst, „Wow, das kickt mich.“ Ich bin ja Musiker mit Herz, es ist ja nicht so, dass ich sage, das muss unbedingt kommerziellen Erfolg haben, aber es muss mich erstmal berühren, die Musik, ich muss sagen „Wow, das kickt ass“, weißte. 99% ist einfach scheiße. Ja, es ist einfach so, dass ich mich dann immer frage „Warum schicken die mir das?“. Ich meine, was denken die, wer da sitzt? Ein Tauber? Dann muss ich einfach leider immer wieder Nein sagen.

Wobei es andererseits aber natürlich schon zu befürworten ist, dass die Bands es überhaupt versuchen.
Natürlich, klar, hey, darum gehts nicht. Ich würde der Band auch nie sagen, dass sie scheiße ist, das ist hier jetzt halt so mein Slang, ich würde dann halt sagen, „Ne, das kann ich jetzt nicht gebrauchen“ oder „Macht mal nochmal fünf Jahre“. Aber ich wüsste bei 99% der Bands, dass ich von denen keine 30 Platten verkaufen würde, weils die Leute einfach nicht interessiert. Das ist einfach schade, aber wie gesagt gibt es natürlich auch noch zu viele alte Bands, die den Sektor blockieren, Iron Maiden, Saxon, und dann kommen wir ja noch mit der ganzen Flut alter Männer hinterher… Metal-Altersheim, sag ich da nur.

Apropos, du hast 2000 in einem Interview mit einem Webzine gesagt, in 12 Jahren ist Schluss. Steht das noch?
Das wär dann… 2012… 2012, da bin ich 50. Mal guckn. Also wenns mir so viel Spaß macht wie im Moment, dann gibts Grave Digger bestimmt noch ein paar Jahre, dann gibts auch bestimmt noch ein paar Alben, wir planen jetzt erstmal bis 2010. Wir planen noch ein neues Album und wir planen noch eine DVD, weil wir am 30. Geburtstag was ganz besonderes machen wollen, davon soll es eine DVD geben, und dann schauen wir mal weiter. In der momentanen Verfassung, und wenn alles passt. Es ist halt auch immer abhängig davon, ob die Leute gesund bleiben, was passiert, wie lange das mit meiner Stimme noch geht – Im Moment sieht das alles gut aus, kann sich aber auch im Sommer oder in zwei, drei Jahren einfach ändern, was weiß ich, kriegste Knoten an den Stimmbändern, und schwupp, Feierabend. Aber es ist ja genauso ein Fagezeichen wie alles andere im Leben auch, ich mein jetzt steigen wir dann aus dem Bus, kommt gerade ein Mopedfahrer vorbei und fährt uns beide übern Haufen, dann war es das. Da sagt man immer „Wie lange dauert das noch?“, aber von uns aus kanns noch eine ganze Zeit lang gehen. Wenn nichts ungewöhnliches Eintritt.

Apropos DVD, auf der „25 to live“ ist ja diese „Journey to Brazil“ drauf, die von der Bild- und Tonqualität irgendwie nicht so zu überzeugen weiß.
Ist bewusst so gemacht, soll so ein bisschen in Richtung Stummfilm gehen. Ohne Kommentare, einfach nur diese Untertitel, und wir haben es extra durch so einen Stummfilm-Filter laufen lassen, daher ist die Bildqualität eigentlich so wie Metropolis, wie diese alten Filme sollte das aussehen.

Wir fanden es zum Teil nämlich schon etwas verwunderlich, dass die Leute zwar reden, aber man kein Wort versteht.
(lacht) Nein nein, das ist schon bewusst so gemacht, ein bisschen lustig sollte das auch sein.

Okay, wenn man jetzt weiß, dass es so gemeint ist…
Kannst es ja jetzt nochmal unter neuem Aspekt angucken.

Werd ich machen. Meinst du, dass der Erfolg von Grave Digger sich auch zu einem großen Teil auf den Livekonzerten basiert, die ja schon sehr energiereich vorgetragen werden? Ob Grave Digger nur durch die Alben nicht so großen Erfolg gehabt hätten.
Also ich würde mal so sagen, das eine bedingt das andere, wenn wir scheiß Musik machen würden, dann würden die Leute auch live nicht drauf abfahren. Und wenn sie die Platten nicht kaufen und nicht gut finden würden, würden sie auch nicht zu den Konzerten kommen. Also das sehe ich eigentlich nicht so. Grave Digger live und Grave Digger auf Platte ist natürlich immer noch ein Unterschied, da wir live ja auf die ganzen Schnörkel, die wir beim Album drumherum packen, verzichten. Ich fand das auch selbst immer gut früher, wenn ich auf Konzerten war, dass eine Band live nicht so klingt wie auf Platte. Sonst kann ich mich nämlich auch zuhause hinsetzen und mir eine Platte anhören. Bei Grave Digger hat man das denke ich schon so, da wir live noch etwas ungeschliffener sind, als auf Platte.

Magst du live lieber familiäre Hallen wie hier das Backstage oder große Hallen, wie Sao Paulo?
Ich mag eigentlich alle Bühnengrößen, weil jede Bühnengröße eine Herausforderung ist. Du musst ja immer wieder schauen, was du auf der Bühne machst und wie du dich bewegst. Klar ist das Laufpotenzial auf großen Bühnen größer, dafür ist auf kleinen das Bangpotenzial ein bisschen größer. Das ist eigentlich ganz verschieden. Na gut, in Tischgröße fänd ichs natürlich schon schade. Das hier ist so gerade die kleinste Bühnengröße, die man so haben kann, finde ich, also kleiner würd ich schon scheiße finden, dann kann man nichts mehr machen.

Wie seid ihr denn auf Therion und Sabbaton als Support gekommen?
Therion hatten den selben Booker, von der selben Konzertagentur, wie wir, und eigentlich hielten das beide Bands für eine gute Idee, mal zwei verschiedene Musikrichtungen zusammenzubringen, so war das in den 70ern und 80ern immer, dass Metalbands unterschiedlicher Coleur zusammengespielt haben, da hat man gar nicht auf die Art der Musikrichtung geschaut, das ist erst in den 90ern und jetzt aufgekommen. Im Ausland funktioniert das Package sehr gut, in Deutschland sind die Fans nicht ganz sooo tolerant, würd ich mal sagen. Da wandern schon viele Leute bei Therion ab, zumal die ja auch als zweites spielen.

Aber ihr habt dafür volles Haus.
Wir rocken die Hütte!

Habt ihr in eurem Set dann jetzt noch Zeit für Zugaben?
Wir spielen vier Zugaben, also zwei Zugabenblöcke. Insgesamt spielen wir 20 Songs.

Steht die Setlist dann fest?
Ne, seit Essen, unserer ersten Show, ist die sicher schon zehn bis zwölf mal verändert worden. Auch heute wieder.

Ist „Maidens of War“ noch dabei? Das hat mir vor zwei Jahren ziemlich gefehlt.
Ja, das spielen wir heute.

Gut, „Lionheart“ auch? Das fehlte am Earthshaker Festival.
Spielen wir auch. Du wirst glücklich sein. „Rebellion“ spielen wir auch.

Ihr gebt nach den Konzerten dann ja immer noch Autogrammstunden. Wie kommen die bei den Fans an?
Sehr gut. Ich meine, Autogrammstunden kommen generell immer gut an. Ne, das passt schon gut. Wenn der Merchandise-Stand wie hier direkt in der Halle ist, kommen wir ein bisschen später runter, nicht dass die Leute bei Therion dann direkt magisch zum Stand gezogen werden, da lassen wir uns dann schonmal so eine Stunde Zeit und kommen dann aber auch irgendwann raus.

Wo kann man euch dieses Jahr festivalbezogen noch live sehen, also nach dieser Tour?
Graspop, Rock Hard, Wacken. Irgendwo noch im Osten, aber erstmal gehts noch nach Russland für drei Shows im März, da spielen wir dann Städte wie Krasnodar, Ektarinenburg, wo immer das auch sein mag, und Moskau. Mitte Mai noch ein kleineres Festival im Raum Gießen. Dann kommt schon Rock Hard, dann Graspop, dann spielen wir in Rumänien, Andernach. Jedenfalls nicht Earthshaker und nicht Bang Your Head.

Wie sieht denn das Publikum altersmäßig aus, das bei euren Konzerten erscheint? Wir hatten ja schon angesprochen,dass Heavy Metal oft hauptsächlich von Leuten gehört wird, die schon auf die 50 zugehen. Kommt da auch Nachwuchs von unten?
Klar, die alten Fans bringen jetzt ihre Kinder mit. Das ist kein Witz, die kommen da mit ihren Söhnen, die sind jetzt 14, 15 und finden Metal cool, da kommen die dann als Familien angerückt. Nein, wir haben auch viele jüngere Fans, muss man einfach sagen, so in den letzen drei bis vier Jahren ist schon aufgefallen, dass auch sehr viel jüngere Leute, die so 14, 15 oder 16 Jahre alt sind, auf die Konzerte kommen. Find ich echt cool, da wächst die nächste Generation ran, und wenn die dann alt genug sind, bringen die auch noch ihre Kinder mit.

Wenn ihr dann auch noch da seid.
Schaun wir mal.

Wie sieht es denn mit Kontakt zu anderen deutschen Bands aus? Besteht da immer noch etwas wie eine eingeschworene Gemeinte wie früher?
Ne ne, das ist schon lange nicht mehr so. Man kennt sich untereinander, man respektiert sich, aber wir haben da jetzt nichts miteinander oder so. Also wir sowieso nicht, wir sind da ja eh so eine ganz outstanding Geschichte, wir halten uns ja aus allem raus, aus diesem ganzen Klingel. Nene, so wie früher ist das auf keinen Fall mehr. Gibt aber jetzt auch keinen Neid, oder Hass, das ist schon alles im grünen Bereich.

Wie kam es zu der euer Mitarbeit bei der In Extremo-Best Of, auf der ihr „Der Rattenfänger“ gecovert habt?
Wir kennen die Jungs, und die nehmen ja auch im selben Studio wie wir auf, die haben uns gefragt, ob wir den Rattenfänger machen wollen, in unserer typischen Art und Weise, da haben wir uns gedacht „Okay, wenn ihr das wollt, dann machen wir das!“ Da wurde dann der Text ins Englische übersetzt, da ist er nicht mehr ganz so griffig geworden wie auf deutsch, aber wir wollten das auch auf englisch machen, weil wir ja auch sonst nie deutsch singen. Die Jungs waren ganz begeistert.

Was würdest du als die aktuellen True Metal-Größen in Deutschland bezeichen?
Ja, Grave Digger. Ja, wen gibts da noch. True Metal in Deutschland… Hammerfall kommen ja aus Schweden. Edguy machen jetzt auch nicht unbedingt True Metal, ich denke schon, dass Grave Digger da die Speerspitze ist.

Was hältst du davon, wenn Bands wie Lordi, die bestennfalls Hard Rock spielen, von der Öffentlichkeit als Heavy Metal gehypt werden?
Da mache ich mir garkeine Gedanken mehr dazu. Interessiert mich gar nicht. Lordi ist ein Hype und in fünf Jahren interessiert sich kein Mensch mehr für sie. Ist genauso wie DSDS oder so. Einmal gehypt, aber irgendwann ist dieses Monster-Image durch, hat man ja auch an Gwar gesehen, und wie diese Truppen alle heißen. Von daher keine ernstzunehmende Gefahr.

Was hältst du von Plattenfirmen, die nur Printmagazine bemustern und Onlinemagazine im Grunde ihre Existenberechtigung absprichen? Immerhin opfern wir als Redakteure von Onlinemagazinen unsere Freizeit, während die Leute vom Rock Hard oder vom Hammer für ihre Arbeit bezahlt werden.
Also wir bemustern ja mit Locomotive Onlinemagazine, von daher kann ich nicht sagen, wie sich Plattenfirmen fühlen, die das nicht machen.

Diversen Plattenfirmen sind eben nicht so onlinerfreundlich eingestellt und werfen mit Begriffen wie „kleine Scheiß-Magazine“ um sich.
Na gut, ich meine, wenn man so mit der Basis umgeht, ist das deren Sache. Wir legen schon viel Wert drauf, dass die Rezensionen, die wir haben wollen, von den Platten die wir verschicken zeitnah zum VÖ kommen, wenn das nicht passiert, sagen wir das einmal und beim zweiten Mal wenns nicht passiert, fliegen die auch raus. Ich meine, klar, es ist eure Zeit, die ihr investiert, aber ihr kriegt die Scheiben von uns, und im Gegenzug erwarten wir auch was von euch. Wenn man dann nicht in der Lage ist, ein aktuelles Onlinemagazin am Leben zu halten, muss man es halt lassen. Dann sehen wir halt auch nicht ein, die Leute zu bemustern. Deswegen sortieren wir da auch aus, die Leute die tough sind und da mitziehen, die kriegen was, und die nicht, die nicht. So einfach.

Meinst du, die Onlinemagazinen sind in den vergangenen Jahren wichtiger geworden, als Printmagazine?
Tja, da gibts ja keine Marktforschungsuntersuchung darüber, deshalb kann man das nicht so sagen. Ich denke, beide Seiten haben ihre Berechtigung, Leute, die viel am Computer arbeiten, ziehen sich vielleicht lieber Informationen über Onlinemagazine, Leute die gern scheißen gehen lesen halt die Rock Hard oder den Hammer, aufm Pott. Ich les beides. Ich brauche die Printmagazine auf der Toilette und alles andere am Computer.

Dann wären wir soweit fertig bis auf eine Frage: Was würdest du zu diesem Zeitpunkt der Grave Digger-Biographie hinzufügen?
Gar nichts. Aus dem Grunde: Ich hab 20 Jahre Grave Digger veröffentlicht und publik gemacht. Die letzten Jahre mit den Jungs gehören mir und denen. Das ist einfach unsere Zeit. Was wir jetzt öffentlich machen wollen, machen wir öffentlich, und was nicht, das nicht, deswegen wird es auch keine neue Biographie mehr geben. Das war zwar eine tolle Geschichte, muss ich sagen, und es hat mich auch sehr gefreut, dass wir fast 5000 Bücher davon verkauft haben, wir werden wahrscheinlich nicht irgendeinen Preis damit gewinnen, aber ich denke, es ist einfach eine schöne Geschichte für Leute, die es lesen wollen. Es ist einfach eine ehrliche Geschichte, wenn man da dagegen diese Mötley Crüe-Story liest, naja, das ist vielleicht dann was, was die Leute gar nicht so verstehen können, so viel Glamour und so viele Drogenexzesse… Mich hat das noch nie interessiert. Wir, mein Gott, wir haben gekifft, wir haben ein bisschen gesoffen und wollten immer Rockstars sein und haben alles dafür getan. Wir sind auf die Fresse gefallen und beschissen worden, aber im Endeffekt gehörte alles dazu und wir haben es geschafft in unserem Bereich, wir können um die Welt touren, die eine Show ist ausverkauft, auf die andere kommen halt dann nur 200 Leute, aber eigentlich geht es uns gut, im Vergleich zu vielen anderen Bands. Wir haben unser Lehrgeld gezahlt. Seit sechs Jahren gehts uns jetzt gut, seit ich alles nur noch selber mache, wie Management und Plattenfirma. Jetzt muss ich keinem mehr in den Arsch treten und keinen mehr zur Sau machen, bin jetzt alles ich selber.

Hältst du dich eigentlich dran, nicht rauchen, nicht saufen?
Ja klar, ich bin ein Steinbock. Steinböcke sind die straightesten Typen dies gibt.

Dann möchte ich mich herzlich für das Interview bedanken, wir sehen uns bei der Show heute Abend.
Ja, genau, und viel Spaß beim Abtippen.