Interview mit Titan Fox von Hammer King

HAMMER KING gehören zweifelsohne zu den aufgehenden Sternen am deutschen Power-Metal-Himmel: Nach ihren Underground-Anfängen bei Cruz del Sur Music ist die Truppe aus Kaiserslautern inzwischen beim Global Player Napalm Records untergekommen, wo sie in nur zwei Jahren zwei überaus gelungene Alben veröffentlichte. Auch an der Live-Front läuft es für des Königs oberste Heralde derzeit prächtig; nach einer Tour mit Mystic Prophecy geht es in Kürze im Vorprogramm von Warkings wieder auf Europatour. Und mit „Köng und Kaiser“ steht auch noch das nächste Studiowerk von HAMMER KING in den Startlöchern – Grund genug, Frontmann Titan Fox aka Patrick Fuchs zum Gespräch zu bitten.

Das Logo der Band Hammer King

Hallo Patrick, wie geht es dir?
Ja, sehr gut, vielen Dank. Also, es liegt natürlich eine schöne Zeit hinter uns, denn ich gehöre zu der Sorte Leute, die es lieben, im Studio zu sein und ich mag es, Videos zu drehen. Fotos sind nicht unbedingt mein Lieblingsding, aber ich lerne langsam auch daraus, also: was auch immer Arbeit macht in einer Band, ist immer ein super Zeichen und macht auch immer Spaß. Insofern geht es im Moment, sehr gut, kann ich klagen.

Du hast jetzt schon ein paar Stichworte genannt, auf die ich in Bezug auf das neue Album unbedingt zu sprechen kommen wollte. Ich fange trotzdem mit meiner Standardfrage an. Es es sind diesmal nicht nur eines, sondern tatsächlich zwei Jahre seit dem letzten Album vergangen. Das heißt, ihr hattet ein bisschen Zeit, euch nicht nur mit dem nächsten Album zu beschäftigen. Was ging ab bei euch seit dem Release von „Kingdemonium“?
Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, 2023 kein Album zu machen und haben das so letztlich nur zur Hälfte eingehalten, weil wir es natürlich 2023 gemacht aufgenommen haben, wenn es jetzt Anfang 2024 erscheint. Also wir haben zwischenzeitlich eine Menge Shows gespielt. Auch hier sage ich natürlich: eine Menge Shows. Es kann immer eine größere Menge sein, als die, die man hat. Aber letztlich, es war auf dem richtigen Weg. Wir hatten im Mai eine sehr schöne kurze Tour mit Mystic Prophecy, die uns durch vier deutsche Städte geführt hat. Es hat sehr viel Spaß gemacht, es waren gut besuchte Konzerte und zwischenmenschlich war es vor allem auch eine sehr, sehr angenehme, schöne Sache. Was auch, wenn du natürlich in einem Bus sitzt, schön ist, wenn es menschlich gut passt. Nach dieser Tour, es muss im Frühsommer gewesen sein, hat man uns gesagt: passt mal auf, es könnte sein, dass die Warkings euch mit auf Tour nehmen würden. Und das war so ein bisschen unser Wunschpackage, weil es musikalisch so unglaublich krass war und menschlich eben auch. Und dann hieß es, ihr könnt eure Chancen, diese Tour zu Das Cover von "König und Kaiser" von Hammer Kingbekommen, verbessern, indem ihr ein neues Album habt. Wie sieht es aus, schafft ihr es denn bis Ende März ein neues Album zu liefern? Und wir haben gesagt: ja, ja, natürlich, das geht. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt überhaupt keinen einzigen Song, nichts. Wir haben uns dann zeitnah getroffen – jeder von uns hat seinen digitalen Ordner mitgebracht und wir haben uns dann sich gegenseitig die Songs und Ideen vorsgespielt. Songs ist ja zu viel gesagt. Und wir hatten großes Glück: Sagen wir mal einfach, im Juni entscheidet man, es soll ein Album im März kommen, dann weiß man ganz genau, es muss dann im Oktober streng genommen aus dem Mastering raus für die Pressung. Und dann überlegst du, wann muss es beim Mastering sein, wann muss es also aufgenommen sein und so weiter und so fort. Also es wurde zeitlich immer enger. Und die Tage, die übrig bleiben, die darf ich dann für Gitarre und Gesang haben. Und obwohl das eigentlich ein so enges Korsett hat das erstaunlicherweise sehr entspannt funktioniert. Wir hatten das große Glück, dass wir es irgendwie geschafft haben, ganz naiv, nur aus Spaß und Freude Musik zu machen. Und wir haben in Kleingruppen gearbeitet. Das heißt, mal der Dolph (Schlagzeug, Anm. d. Red.) und ich, dann nur eine Gitarre, einmal Drums halt. Dann habe ich teilweise mit dem Gino (Wilde, Gitarre, Anm. d. Red.) zusammen Sachen gebastelt. Und dann gab es mal drei Leute, dann war der Günth (v. Schratenau, Bass, Anm. d. Red.) mal da, dann war ich mal bei Günth. Wir konnten uns da sehr gut gegenseitig unsere Ideen zuspielen. Und dadurch lief das sehr, sehr schnell. Und wir hatten nach ein paar Wochen dann 15 Titel, wovon wir für den 15. keine passende Gesangslinie mehr gefunden haben. Also der war dann raus und dann waren es 14, wovon wir jetzt letztlich in den verschiedenen Formaten dann eben zwölf verwenden.

Das Erste, was mir bei dem, was du erzählt hast, aufgefallen ist, ist dass du bei all diesen Personenkonstellationen immer die Konstante warst.
Du bist der Allererste, der das tatsächlich gemerkt hat. Aber das stimmt, ja klar. Also wir haben das so bei uns intern gemacht. Das hat sich aber natürlich auch so entwickelt, weil einer entscheidet letztlich. Es ist so: du brauchst einen, der den Kram irgendwie zusammenhält. Und das bin dann zufällig ich. Es verbringt aber auch in aller Regel, glaube ich, keiner so viel Zeit mit der Sache wie ich. Was aber auch zum Teil daran liegt, dass ich halt singe und Gitarre spiele. Das heißt, um beides irgendwie auf dem Stand zu halten, muss ich ja mehr Zeit investieren als jemand, der nur ein Instrument hat. Daher habe ich da eh mehr zu tun. Aber ich will da auf keinen Fall von Qualität und Wichtigkeit sprechen. Darum geht es überhaupt nicht. Es geht nur darum: ich bin biestig schnell. Und da bin ich wesentlich schneller als die anderen. Das heißt, irgendwann hat sich das beim Demomachen so rauskristallisiert. Anfangs hat der Gino sehr viel gemacht bei den Demos. Und irgendwann war dann einfach erkennbar, nachdem ich da ein paar Tage dran saß, dass es zackiger läuft, wenn ich es mache. Es ging also um Zeitersparnis. Mir macht es Spaß, wenn ich bei jedem Kram dabei sein muss. Ich war dann auch bei Fototerminen und Videoterminen dabei, wo es nur noch um die Szenen von jemand anderem ging. Ich mag das einfach. Ich finde es angenehm und interessant. Aber es stört auch Gott sei Dank die anderen nicht.

Du hast mir ja schon mal von eurer ziemlich rigiden Songwriting-Disziplin erzählt. Deswegen bin ich nicht überrascht, dass ihr ein neues Album auch zum geplanten Zeitpunkt fertig habt. Allerdings glaube ich beim letzten Mal waren noch ein paar Songs übrig, auf Basis derer ihr weiterarbeiten konntet …
Ich meine aber, wir haben nichts verwendet von dem, was da war. Ich weiß, dass es bei der „Kingdemonium“ die Gesangsmelodie von „The 7th Of The 7 Kings“ gab. Das war eine Melodie, die es zu „Hammer King“-Zeiten 2021 schon gab. Die hatten wir verwendet. Und es stimmt, da gab es noch einen Leftover-Song, den haben wir uns nochmal angehört, aber der hat dann überhaupt nicht dazu passen wollen. Ich hoffe, dass es stimmt, aber ich bin mir sehr sicher, wir haben nur Zeug verwendet, was es vorher nicht gab. Ach Gott, pass auf, jetzt fällt es mir ein: Noch eine dritte Idee. Wir hatten anfangs gesagt, da die Zeit so knapp ist, könnte man sich aus dem alten Fundus bedienen. Wir haben dann Songs rausgesucht, die wir gerne ausprobiert hätten. Aber dann habe wir doch erst ganz frische Dinge probiert. Wir hatten dann diese 15 Ideen und haben das andere nie gemacht. Gino würde das jetzt an der Stelle sagen, der weiß das noch, ich hatte es schon vergessen. Stimmt, wir wollten sogar gezielt altes Zeug verwenden, es kam aber nie dazu.

Ein Foto der Band Hammer King.
Foto: Anne Swallow

Es klingt also, als hättet ihr trotz recht eng gesteckter Daten keinen Druck verspürt, wenn ihr nicht mal ans alte Zeug ran müsst?
Nein, tatsächlich gar nicht. Es ist einfach so: wir haben eine Marschrichtung, die wir so in etwa verfolgen. Und wenn wir von dieser Formel mal abweichen, dann sprechen wir das halt gezielt an. Aber ansonsten ist das so: wenn ich mit Dolph zusammen im Proberaum saß, habe ich ihm gesagt: zeig mal her, was wollen wir machen? Ich dachte, da hätte ich jetzt Lust drauf, führ mal rein. Und der Dolph nickt dann: ja, habe ich eine Idee, lass uns mal machen. Und dann spielt man halt drauf los und dann kommen dann spricht man über Änderungen beim Tempo und den Abläufen und solche Dinge. Und dann, wenn wir den Punkt erreicht haben, müssen wir das gleich aufnehmen. Dafür haben wir ein Mikrofon im Raum und schneiden das Ding mit. Wenn man bis zum Refrain kommt, hat man dann eigentlich schon den halben Song, denn da ist ja im Prinzip nichts, was variiert. Und dann war es bei dieser Platte neu – das hatten wir zuvor noch gar nicht, weil wir ganz oft eben zu zweit waren -, dass wir dann gespielt bis zum zweiten Refrain gespielt hatten und dann beide nicht mehr aufgehört haben. Da sind teilweise dann Parts spontan entstanden – natürlich in grauenhafter Version mit vielen Verspielern – aber man hat erkannt, was wir meinen. Wir haben zum Beispiel bei „Kings Of Arabia“ drei Parts in der Mitte, die nirgends sonst im Song vorkommen. Das machen wir ganz furchtbar selten. Das war einfach ein Jam. Das kam Dolph und mir einfach so überraschend, dass das Bild am Ende stimmig war. Das musste so sein. Dann haben wir es minimal ausgearbeitet und haben es genauso beibehalten. Und auch ein Funfact, den ich bisher überhaupt noch nicht erzählt habe: das Solo auf „Kings Of Arabia“ ist der erste Take, den ich im Proberaum gemacht hatte! Ich ging und sagte, da muss irgendwas Arabesques drauf. Ich mache einfach irgendwas, dass wir es nicht vergessen. Und habe irgendwas drauf gedudelt und habe überhaupt nicht das gespielt, was ich wollte, weil ich zwei, dreimal eigentlich auf dem falschen Ton war und habe dann aber immer so elegant aufgelöst, dass ich hinterher sagen musste: okay, dieses Solo werde ich nie wieder spielen. Ich habe dann den Charles (Greywolf, Produzent, Anm. d. Red.) angefleht: bitte, bitte, lass es mich aus dem Proberaum mitbringen. Die Qualität im Proberaum war natürlich kapital erbärmlich! Es war ja nicht mal als Take gedacht, sondern nur als Platzhalter. Er konnte es aber dann Gott sei Dank bearbeitenn. Und jetzt haben wir tatsächlich auf diesem Song das Solo, das ich nur ein einziges Mal jemals überhaupt gespielt habe. Und ich bin total zufrieden damit.

Normalerweise habe ich ja die Platten schon gehört und frage einfach fürs Interview: Wie würdest du denn das neue Album jemandem beschreiben, der es noch nie gehört hat? Jetzt bitte ich ausdrücklich darum, dass du das tust, weil ich jemand bin, der es noch nie gehört hat.
Das ist wunderbar. Ich erinnere mich, ich habe im Jahr 2000 ein Interview mit Michael Weikert (Helloween) zu „The Dark Ride“ für ein Online-Magazin geführt, die damals versäumt hatten, mir das Album zukommen zu lassen. Da musste ich ihnen tatsächlich auch das fragen. Insofern revanchiere ich mich heute. Irgendjemand hat vor ein paar Tagen zu mir in einem Interview gesagt: würdest du sagen, dass dieses Album alles beinhaltet, was ihr jemals gemacht habt? Da habe ich dann gesagt: nee, ich glaube eigentlich nicht wirklich. Mir hat unser 21er-Album damals sehr gut gefallen. Das hatte auch so einen Spirit, der mir unheimlich gefallen hat. Und die „Kingdemonium“ war ein Album, da kann ich drauf wetten, habe ich in keinem Interview behauptet, das wäre das beste Album, was wir jemals gemacht hatten. Das ist ein sehr gutes Album und es ist anders als andere. Ich sehe es mittlerweile sogar Ein Foto von Hammer Kingpositiver als damals, aber bei dem neuen Album neige ich jetzt dazu zu sagen, es könnte eventuell – immer sehr schwierig, wenn ein Musiker das selber sagt -, aber es könnte eventuell vielleicht das beste oder eines der drei besten sein, die wir gemacht haben. Ich glaube, es kombiniert tatsächlich den etwas härteren Ansatz der „Kingdemonium“ mit dem aber wesentlich live-tauglichen Approach von der 21er-Platte namens „Hammer King“. An manchen Stellen haben wir zu einer Naivität zurückgefunden, die wir seit den ersten beiden Platten nicht hatten. Also daher bin ich mit dem Album wirklich außergewöhnlich zufrieden, weil es zusätzlich dadurch, dass es so schnell entstanden ist, für mich auch einen Spirit behalten hat. Also das Album blieb eben frisch, als es schon fertig war. Normalerweise hast du zu diesem Zeitpunkt die Songs ja tot gehört und das ist hier nicht der Fall gewesen. Es war ein sehr, sehr vages Demo. Normalerweise arbeitet man sich am Demo tot und versucht dann im Studio alles so zu haben, wie es auf dem Demo war. Das war hier auch nicht der Fall. Ich glaube, dass diese Spontanität einfach das ist, was mir den Geschmack an dem Album nicht verdorben hat, weil es relativ schnell ging. Daher sage ich mal, es ist ein spontanes und frisches Album. Es ist auch ein recht saftiges Album – es fängt mit „Hailed By The Hammer“ schon recht mächtig an. „The Devil Will I Do“ ist auch nicht besonders zahm. „König und Kaiser“ groovt zwar, aber danach geht es doch recht saftig weiter. Und nur „Kings Of Arabia“ und „Gates Of Atlantia“ sind ein bisschen epischer angelegt. Der Rest ist eigentlich recht saftig. Es ist ein Album nach meinem Geschmack.

Ich kenne bisher nur die Single „Hailed By The Hammer“. Und dazu habe ich mir als erstes gedacht: das Mainriff könnte auch auf einer At-The-Gates-Platte drauf sein. Du hast ja gesagt, es fängt recht „saftig“ an und das kann ich bestätigen. Ist der Rest vom Album auch so ruppig?
Es ist sicherlich einer der härteren Songs des Albums. Also es ist nicht so, dass das Ding von vorne bis hinten nur durchbrummelt. Aber wir haben ein paar Songs, die wirklich gut abgehen. Das Riffing hat sich auf diesem Album ein kleines bisschen verschoben. Es ist jetzt auch das erste Mal so, dass ich beim Proben sage, oh, ich muss jetzt wirklich arbeiten, um mit Gesang und Gitarre gut hinzukommen und dabei nach Möglichkeit noch Augen fürs Publikum haben zu können. Ich weiß nicht, ob du dich an „Bullet Train“ von Judas Priest erinnerst, der auf der „Jugulator“ war. Das ist ja kein besonders beliebtes Album, wegen diesem durchgehenden „Brumm, Brumm, Brumm“ die ganze Zeit lang. Und das haben wir in zwei Songs auch verwendet. Das heißt, es ist eine relativ rhythmische Platte, was die Riffs angeht. Und das mag ich sehr gern, weil das auch sehr gut zu den Drums von Dolph passt, die halt auch teilweise Tom-Parts beinhalten – z. B. bei „Hailed By The Hammer“, wo so ein Lauf auf den Toms im Prinzip durch den ganzen Refrain geht. Das macht alles sehr, sehr dicht und sehr, sehr schön. Wir haben zwei Tunings, also einmal Standard einen Halbton tiefer und einmal zusätzlich noch einen ganzen Ton tiefer gestimmt. Also so, dass du diese zwei Grundfarben letztlich halt hast. Auf der „Kingdemonium“ war es glaube ich noch tiefer. Diesmal sind wir in etwa 50-50 und haben deshalb auch ein Album, was ein bisschen farblich, ein bisschen vielseitiger ist. Das heißt, die Heavy-Songs wirken auch heavy und dazwischen hast du etwas leichtfüßigere Songs. Die sind unglaublich melodisch. Aber trotzdem ist der Härtegrad ist ein bisschen angewachsen, was mir ganz gut gefällt.

Ich glaube, du bist der erste Musiker, der jemals die „Jugulator“ zitiert hat.
Das ist denkbar, ja. Zur „Jugulator“ habe ich eine merkwürdige Verbindung. Und zwar war das so: ich wurde Priest-Fan, als es Priest quasi nicht wirklich gab. Und als es dann Gerüchte gab, sie hätten wohl einen neuen Sänger. Das war ungefähr 1995, als der Owens gefunden wurde, da gab es im Internet relativ wenig noch in diesem Bereich – schon gar kein YouTube oder so, wo du im Prinzip jeden Kram hören kannst. Das heißt, wir hatten trotz alledem immer noch so eine Musiker-Magazin-Kultur, wenngleich die auch teils schon virtuell war. Als es sich natürlich dann Gerüchte gab, sie würden noch Rock in Rio spielen, dann hatte ich dann schon das Bild, dass morgen wieder der neue Sänger auf die Bühne kommt und dann irgendwie die alten Songs singt. Und dann kam das Album raus. Wir hatten einen wunderbaren Plattenladen in Kaiserslautern, das war der „Pop Shop“. Die haben immer tolle Sachen verkauft. Die gibt es heute nicht mehr. Die haben sie auch vor dem Release-Datum verkauft, wenn sie schon da waren. Werbeartikel, ich hatte einen großen Pumpkin von Helloween. Und hatte eben dann eine Promo-Edition von Die Daten der Europatour von Hammer King„Bullet Train“. Wenn du das Ding aufgeklappt hast, ist der „Jugulator“ nach vorne rausgegangen. Wahnsinns-Ding! Und dann haben wir diesen Song gehört, nur einen einzigen Song, viereinhalb Minuten, oder wie auch immer lang der Song geht. Wir haben uns natürlich den Kopf zerbrochen, was wir davon halten. Nun war ja dieser „Bullet Train“ schon weit entfernt von „Painkiller“. Aber er ist im Nachhinein betrachtet noch immer noch sehr, sehr weit entfernt vom Rest von der „Jugulator“. Dann dachten wir so: „boah, ja, das könnte funktionieren, das ist glaube ich ziemlich interessant.“ Dann kam das Album raus und das ist mir zweimal in meinem Leben nur so passiert. Das Album fängt an und ich denke: „Das muss die falsche CD sein. Das ist auf keinen Fall die Judas-Priest-Platte!“ Und dann fing das dann an mit diesem übel gesprochenen Gesang – was ist denn das? Die haben eine Macke. Was soll das? Die Gitarren in den Keller gestimmt, keine Songstrukturen, bestialisch, also vollkommen krass. Nur war es dann ja so, man hat sich dann ja jahrelang auf dieses Album gefreut, also du bist du dann der Verpflichtung nachgegangen, hast dich verdammt nochmal an diesem Ding auseinandergesetzt. Auf Gedeih und Verderb. Und irgendwann war es tatsächlich so, dass es Sinn gemacht hat. Ich hatte Priest auch live gesehen mit dem Mann. Es war eine fantastische Show, richtig gut. Daher ist es so, dass ich sage, als Judas-Priest-Album ist „Jugulator“ natürlich ungefähr so sinnvoll wie ein Live-Album, es macht keinen Sinn. Es ist einfach völlig am Thema vorbei. Aber eigentlich ist es für mich ein Album, das ich alle paar Jahre mal ganz gerne höre und tatsächlich genieße. Für das Nachfolgewerk „Demolition“ gilt das nicht, die finde ich grob und schlecht. Aber „Jugulator“ ist für das, was es ist, tatsächlich gut, davon dürfte man live mal einige Songs spielen. Wenn man Judas Priest ist, finde ich.

Ich mag es immer gerne, wenn man einzelne Songs oder ganze Alben für sich entdeckt, die nicht zum „Mainstream-Repertoire“ einer Band gehören. „Trapped Under Ice“ von Metallica halte ich z. B. für einen ihrer besten Songs.
Ich war mal auf der „Battering Ram“-Tour bei Saxon in Saarbrücken. Und irgendwann mitten im Set sagt Biff so: „I will never play that one“. Und dann haben sie angefangen und „Stand Up And Be Counted“ gespielt. Ich hab das gehört und dachte nur: unglaublich, bester Song des Abends! Was für ein unglaublich naiver, geiler Boogie-Metal-Song. Ich war auch auf irgendeiner Saxon-Tour, wo der Fritz Randor am Schlagzeug war. Da war der dritte Song von dieser Remake-Platte; „Heavy Metal Thunder“ hieß die. Da war der dritte Song im Set „Still Fit To Boogie“ – Wahnsinn, unglaublich. Hab ich auch nie wieder live gehört. Oder einmal „Stallions Of The Highway“ live gehört. Wahnsinn! Auch eine geile Nummer. Ich bin ein Riesenfan dieser Overlooked-Geschichten. Die Iron-Maiden-Leute machen das ja ganz clever, dass die ein Album bringen, mit einer Special-Occasion-Geschichte. Würde ich auch total gerne machen, wenn wir mal jemals in so einen Bereich kommen.

Ich wollte gerade fragen: haben HAMMER KING aus deiner Sicht „Overlooked Songs“, die sie mal ins Programm nehmen sollten oder vielleicht schon haben, genau aus dem Grund?
Challenge accepted! Lass mich mal ganz kurz meine Liste bemühen. Aber mit Sicherheit! Ich weiß, dass ein Freund von uns, mit dem ich seit zwei, drei Tagen in Kontakt stehe, der heißt Andek und lebt in Österreich. Er sagt, immer wenn wir bei ihm in der Nähe auftauchen: „Ihr braucht es nicht zu wagen, von der Bühne zu gehen, bevor ihr ‚Leather Indians (Of Steel)‘ gespielt habt.“ Das war der Vinyl-Bonustrack von der ersten Platte. Der war so lächerlich für unseren damaligen Gedankengang, dass wir gesagt haben, mach einen Bonustrack draus. Und im Nachhinein, muss ich sagen, ist es ein unglaublich frischer Song, der so einen richtigen Fun-Factor mitbringt. Ein richtig guter Song. Das wäre einer davon. Unser Dauer-Fan Simi versucht uns dazu zu kriegen, dass wir „Battle Gorse“ von der „King Is Rising“ spielen. Da hat sie eigentlich auch recht. Und dann, was gibt es denn da noch? Von der 21er Platte mag ich „Into The Storm“ sehr gern, weil der so einen Paul-Di’Anno-Maiden-Approach hat. Den haben wir ganz selten gespielt. Der einzige, den wir von der Platte nie gespielt haben, ist „In The Name Of The Hammer“. Es hat vor ein paar Tagen ein Karate-Instructor aus Hamburg, meine ich, ein Trainingsvideo auf Insta hochgeladen und hat sich aus irgendeinem Grund dazu entschieden, diesen Song drüberzulegen. Das haben wir dann geteilt und kommentiert. Das war sehr nett. Und ich habe gedacht: „Mist, ich hatte den lange nicht gehört.“ Der Song ist echt hippig. Das ist ungünstig, dass wir den damals nie gespielt haben. Das muss man auch mal machen. Und ansonsten, ja, einen Overlooked gibt es tatsächlich. Auf der „Kingdomonium“-Holzbox war doch so ein Bonus-EP drin. „Holy Is The Hammer“ hieß die EP und der Song heißt auch „Holy Is The Hammer“. Den sollte man auch mal spielen. Erwarte den auf der nächsten Tour. Für Warkings reicht es vielleicht nicht mehr. Aber man sollte das mal machen. Jede Band hat ja so eine Homebase, wo du sagst, wenn man da spielt, ist immer was los. Da könnte man auch hingehen und sagen, einmal im Jahr macht man das so wie Kiss das auf den Cruises gemacht haben. Zum Beispiel „King Cruise“. Da haben wir fast eine Alliteration.

Das neue HAMMER-KING-Album hat einen deutschen Titel – „König und Kaiser“. Ist das jetzt euer „Achtung, Baby“?
Oh, sehr gut! Sehr gut! Nein, das ist natürlich nicht unser „Achtung, Baby“, aber vielleicht doch. Letztlich ist es so, wir hätten beinahe schon mal … Ich hole noch weiter aus. Wir haben eine merkwürdige Affinität dazu, Songs zu schreiben, die irgendwie einen deutschen Slogan haben wie „Aderlass, The Blood Of Sacrifice“ oder der „Reichshammer“, der auf der zweiten drauf war. Und dann gibt es noch natürlich den „Hammerschlag“. Und bei „Hammerschlag“ war es damals so, da waren wir ja ganz neu bei Napalm und ich hatte damals schon gedacht, mein Gott, das Album müsste man „Hammerschlag“ nennen. Und wir haben damals halt gesagt, macht keinen Sinn. Ich verstehe es auch, wir waren damals sehr unbekannt. Wenn du dann das Band hast wie HAMMER KING und das Album heißt irgendwie in Deutsch, das wirkt komisch. Jetzt war es aber diesmal so, wir hatten diesen „König und Kaiser“-Song und  er hat eine merkwürdige Entstehungsgeschichte. Er war musikalisch fertig und es fiel mir zum Refrain nichts ein, was man singen kann, weil der Song für unsere Verhältnisse entweder zu langsam oder zu schnell ist. Das heißt, das Getragene war dann so getragen, dass du eingeschlafen bist und das Fröhliche klang dann so leichtfüßig, dass es so doof war. Irgendwann hatte ich diese Melodie und da kam dann auch noch irgendwie „Kaiser“ drin vor und ich hab dann – Dolph war dann schon angekündigt und würde in einer halben Stunde im Proberaum erscheinen – krampfhaft versucht, was Englisches zu finden und es klang alles blöd. Also der Song wurde sofort,Das Cover von "Kingdemonium" von Hammer King nachdem du das Deutsche rausgenommen hast, kleiner. Dann hab ich gesagt, ich muss es dir vorspielen, und er hat gesagt, was ist mit dem Kaiser? Was für ein Kaiser? Das macht ja alles keinen Sinn. „König und Kaiser“, das ist eine gute Idee. Dann hat er mir gesagt, es gab wohl historisch Figuren, die hatten den König- und den Kaiser-Titel gleichzeitig. Wusste ich vorher nicht. Dann hab ich gesagt, okay, können wir machen, klar. Unser König ist jetzt auch noch Kaiser. Und dann endete das Ding mit dem Satz, „dieses Land braucht ihn, Infinite King“. Das war der Arbeitstitel von dem Song. Das macht keinen Sinn. Dann sagte er noch, den „Emerald King“. Das hätte alleine niemand gewagt. Wenn du zu zweit bist, kriegst du auf einmal so eine Dynamik. „Wow, genial, lass es uns machen! Das ist irgendwie gut.“ Das war dann die Entstehungsgeschichte von „König und Kaiser“. Der Song hatte so einen Spirit. Er war dann farbig. Dann hat man irgendwann entschieden, diese Fanfaren noch draufzusetzen. Der Tribune von den Warkings singt ja im Duett mit mir auf dem Song. Das war so eine Geschichte, wo man gesagt hat, jetzt ist der Song so außergewöhnlich, jetzt muss das eigentlich der Titelsong sein. Dann hab ich gleich zur Band gesagt: können wir vergessen, das kriegen wir bei Napalm niemals durch. Ich frage. Dann haben wir gefragt, und bei Napalm ist unser Produktmanager, der ist Italiener, und hat gesagt: „I think it sounds good. I will ask the rest of the guys.“ Dann hat er gefragt und es war in Ordnung. Ich liebe solche Zufallsgeburtsdinger, wo man nie genau weiß, was passiert – es entsteht halt einfach. Dann kam es dazu, dass das Album „König und Kaiser“ heißt.

Wie geht denn eigentlich die Story vom HAMMER KING auf dem neuen Album weiter? Welchen Aspekt beleuchtet ihr denn diesmal?
Der König ist jetzt auch Kaiser. Das heißt, auch wenn es unvorstellbar ist, er hat noch mehr Macht, als er vorher schon hatte. Unendlich plus zwei. Ui! Der merkwürdigste Unterschied der Alben ist eigentlich der, dass „Kingdemonium“ nach meinem Empfinden ein nach innen gerichtetes Album ist. Das heißt, das Königreich wurde angegriffen, König hat sich verteidigt, hat natürlich gewonnen. Aber es passte eben halt auch zur damaligen Zeit. Wir hatten ja ungünstige Zeiten hinter uns. In vielen Bands war es so, dass die Platten irgendwie so eine Art von Corona-Schatten hatten. Zumindest war es ein bisschen düsterer. Man hat es irgendwie aus dem System arbeiten müssen. Und diesmal ist es ein Album, das geht komplett nach außen. Es ist farbig, es ist bunt, es hat Energie, es geht nach vorne, es ist überhaupt nicht introvertiert. Gleichermaßen passt es zur Story. Der König hat mehr Macht. Das heißt, der König geht nach außen, möchte seine Macht natürlich gewinnbringend in der Welt einsetzen. Das heißt, er erobert quasi die Welt. Das passt dann metaphorisch wieder unheimlich gut zu dem, was mit uns gerade passiert: Wir gehen jetzt auf Tour und hatten das Glück, bei Extra Tours zu unterschreiben. Das heißt, wir haben jetzt einen sehr schönen Support im Hintergrund. Und so wie der König nach außen geht, gehen wir nach außen. Das heißt, wir gehen jetzt in verschiedene Länder und spielen Konzerte und können dort hoffentlich dann Fans gewinnen, die dann dem HAMMER KING folgen. Insofern passt das alles eigentlich ganz gut zusammen.

Ihr habt für das neue Album mindestens zum dritten Mal mit dem Jakob Hansen gearbeitet. Man hört es ja auch am Mix, Melodic Death Metal haben wir ja schon angesprochen. Auch das das Artwork geht in die gleiche Richtung. Das Setup, in dem ihr arbeitet, ist also recht ähnlich. Was tut eine Band, um sich trotzdem frisch zu halten? Gerade wenn das Publikum so übersättigt ist, wie du vorhin gesagt hast?
Das ist eine gute Frage. Letztlich ist es son, dass Bands früher oder später ihre optimalen Partner finden für alle Bereiche. Ich denke da speziell Iron Maiden und Martin Burdge, Judas Priest und Tom Allom damals und Dieter Dirk und Scorpions. Die großen Verbindungen, die es da halt gab, auch Rasmussen und Metallica usw.. Das waren halt diese Geschichten. Für uns ist es so, wir hatten haben den Charles seit sechs Platten im Boot. Letztlich ist es so, dass als wir zu Napalm kamen, die Label-Leute gesagt haben, probiert mal den Jakob Hansen aus. Wir haben das Gefühl, das würde zu der Musik gut passen, dass es eben nicht zu rein in dieser musikalischen Ecke bleibt, wo es ja Das Cover des gleichnamigen Albums von Hammer Kingohnehin schon sehr stark behaftet ist. Mir fiel bei dem Vorschlag Jakob Hansen sofort ein, dass ich liebe, was er mit den Pretty Maids gemacht hat. Die kamen ja auch komplett aus einer anderen Ecke und es sind wahnsinnig frische Platten entstanden. Für mich war das von Anfang an klar und die Band hat es dann auch gehört und gesagt, egal was es ist, es klingt viel besser als alles, was wir hatten. Es war dann so, dass wir gesagt haben, der Jakob ist es, der Charles ist es fürs Aufnehmen. Beim Videomachen hatten wir mit Mirko Hitzky einen fantastischen Partner. Diesmal hat es zeitlich einfach nicht geklappt, letztlich. Aber mein Kollege aus Lord Vigo, der dort Wolgus Zildor heißt, hat jetzt mit Palmedia eben auch eine Videoproduktion gegründet, die sehr, sehr schön anfängt und vor allem steigert sie sich total. „Hailed By The Hammer“ ist ein gutes Performancevideo geworden, aber als nächstes wird „The Devil Will I Do“ erscheinen, was optisch eine massive Schippe drauflegt. Wir haben da einfach Leute gefunden, mit denen es super passt. Ich glaube, das kann dann ein paar Jahre dauern, bis es sich irgendwann vielleicht auch abnutzt und man sag:, naja gut, okay, die Frische ist halt weg. Das heißt ja nicht, dass der Mensch nix taugt oder dass jemand besser wäre, sondern dass du einfac eine Veränderung vornehmen musst, sonst läuft es sich eben als tot. Das gleiche gilt auch für den Peter Schaller, der die Artworks macht.

Als ich den Clip zu „Hailed By The Hammer“ gesehen habe, habe ich tatsächlich gedacht, das sieht fast so aus, als wäre es in einem Aufwasch mit den vorigen Videos entstanden.
Das ist krass, dass du das sagst, weil ich es nicht einschätzen kann. Ich habe nicht das Gespür, aber es war so, dass wir mit Napalm gesprochen haben und ihnen erklärt haben, dass wir jemand anderes ausprobieren würden. Dann habe ich ihnen den ersten Cut geschickt und ihre Reaktion war: „did you work with Mirko again?“ – „No, it’s a different one.“ Wir bewegen uns jetzt aber aus der Ecke noch ein bisschen raus, weil der Christian einen ziemlich cineastischen Ansatz verfolgt. Er legt sehr viel Wert auf kleine Details und macht da auch einen Riesenaufwand für. Ich glaube, das wird sich bei dem nächsten Video ziemlich auszahlen. Wir haben jetzt überall Leute, die gut passen und bis sich das mal abzunutzen beginnt, werden wir wahrscheinlich noch mit allen wachsen.

Als ihr zu Napalm gekommen seid, hast du ja selber gesagt, wart ihr eher unbekannt. Mittlerweile seid ihr alles andere als unbekannt. Tatsächlich würde ich sagen ihr könnt gerade eine Welle reiten. Wie wäre es denn, mal eine Live-CD aufzunehmen?
Ich bin fanatischer Listen- und Tabellenführer. Das heißt, ich habe mich in den letzten Tagen mit Saxon beschäftigt und habe mal einfach, weil man bei Saxon irgendwann leider den Überblick verliert, eine Chronologie angelegt, wo alle Sachen chronologisch, nicht nach der Veröffentlichung aufgelistet sind. Da gab es dann Boxsets usw.. Mir geht es ganz oft darum: war es die 2013er Graspop-Show vor der 2013er Steelhouse-Show? Oder war die danach?  Dann habe ich festgestellt, dass die Besetzung, die jetzt bis vor kurzem, als der Brian Tatler quasi den Paul Quinn ersetzt hat, etwa 400 Songs veröffentlicht hat, wovon dann natürlich drei Viertel mindestens Live-Material sind. Also ein unermesslicher Haufen Live-Dokumente, die alle gut sind, aber die sich gegenseitig die Relevanz leider nehmen. Und das ist echt schwierig. Insoweit glaube ich, die Live-Platte hat ihren Status total gewandelt. Die Live-Platte ist ja heute leider meistens die Bonus-CD vom Boxset oder so. Das ist schwierig. Ich glaube, deshalb ist es nicht so leicht, das Label davon zu überzeugen, dass man ein Live-Album machen sollte. Oder das Label wird sagen, macht eins, es wird die Bonus-CD werden für die nächste Studioplatte.

So, damit sind wir am Ende, aber ich möchte dir natürlich die Möglichkeit geben, noch etwas hinzuzufügen.
Ich glaube, wir haben alles gesagt, was zu sagen gibt. Ich sage immer dazu, ich danke sowieso für jedes Interview. Man darf nicht vergessen: was bringt dir das, wenn du als Musiker Platten machst und keiner darüber schreibt? Dann hast du ja nichts davon. Jeder Interviewer sagt immer am Schluss „danke für deine Zeit“, aber ich muss ja umgekehrt sagen, danke für deine Zeit! Es war mir ein Fest, mit dir zu reden und über ganz viele Sachen zu sprechen, die immer mehr oder weniger mit der Sache zu tun hatten.

Ein Foto der Band Hammer King
Foto: Christian Palm

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Dieses Interview wurde per Telefon/Videocall geführt.

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