Interview mit Hammer King

Die einen dürften von den überdeutlichen True-Metal-Konturen geradezu abgeschreckt werden, die anderen fühlen sich genau hier aber am wohlsten – so oder so, die deutschen Metaller von HAMMER KING dürften in ihrer Erscheinung polarisieren. Da das jüngst erschienene Debüt „Kingdom Of The Hammer King“ allerdings ein absoluter Hinhörer ist, war klar, dass man abseits aller Optik die vier musizierenden Monarchisten zum Gespräch bitten musste.

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Hallo – schön zu sehen, dass der Hammerkönig euch Freizeit für dieses Interview gegeben hat. Ist der Monarch zufrieden mit dem von euch eingespielten Debüt?

Dolph: Der HAMMER KING rief die Band ja bekannter Maßen schon vor Jahren ins Leben, ohne dass wir jedoch schon aktiv werden durften. Nun war es aus Sicht unseres Herrn an der Zeit, sein Erstlingswerk darzubieten. Ich denke, wir haben seine Vorgaben recht gut umgesetzt, was letztlich auch die zufriedene Anhängerschaft bestätigt. Jedoch ist unser Herr ein strenger und manchmal auch, mit Verlaub, etwas pedantischer Auftraggeber, sodass dieses Debüt gerade seinem Gusto entsprach.

Wie genau seit ihr eigentlich auf das Konzept mit dem Hammerkönig gekommen? Lange Planung oder spontaner Einfall?

Titan: Seit einiger Zeit. Aber ich kann nicht von einem Konzept sprechen.

Dolph: Dies ist eine lange, lange Geschichte, deren Erzählung alleine wir nicht würdig sind. Sicherlich gab es schon länger die Überlegung, die Songs des HAMMER KING umzusetzen und zu veröffentlichen. Lediglich die Zeit war dafür noch nicht reif.

Euer Konzept hat zumindest im Vorfeld der Veröffentlichung eurer CD etwas recht Ironisches an sich gehabt, u.a. habt ihr Saint-Tropez als Herkunftsort der Band angegeben – was dazu geführt hat, dass in manchen Reviews von der französischen Band HAMMER KING gesprochen wurde. Wo verläuft bei euch die Grenze zwischen Spiel und Ernst?

Dolph: Nun, Heimat ist, wo man sich zu Hause wähnt. Deshalb machen wir auch keinen Hehl darum, ganz klar und in aller Öffentlichkeit unsere „second Hometown“ Kaiserslautern zu benennen. Einige von uns sind inzwischen gar der deutschen Sprache mächtig.

K.K.: Alright.

Dolph: Letztlich entscheidet jedoch nicht unsere persönliche Herkunft den Sitz der Band, da hätten wir ja auch Schottland oder Kleeveland (USA) angeben können, sondern die des HAMMER KING. Also Saint-Tropez.

Auf eurem Cover prangt ein Hammer, in Band- und CD-Namen sowie in den Lyrics wimmelt es von Königen und Hämmern. Seid ihr da nicht ein wenig über das Ziel hinausgeschossen?

Dolph: Man könnte sagen, wir haben unsere Zielscheibe genau dorthin positioniert, wohin wir geschossen haben. Darüber hinausgeschossen kann man kaum sagen. Sicherlich kam die ein oder andere Huldigung etwas zu kurz, sodass wir nur lediglich alle 89 Sekunden (im Durchschnitt gesehen) den HAMMER KING lobpreisen. Dies wird uns auf dem nächsten Album sicherlich besser gelingen.

Titan: Es wimmelt auch nicht von Hämmern und Königen, es wimmelt lediglich von einem König. Und der wimmelt überall. Was ist Ziel und was ist der Schuss? Der Schuss ist das Ziel!

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Um es mal auszusprechen: Eine neue Band ist HAMMER KING ja eigentlich nicht. Ihr habt bereits zuvor unter dem Namen Ivory Night jahrelang zusammen musiziert. Wie kam es zur Entscheidung, Name und Erscheinungsbild zu ändern?

Gino: My time has come.

Titan: Was Gino sagen will, ist, dass unsere Loyalität und Ergebenheit es uns verbietet, von etwas anderem, als dem King zu sprechen. Nicht einmal nachdenken. Es wäre unwürdig und auch nicht ganz ungefährlich.

Mit „The Healing“ habt ihr 2010 noch unter dem Namen Ivory Night ein ziemlich komplexes, intellektuell sperriges Werk aufgenommen. Ist euch der Schritt in die weitaus simplere Kompositionssprache von „Kingdom Of The Hammer King“ schwer gefallen?

Titan: 2010 haben wir im Sinne des Hammer King gehandelt und seinen Hammer geputzt. Es erfüllt mich heute noch mit Ehrfurcht, wenn ich an diese Zeiten denke. Gino hat damals den Stiel geölt.

Mit „Figure In The Black“ und „Blood Angels“ finden sich zwei Songs auf eurer neuen CD, die in ihrer Art von den übrigen abweichen. Sind die Stücke älteren Datums?

Dolph: Sicherlich gibt es noch ein ganzes Repertoire an älteren Songs, deren Eingebung der HAMMER KING bereits vor Jahren hatte und auch solche neueren Datums. Diese werden so auf den Alben ihren Platz finden, wie es für die jeweilige Platte angemessen erscheint.

Werdet ihr bei Live-Auftritten auch auf älteres Songmaterial zurückgreifen?

Titan: Da dies unser Debüt ist, gibt es natürlich keine älteren Songs, wobei die Songs selbst natürlich stets altern. Dadurch bleibt uns letztlich doch nichts anderes übrig, als früher oder später auf ältere Stücke zurückzugreifen.

Dolph: Bereits bei unserer Album-Release-Show gaben wir zwei komplett neue, sehr alte Stücke zum besten. Es darf also auf weiteres neues altes Material gehofft werden.

Wie muss man sich generell einen Live-Auftritt von HAMMER KING vorstellen – wird es eine Choreographie gebHammerKing-Cover (Kopie)en, eine Art Quasi-Audienz?

Dolph: Die Frage kommt nicht von ungefähr.

Titan: Absolut. Wir haben mit Gino Wilde „the most timeless lead guitarrist in this and all possible other worlds“.

Dolph: Der HAMMER KING selbst ist leider meist zu sehr in Staatsgeschäfte involviert, wir huldigen ihm und seinem Geist musikalisch.

Titan: No samples, no keyboards, real true Heavy Metal, Whisky und ich esse live Käse.

Abgesehen von den Königshymnen: Wovon handeln eure Songs?

Titan: Sorry, diese Frage verstehe ich nicht. Wieso abgesehen von?

Dolph:
Ich möchte die Kompositionen des HAMMER KING ungern unter intellektuellen Aspekten betrachten. Hier geht es um Emotionalität. Diese Werke können emotional bewegen. Sie bringen unsere Liebe zum Metal und zum Herrn zum Ausdruck. Zum Kern des Heavy Metals vorzustoßen, pure Emotionalität, der durch musikalische Konstrukte Ausdruck und Körper verliehen wird, das sollte unser oberstes Ziel sein. Den Zuhörern einen Anreiz geben, ihre Emotionen auszuleben, mit uns zu feiern, zu trauern und auch mal wütend zu sein. Das fällt uns nicht schwer.

Mein Lieblingsstück der CD ist „We Are The Hammer“ – auf welchen der Songs seid ihr selbst besonders stolz?

Dolph: „Aderlass“; „The Blood Of Sacrifice“, „Chancellor Of Glory“.

K.K.: Das ganze verdammte Album.

Titan: „Leather Indians (Of Steel)“.

Von Andy Powell (Wishbone Ash) ist das Zitat überliefert: „I like to think there is a little bit of Metal in everything Wishbone Ash does. If I were to recommend one Heavy Metal band to listen to, it would be HAMMER KING.“ Zwei Fragen hierzu. Kennt ihr Powells Kontonummer, oder wie kam es also zu diesem Zitat und gilt für HAMMER KING dasselbe: Ist auch ein bisschen Wishbone Ash in allem, was ihr so macht?

Titan: Seine Kontonummer kenne ich tatsächlich nicht, brauchst Du sie? Dann frag ich ihn gerne! Er kennt uns und er mag uns, das ist manchmal tatsächlich ganz einfach so. There is a little bit of Wishbone Ash in everything Hammer King does, ganz klar. Zumindest weiß ich, dass der King Wishbone Ash hört, wenn er den Hammer in den Wind hängt.

Wie geht es mit euch nun weiter? Reicht euer Konzept für ein zweites Album oder darf man mit konzeptuellen Änderungen rechnen? Republik statt Monarchie?

Dolph: Wir folgen dem Ruf des HAMMER KING. Seine Ideen und Songs bekommen wir oft nur häppchenweise zugetragen, über seinen Sprecher, den Chancellor. Es wird gemunkelt, dass seine Ideen unerschöpflich sein. Wir lassen uns davon überraschen. Lust auf mehr haben wir natürlich.

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Was mich persönlich noch interessiert: Ist das Königreich des Hammerkönigs eigentlich ein Baumarkt?

Dolph: Sein Königreich ist für uns nur wenig (be)greifbar. Mehr ein inneres, spirituelles Konstrukt. Ein kriegerisches, teils brutales aber für die Gerechten gerechtes Nirvana. Sicherlich mehr Walhalla als Olymp, keinesfalls jedoch erlösendes Himmelreich. Du merkst,es ist kompliziert. Viele haben schon ihr inneres „Kingdom Of The HAMMER KING“ gefunden. Für alle anderen gibt es unser Video auf YouTube und unsere Konzerte.

Wir sind am Ende des Interviews angelangt. Ich will mit euch nur noch schnell das obligatorische Metal1-Brainstorming durchspielen. Sagt uns einfach, was euch spontan zu folgenden Wörtern einfällt:

Saint-Tropez:
Dolph: Castle Rockfort
K.K.: Do you do you?

Kim Jong-un:
Dolph: Niederer Wicht
Titan: Gino Wilde.

Kettensäge: Alle: Hammer

Heavy Metal: Alle: Hammer King.

Herzlichen Dank für das Interview. Die letzten Worten gehören wie gewohnt euch.

Titan: Das sind wir am Hofe gar nicht gewohnt. Vielen Dank für das coole Interview und die super Unterstützung! God bless the King, may the King bless you.

Dolph: Send your applications to: bj@hammer-king.com.

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