Metalfans aus Mexiko – weltweit bekannt unter dem Namen „Metaleros“ – zählen zu den leidenschaftlichsten Anhängern der harten Musik überhaupt. Da ist es kaum verwunderlich, dass die auch Bands Gründen – eine davon sind JET JAGUAR, die vor elf Jahren in Cancún gegründet wurden. Seither kam die Truppe derart gut an, dass sogar das alteingesessene deutsche Label Steamhammer Interesse zeigte und jüngst ihre neue Platte „Severance“ herausbrachte. Das alles ist für uns Grund genug, Frontmann Jorge Ramirez im Interview auf den Zahn zu fühlen.
Hi und danke, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview nehmt. Wie läuft es gerade für JET JAGUAR?
Hi! Danke euch für das Interview! Wir sind begeistert über die Veröffentlichung unseres neuen Albums, „Severance“. Es ist großartig zu sehen, dass es so vielen Leuten gefällt!
Auch wenn es JET JAGUAR seit mehr als einem Jahrzehnt gibt, seid ihr in unsereren Breiten vergleichsweise unbekannt. Erzählt uns ein bisschen über den Hintergrund der Band!
Das ist verständlich, da wir von einem anderen Kontinent kommen. JET JAGUAR wurden 2014 mit der Idee gegründet, Teil der NWOTHM zu sein. Das war damals eine Revival-Bewegung, mit der wir uns sehr identifiziert haben. 2017 haben wir den WACKEN METAL BATTLE-Wettbewerb gewonnen, was uns viele neue Möglichkeiten eröffnet hat; und 2020 haben wir dann unser Debütalbum veröffentlicht.

JET JAGUAR ist ein Charakter aus dem Godzilla/King-Kong-Universum. Warum habt ihr euch diesen Namen ausgesucht?
Als wir Teenager waren, haben wir dieses Godzilla-Kampfspiel gespielt, und es gab dort diese Figur namens „Jet Jaguar“. Wir fanden einfach, dass das ein cooler Name war, und es fühlte sich genau richtig an für die Art Musik, die wir spielen wollten.
Ihr habt kürzlich euer zweites Album „Severance“ veröffentlicht. Was müssen wir über diese Platte wissen?
Für uns ist es ein Schritt nach vorne, was Songwriting und Produktion angeht. Gleichzeitig fühlt es sich an, als würden wir einem Stil näherkommen, der sich mehr „nach uns“ anfühlt. Der Sound ist weiterhin im traditionellen Metal verwurzelt, aber mit einem modernen Touch.
„Severance“ ist euer erstes Album, das über Steamhammer, ein etabliertes deutsches Label, erscheint. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?
Wir hatten die Aufnahmen bereits abgeschlossen, aber für uns ergab es mehr Sinn, das Album über ein Label zu veröffentlichen, das uns wirklich bei der Promotion helfen würde. Die Leute bei Steamhammer mochten die Songs von Anfang an. Nach ein paar E-Mails erklärten sie sich bereit, uns live zu sehen, als wir letztes Jahr ANVIL supportet haben. Einige Tage nach der Show boten sie uns an, „Severance“ zu veröffentlichen.
Fünf Jahre zuvor, 2020, erschien euer Debüt-Longplayer „Endless Nights“. Wie würdet ihr sagen, habt ihr euch seit diesem Album verändert oder weiterentwickelt?
Wenn wir „Endless Nights“ heute hören, klingt es definitiv so, als hätten wir den Bands Tribut gezollt, die uns musikalisch und textlich geprägt haben. Seitdem würde ich sagen, dass wir nicht nur als Musiker, sondern auch als Menschen gereift sind. Das hat dazu geführt, dass wir einen Sound finden wollten, der mehr unser eigener ist, und über Dinge schreiben, die sich für uns relevant anfühlen.

JET JAGUAR verfolgen offensichtlich einen traditionellen Ansatz im Heavy-Metal-Songwriting, dennoch klingt euer neues Album in der Produktion sehr sauber und modern. Was denkt ihr über junge Bands, die klingen, als hätten sie Mitte der 80er aufgenommen?
Absolut nichts dagegen. Letztendlich ist es großartig, eine große Vielfalt an Sounds und Stilrichtungen zur Auswahl zu haben – sowohl als Musiker als auch als Hörer.
Welche Bands würdet ihr als eure größten Einflüsse nennen?
In unseren frühen Tagen haben wir viel Inspiration aus NWOTHM-Bands wie ENFORCER, SKULL FIST und STEELWING gezogen, aber auch aus Oldschool-Bands wie RIOT, ACCEPT, TOKYO BLADE, um nur einige zu nennen.
Ihr kommt aus Cancún, Mexiko. Weltweit sind mexikanische Metalheads als einige der passioniertesten Fans überhaupt bekannt. Wie ist die Szene in Mexiko?
Es gibt einige gute Aspekte. Es gibt viele sehr talentierte Bands und die Fans sind ziemlich leidenschaftlich. Wir haben aber auch einige Einschränkungen. Das hat viel mit der „Kaufkraft“ der mexikanischen Bevölkerung zu tun. Das führt dazu, dass Fans sich entscheiden, GUNS N ROSES oder METALLICA zum achten Mal zu sehen, statt kleinere Shows zu besuchen. Außerdem konzentrieren sich die meisten Infrastrukturen, Veranstaltungsorte, das Geld und die Leute auf zwei oder drei Städte. Es ist extrem schwer, es in Mexiko als Metal-Act „zu schaffen“, und deshalb versuchen wir, Chancen außerhalb unseres Heimatlandes zu suchen.
Wie sieht es mit euren Tourplänen aus? Wird es bald eine Chance geben, JET JAGUAR in Deutschland zu sehen?
Wir haben kürzlich auch bei der deutschen Agentur RedLion Music unterschrieben, die aktiv nach Touring-Möglichkeiten für die Band sucht. Also ja – hoffentlich werden wir 2026 irgendwann in Deutschland unterwegs sein.
Möchtet ihr noch etwas hinzufügen?
Nochmals danke für das Interview, Thomas. An die Leute, die uns unterstützt und das neue Album gehört haben: Vielen Dank! Und an diejenigen, die es noch nicht gehört haben: Hört euch „Severance“ auf eurer Lieblings-Streaming-Plattform an! Besonderer Dank geht an die Leute bei Steamhammer, die einen fantastischen Job machen, die Botschaft in die Welt hinauszutragen.
Du siehst gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicke auf die Schaltfläche unten. Bitte beachte, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.


