Interview mit J. von Kosmokrator

Erst 2013 gegründet, gehören KOSMOKRATOR aus Belgien zu den jüngsten Pferden im Stall des deutschen Liebhaber-Labels Ván Records. Anlässlich der Veröffentlichung der ersten Demo der Band, „To The Svmmit„, auf CD sprachen wir mit Sänger J. über Ansichten und Pläne im KOSMOKRATOR-Camp.

Kosmokrator

KOSMOKRATOR wurde 2013 gegründet. Könntest du die Band kurz vorstellen?
KOSMOKRATOR setzt sich aus fünf sehr unterschiedlichen Individuen zusammen – sowohl, was die Persönlichkeiten, als auch die Interessen angeht. Die Band entstand, weil uns die Kreativität, die in allen Mitgliedern wohnt, dazu getrieben hat. Ansonsten gibt es da eigentlich nichts weiter zu sagen.

Was ist euer Ziel, wenn es darum geht, Musik zu erschaffen?
Wir neigen nicht dazu, einem bestimmten vorgegebenen Pfad zu folgen. Wir sind keine großen Freunde von Schubladendenken. Wir gehen unseren Weg, unabhängig von äußeren Einflüssen (zumindest versuchen wir das) und wir wissen nicht, wohin uns dieser Weg führt oder wo wir damit enden werden. „Do what thou wilt shall be the whole of the law“, (Tue, was du willst soll das einzige Gesetz sein – Aleister Crowley; A.d.Red.), keine Kompromisse!

Welches Gefühl soll ein KOSMOKRATOR-Song widerspiegeln?
Ich würde nicht sagen, dass es ein bestimmtes Gefühl gibt, auf das wir abzielen. Es ist eher eine individuelle Erfahrung. Der Hörer soll die Musik erleben, ohne in eine Richtung gedrängt zu werden. Ich bin davon überzeugt, dass sogar wir in der Band unsere Musik sehr unterschiedlich wahrnehmen, insofern würde ich sagen, ist das mehr ein persönliches Ding. Aber das Erlebnis, oder das Gefühl, das sie idealerweise auslöst, wäre wohl ein sehr nihilistisches und doch kraftvolles.

Kosmokrator - To The SvmmitBereits 2014 habt ihr „To The Svmmit“ als Tape-Demo veröffentlicht. Jetzt erscheint das Material über Ván-Records auf CD. Wurde die Musik auch überarbeitet?
Das Material wurde nochmal gemastered, aber es klingt jetzt nicht viel anders als das Original.

Wie wurden Ván auf euch aufmerksam und warum denkst du, ist es das perfekte Label für KOSMOKRATOR?
Wir haben ihnen eine Kassette geschickt und gehofft, dass das Material es durch die Masse aus eingehenden Promos soweit schafft, dass Sven zumindest mal reinhört. Es ist ein Label, das sich nicht scheut, über den Tellerrand hinauszuschauen – die Vielfalt der Bands, die dort unter Vertrag sind, sagt alles. Außerdem versuchen sie immer, ihre fertigen Veröffentlichungen perfekt aussehen zu lassen – insofern, ja, das Label passt perfekt.

Hast du dir schon alle Bands von Ván angehört? Welche gefallen dir am besten?
Wir kennen den riesigen Ván-Records-Roster sehr gut – das ist wirklich beeindruckend, da Favoriten zu nennen wäre völlig sinnlos. Wir sind, wie gesagt, ja auch fünf sehr verschiedene Individuen, was sich auch in sehr verschiedenen musikalischen Geschmäckern niederschlägt. Aber natürlich hat das Label unzählige großartige Bands!

Arbeitet ihr bereits an einem Nachfolge-Werk, diesmal vielleicht sogar einem Album?
Da kommt was, ja, aber noch kein Album.

Ist KOSMOKRATOR ein Studio-Projekt, oder spielt ihr auch live?
Definitiv kein reines Studioprojekt, aber vermutlich werden wir uns mehr im Studio als auf der Bühne aufhalten.

Sind Shows in Deutschland in Aussicht?
Tatsächlich, ja.

Kosmokrator

Zum Abschluss ein kurzes Brainstorming:
Metal: Belgien hat ein paar großartige Bands, aber obwohl unser Land so klein ist, ist die „Szene“, wenn man diesen Begriff überhaupt benutzen will, zersplittert und wenig unterstütztend.
Das AKW Tihange 2: Nichts, worum man solchen Wirbel machen muss, aber Thema vieler inhaltsleerer politischer Debatten.
Urfaust: Großartige Band, großartige Attitüde, zu viele Shirts.
Bier: Viel davon mag ein Klischee sein, aber die meisten von uns Belgiern werden Bier anderen abgefahreneren Getränken immer vorziehen. Und die meisten von uns sind dahingehend auch sehr chauvinistisch, obwohl man sagen muss, dass Belgien nicht das einzige große Bier-Land ist. Es gibt seit ein paar Jahren auch eine Menge gute neue Biere aus dem Ausland (zum Beispiel die IPA’s von BrewDog!)
Flüchtlingskrise: Die Geschichte wird sich immer auf die eine oder andere Art wiederholen. Die Welt brennt und es gibt kein gutes Ende.
Belgien: Wir beschweren uns zwar oft, aber alles in allem ist es ein großartiges Land, das wie jedes andere seine Fehler hat.

Vielen Dank für deine Zeit – wir sind gespannt, zu sehen, wie es mit KOSMOKRATOR weitergeht und wann wir das nächste Mal von euch hören! Alles Gute, die letzten Worte gehören dir:
Danke und ja, das stimmt.