Interview mit Raphael Weinroth-Browne

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Einige dürften Raphael Weinroth-Browne als Live-Cellisten von LEPROUS kennen. Aber er ist viel mehr: ausgebildeter klassischer Musiker mit viel Liebe für Metal. An mehr als 80 Alben und Soundtracks hat er mitgewirkt – und seine Fans beeindruckt er öfter mal mit Cello-Cover-Versionen von Metal-Klassikern wie etwa Meshuggas „Bleed“. Zeit, das Multi-Talent zum Gespräch zu bitten.

 In welchem Alter hast du begonnen, Musik zu machen?
Mein Interesse für die Musik begann schon sehr früh, wahrscheinlich, weil ich schon als Kind viel Musik verschiedenster Genres anhören musste. Meine Eltern haben eine große Plattensammlung, insofern wurde zu Hause immer Musik gespielt. Ich war sogar schon sicher, dass ich Musiker werden möchte, bevor ich überhaupt Musikunterricht hatte. Es gab niemals Zweifel, dass ich diesen Weg einschlagen will.

Welches Instrument hast du zuerst gelernt? Wie fleißig hast du geübt?
Ich bekam Cellounterricht, als ich neun Jahre alt war. Kurz darauf habe ich Klavierstunden genommen, danach Gitarre, Schlagzeug, und auch noch Bassgitarre. Ich bin auf die Kunsthochschule gegangen und habe einen Master-Abschluss im Cellospiel gemacht.
Als ich älter wurde, war ich immer von Musikern umgeben, die besser waren als ich, und die Musik hat mein Leben komplett durchflutet. Dadurch wurde ich inspiriert, immer besser werden zu wollen. Während meiner Universitätsjahre habe ich in jeder freien Minute Cello gespielt. Nach dem Abschluss in 2015 hatte ich dann mehr Auftritte. Im Moment lebe ich danach, was mich in musikalischer Hinsicht am glücklichsten macht. Ich merke immer mehr, dass es mich am meisten erfüllt, wenn ich meine eigene Musik spiele. Ich möchte das über alles andere stellen.

Welches waren die wichtigsten Schritte oder Entscheidungen in deiner bisherigen Karriere?
Das ist eine schwierige Frage. Ich kann nur ein paar Höhepunkte benennen. Natürlich hat mich das Studium des Cellos an der Hochschule einen großen Schritt vorangebracht. Allerdings habe ich mich danach entschieden, keinen dritten Abschluss zu machen und das war ein einschneidender Schritt. Ich habe früh erkannt, dass ich mich auf meine Karriere konzentrieren möchte, aber die Hochschule stand mir dabei tatsächlich eher im Weg. Rückblickend denke ich, dass das, was ich nicht getan habe, mich definiert hat. Während die meisten meiner Kollegen sich für Orchester beworben haben, habe ich dem den Rücken gekehrt und mich ungewöhnlichen Projekten gewidmet, wie THE VISIT und KAMANCELLO. Das hat mir viele Türen geöffnet. Ich habe THE VISIT mit meiner Partnerin gegründet. Ohne dies hätten wir niemals den Support-Slot für LEPROUS bekommen. Damals musste ich alleine spielen, weil meine Frau krank war, und das hat dazu geführt, dass ich eingeladen wurde, auf LEPROUS‘ Album „Malina“ zu spielen.

Du eröffnest ja seither nahezu alle LEPROUS-Gigs mit einem Cello-Intro zu “Bonneville”. Wurde das spontan entschieden? Spielst du jedes Mal etwas anderes? Oder hast du Vorgaben von der Band bekommen?
Vor der Tour 2017, hat mir Einar Solberg angeboten, die Konzerte mit dem Cello zu eröffnen. Viele Bands spielen ja einfach ein Intro von Band ab, insofern ist ein Live-Musiker hierfür schon etwas ungewöhnlicher. Das ist natürlich dynamischer und reißt das Publikum mit. Ursprünglich war angedacht, dass ich vom Line-Check bis Konzertbeginn einfach spiele, und auch nach Ende des Gigs, um die üblichen Gepflogenheiten zu durchbrechen. Dies habe ich also 2017 vornehmlich getan.
Während der US-Tour letztes Frühjahr waren wir die Supportband, insofern war mein Auftritt der erste des Abends. Auf der 2018er EU-Tour habe ich dann wieder ab dem Line-Check gespielt. Mein Auftritt hat sich während der bisherigen mehr als 100 Gigs entwickelt. Es gibt eine längere Version meines Auftritts für die Headlinergigs, und eine kürzere, wenn wir Support sind. Aber große Teile der Eröffnung sind improvisiert. Einige Elemente müssen natürlich gleich bleiben. Und natürlich bleibe ich flexibel, wenn wir Zeit einsparen müssen, oder wenn es technische Schwierigkeiten auf der Bühne gibt.

Gibt es ungewöhnliche Instrumente, die du gelernt hast?
Neben den vorher genannten spiele ich noch Hackbrett und Oud [eine Kurzhalslaute, A. d. Red.].

Hast du dir diese autodidaktisch beigebracht?
Ja, was die meisten Instrumente abseits des Cello angeht, habe ich ein natürliches Gefühl dafür und mir das meiste selbst beigebracht. Ich habe sogar eigenständig neue Cellotechniken entwickelt.

Verdienst du deinen Lebensunterhalt mit der klassischen Musik?
Es ist schwer, von der Musik zu leben, insbesondere da ich heutzutage nicht mehr viel klassische Musik spiele. Ich sehe mich selbst ja nicht als klassischen Musiker, sondern wollte immer ungewöhnliche Pfade einschlagen. Meine eigenen Bands zu gründen, hat sich für mich persönlich mehr ausgezahlt. Und ich denke, es hat mir mehr gebracht, kreativ an der Entwicklung von Neuem zu arbeiten, als einfach nur fertige Stücke zu spielen. Dadurch bin ich einzigartig geworden und habe die Chance, mit meinen musikalischen Vorbildern zusammenzuarbeiten.
Natürlich genieße ich es auch, hin und wieder das Standardrepertoire auf dem Cello zu spielen, aber ich konzentriere mich eher darauf, Dinge zu machen, die andere noch nicht probiert haben. Es ist schon witzig, dass die Leute automatisch denken, man verdient sein Geld im klassischen Orchester, wenn man das Cello spielt. Ich versuche immer, dieses Vorurteil aufzubrechen und möchte keiner bestimmten Stilrichtung zugeordnet werden.

Wie ich hörte, kannst du jeden Metalsong auf dem Cello spielen. Wie lässt sich das erklären? Welches sind deine Lieblings-Metal-Bands oder –songs?
Ich bin tatsächlich eher ein Metalhead als ein Klassikliebhaber. Wenn ich eher der klassische Typ wäre, würde ich ja nicht auf der Bühne stehen und headbangen, mit dem Cello in der Hand. Ich bin mit Metal aufgewachsen und ich denke, deshalb bin ich am Ende auch bei LEPROUS gelandet. Wenn ihr euch meine Kompositionen anhört, werdet ihr feststellen, dass die Einflüsse aus dem Metal hier groß sind. Einige meiner Lieblingsbands sind seit langem Meshuggah, Opeth, Tool und Gojira. Ich mache auch keinen Unterschied zwischen den Genres – ich genieße einfach die Art von Musik, die in mir etwas bewegt, und versuche, diesen Spirit auch in meinen eigenen Stücken zu verwirklichen. Ich möchte musikalische Ideen auf ganz neue Ebenen erheben. Außerdem habe ich es mir zum Ziel gesetzt, den Leuten zu zeigen, dass man auch auf dem Cello jedes beliebige Metal-Riff spielen kann. Zum Beispiel, wenn ich mit LEPROUS auf der Bühne stehe, will ich, dass die Leute erkennen, dass es genauso ein Rock-Instrument ist wie alle anderen Instrumente.

Kanntest du LEPROUS eigentlich, bevor sie dich “entdeckt” haben? Kannst du dich an den Moment erinnern?
Ja, und tatsächlich war ich ein Fan der Band, bevor ich sie getroffen habe. Das war auch der Grund, warum ich zugestimmt habe, ihren Gig in meiner Heimatstadt zu eröffnen. Sobald ich die Bühne verlassen hatte, haben mich Einar und TorO beiseite genommen und mich gefragt, ob ich auf ihrem nächsten Album spielen will. Natürlich war ich einverstanden und wir haben sofort begonnen, Details zu besprechen. Auch, dass ich die Tour begleiten könnte, war bereits ein Gesprächsthema. Ich war ganz schön überwältigt davon, da alles ziemlich schnell ging. Aber ich hatte auch sofort das Gefühl, dass ich das tun sollte. Es ist schon verrückt, wenn man jetzt zwei Jahre später auf den Moment zurückblickt und reflektiert, wieviel seit diesem ungewöhnlichen Angebot passiert ist.

Warst du auch schon mit anderen Rock- oder Metalbands auf Tour?
Mit anderen Bands bin ich nicht so intensiv getourt wie mit LEPROUS. Ich habe aber auf vielen Metal- und Prog-Alben gespielt. Das „Prog“-Label ist eh recht weitgefasst, aber wahrscheinlich fällt das meiste meiner Arbeit in diesen Bereich, da es darum geht, unerforschtes Land zu erkunden. Ich habe viel im Studio mit Metal- und Prog-Bands gearbeitet. Hier könnte man als besondere Beispiele die letzten drei Veröffentlichungen von der kanadischen Band WOODS OF YPRES nennen, das Debutalbum von LUX TERMINUS (USA) und die aktuelle Scheibe von KADINJA (Frankreich).

Woran arbeitest du gerade sonst so?
Außerhalb von LEPROUS ist auch immer ganz schön viel los. Ich arbeite an einem Solo-Album, sowie an neuen Songs für THE VISIT. Auch mit KAMACELLO haben wir ein neues Album aufgenommen, welches 2019 veröffentlicht wird. Und dann gibt es noch meine Band MUSK OX. Wir haben viele Songs komponiert und werden kommendes Jahr mit den Studioaufnahmen beginnen. Außerdem veröffentliche ich auch eigene Videos auf meinem YouTube-Kanal, circa alle ein/zwei Monate. Ich habe ein weiteres Studio-Projekt mit einem langjährigen Freund von mir, der auch Soundingenieur ist. Ich spiele für Film- und Fernseh-Soundtracks und gebe jungen Cellisten Privatunterricht, wenn ich zuhause bin.

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Welches ist dein Lieblingssong von LEPROUS?
Ich gebe zu, dass ich aktuell nicht so oft die Alben anhöre, weil ich die Songs ja live spiele. Und nach der Tour brauche ich dann immer eine Pause davon. Ich denke eh, dass ich keinen Favoriten habe. Wir haben jeden Abend eine andere Setliste, was die Sache natürlich frischer und interessanter macht.

Wenn du mit Einar auf der Bühne bist, um “The Last Milestone” zu spielen, musst du dich aufs Spielen konzentrieren, oder bleibt auch Raum für Gefühle?
Also, ehrlich gesagt liegt mein Augenmerk darauf, im Takt zu bleiben und ihm eine solide Basis für seinen Gesang zu bieten. Im Gegensatz zu allen anderen LEPROUS-Songs wird dieser ohne Klick-Track gespielt, daher muss man genau zuhören und sicherstellen, dass alles zusammenpasst. Ich höre also nicht absichtlich genau zu, sondern weil es in meiner Verantwortung liegt, dass das Publikum die verschiedenen Emotionen durchleben kann.

Hast du ein paar Geheimtipps an Bands, die man antesten sollte, egal, ob Metal oder nicht?
Ja. Hier einige Künstler, die auch schon in Europa getourt haben. Ich empfehle, in alle davon reinzuhören: Thantifaxath, Ayahuasca, Jessica Moss, The Night Watch, Civvie, Esmerine, Völur, Gates, Uxvae, Alaskan Tapes und Voga.

In THE VISIT spielst du mit deiner Frau zusammen. Ihr seid ja auch schon auf dem WGT aufgetreten. Wo sonst noch?
THE VISIT war meine Hauptbeschäftigung von 2013 bis 2016. Wir sind in einigen europäischen Städten aufgetreten, inklusive Frankreich, Belgien, Deutschland und Tschechische Republik. Unser Gig beim Wave-Gotik-Treffen 2016 war im „Schauspielhaus“ Leipzig vor rund 700 Zuschauern. Letztes Jahr waren wir weniger aktiv, aber wir arbeiten daran. So haben wir zum Beispiel eine ausverkaufte Show im Oktober 2018 bei der „Cello Biennale Amsterdam“ gespielt, dem weltgrößten Cello-Festival. 2019 werden wir wieder öfter auftreten.

In manchen Songs gibt es keine Texte, sondern deine Frau drückt sich nur durch Stimmlaute aus. Was ist das Konzept dahinter?
Nur auf unserer ersten CD “Between Worlds” gibt es keine Lyrics. Heather ist so eine gute Sängerin, sie kann jede Emotion nur mit Stimm-Klängen ausdrücken. Die Stimme kann genauso wie ein Instrument wirken, nicht nur, um Texte zu formulieren. Auch ist die Musik, die ich für THE VISIT komponiert habe, sehr komplex und kompliziert, manchmal passen da keine Worte dazu. Zum Beispiel das Stück „Offering“ ist einzigartig und erst nach acht Minuten gibt es überhaupt Vocals. Ich denke, das hat eine größere Überzeugungskraft, als wenn es durchweg englischen Text gäbe.

Wie ist der Stand bei KAMANCELLO?
KAMANCELLO ist ein fortwährendes Projekt, welches in 2014 startete. Seitdem treten wir immer mal wieder auf, so auch auf der Cello Biennale Amsterdam im Oktober. Wir arbeiten am zweiten Album, welches Mitte 2019 erscheinen soll. Nächstes Jahr werden wir auch unser Debut in Kanada mit einem Sinfonieorchester geben.

Warum eigentlich das Cello und nicht die Geige? Könnte die nicht auch endlos Emotionen zaubern?
Die Geige habe ich tatsächlich nie in Betracht gezogen. Als Kind wurde ich gefragt, ob ich Klavier lernen will, aber ich wollte unbedingt das Cello lernen, weil es was anderes war. Zwar kann eine Geige auch wundervoll sein, aber ich denke, sie kommuniziert nicht so universell und intensiv mit dem Publikum wie das Cello. Außerdem fehlen ihr die richtig tiefen Töne. Auf dem Cello kann man Basslinien und -riffs spielen, genauso wie hohe Töne. Ich habe es natürlich ausprobiert, wie es ist, die Violine zu spielen, aber sie war eh zu klein und unbequem zu spielen. Ich denke, mal wählt immer das Instrument, zu dem man sich hingezogen fühlt. Und mir war schon früh klar, zu welchen Instrumenten ich eine besondere Bindung habe.

Was macht deiner Meinung nach eigentlich einen guten Musiker aus, neben etwas Talent und Übung natürlich?
Ich denke, ein guter Musiker zu sein, geht weit über Talent und Proben hinaus. Es hat mehr damit zu tun, welche Visionen der Musiker/ Komponist verwirklichen möchte. Das bindet das Publikum über einen längeren Zeitraum als technisches Können oder Tüchtigkeit. Ich möchte sogar behaupten, dass jemand, der ein Instrument gut spielen kann, nicht unbedingt gleichzeitig ein guter Musiker sein muss. Es gibt unzählige gute Instrumentalisten da draußen, aber gute Musiker haben Qualitäten, die weit über das hinausgehen, was das Instrument hergibt. Es geht um Vielseitigkeit, Kreativität in verschiedenen musikalischen Zusammenhängen, und natürlich um eine einzigartige Stimme oder Spielweise, die großen Wiedererkennungswert hat; etwas, was andere nicht einfach so nachmachen können. Außerdem gehören zu einem guten Musiker die Fähigkeiten, beim Publikum Kopfbilder zu erzeigen und das Gehirn zum Mitarbeiten zu bewegen. Das ist sogar möglich, wenn man auf einem Instrument ansonsten nicht perfekt ist. Man kann trotzdem erreichen, dass man den Hörer auf einer tieferen Ebene berührt.

Und was macht dich einzigartig?
Für mich bilden das Komponieren und das Spielen eine Einheit. Meine Ideen sind meine größten schöpferischen Quellen. Ich möchte über den Tellerrand hinausblicken und neues Klang-Terrain erforschen und so meine eigene musikalische Sprache entwickeln. Vor allem mit dem Cello, mit dem ich mich am wohlsten fühle und am meisten aus meiner Komfortzone wage. Als kreative Person denke ich, dass man sich mit seinen eigenen Stärken identifizieren muss, um sich ausgefüllt zu fühlen, was dann auch zum Erfolg führt. Also nicht dem Trend folgen.

Welcher Musiker steht noch auf deiner Wunschliste, was eine Zusammenarbeit betrifft?
Das ist eine interessante Frage. Ich bin natürlich schon mit inspirierenden Persönlichkeiten gesegnet, was fruchtbare Zusammenarbeit betrifft, Ich habe mit so vielen Künstlern gearbeitet über die Jahre, dass ich an dem Punkt bin, dass ich auswählen möchte, mit wem ich arbeite. Und da fühle ich diese enge Verbindung mit meinen Mitmusikern von THE VISIT und KAMANCELLO, wenngleich es natürlich noch viele anderen Musiker gibt, die ich bewundere. Allerdings weiß ich nicht, ob ich sie brauche oder sie mich. Manchmal klingen solche Kooperationen auf dem Papier super, aber real nicht. Momentan bin ich zufrieden mit meinen Partnern und es gibt so viel zu tun, dass ich mich darauf konzentrieren möchte, statt auf mögliche andere Kombinationen.

Welches war der interessanteste Live-Gig, den du als Zuschauer erleben durftest (außerhalb der Bands, mit denen du selbst live gespielt hast)?
Das ist eine schwierige Frage. Ich habe unzählige erinnerungswürdige Shows erlebt. Anfang dieses Jahres sah ich Colin Carr alle sechs Bach-Cello-Suiten an einem einzigen Nachmittag hintereinander aufführen. Jeder, der diese Musik kennt oder sich schon selbst daran versucht hat, weiß, dass das eine unfassbar große Herausforderung ist. Er hat diese 6 Suiten in verschiedenen Städten zum 60. Jahrestag aufgeführt und bei ihm sah es so leicht aus. Ich denke, ich habe noch nie vorher so eine reife und unangestrengte Aufführung eines solchen Musikstücks von einem einzelnen Musiker erlebt. Das war der Hammer.

Welchen Crossover-Mix aus welchen Musikrichtungen würdest du gerne mal selbst realisieren?
Das habt ihr in anderen Interviews bestimmt schon oft gehört, aber wenn ich Musik schreibe, denke ich nicht an Genres. Das behindert die Kreativität nur. Beim Komponieren ist das Wichtigste, dass die Ideen einfach so fließen können, ohne diese gleich zu hinterfragen und zu sortieren. Für mich selbst ist es am erfüllendsten, wenn ich etwas geschrieben habe, was ich anderen gar nicht beschreiben kann mit Worten. Für die Zukunft hoffe ich, mehr Musik zu komponieren, die viele verschiedene Instrumente mit einbindet, nicht nur das Cello. Mit Sicherheit werde ich viele Angebote bekommen, und hoffentlich wird etwas Interessantes dabei sein, was neue Klangkreationen und kunstvolle Elemente hervorbringt. Ich freue mich darauf, mich selbst und andere mit den Resultaten dieser künftigen Projekte zu überraschen.

Zum Abschluss ein Brainstorming:
Politiker: Was bin ich froh, dass das nicht mein Beruf ist. Als Musiker ist es so viel einfacher, etwas Positives im Leben anderer zu hinterlassen.
Mythologien: H.P. Lovecraft
Techno-Music: Joe Satrianis Album ‚Engines Of Creation‘. Ich war zehn Jahre alt, als ich das Album für mich entdeckte und ich höre immer mal wieder rein. Das war das erste Album, das ich kannte, welches eine Rockgitarre mit Elektro und Techno kombiniert hat (noch vor den folgenden, futuristischer klingenden Veröffentlichungen von Paul Wardingham und anderen).
Internet: Fluch und Segen zugleich.
Du in 10 Jahren: Wer weiß! Das werden wir abwarten müssen.

Dieses Interview wurde persönlich geführt.

Publiziert am von Uta A. (Gastredakteurin)

Fotos von: Uta A. (Gastredakteurin)

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