
21 Jahre ist es her, dass WOLFMOTHER ihr gleichnamiges Debüt veröffentlicht haben. Songs wie „Woman“, „Dimension“ oder natürlich „Joker & The Thief“ schlugen damals nicht nur bei Fans klassischer Rockmusik ein wie eine Bombe, sondern bescherten der Band auch darüber hinaus große Erfolge mit Platzierungen in Soundtracks von Videospielen und Filmen und sogar einem Grammy-Gewinn. Kein Wunder also, dass WOLFMOTHER auf ihrer ausgedehnten Europa-Tour den Geburtstag des Debüts in den Mittelpunkt stellen, auch wenn man als Konzertbesucher davon eher indirekt erfährt.
WOLFMOTHER haben sich den heißesten Tag der Woche in München für ihre Show ausgesucht, daher ist es auch bei erst knapp zur Hälfte gefülltem Werk schon vor Beginn der Show ziemlich warm und feucht. Eine richtige Vorband gibt es auch nicht, stattdessen steht bereits weit vor 20:00 Uhr der Kameramann der Band mit einer Gitarre auf der Bühne und covert Rock-Klassiker. Scheinbar wurde kein lokaler Support gefunden, und auch wenn sich der Herr Mühe gibt, fällt die Reaktion des Publikums verhalten aus. Kurz vor 20:00 Uhr verlässt er die Bühne, und dann heißt es nochmal knapp 35 Minuten warten.

Ohne viel Brimborium entern Andrew Stockdale und seine beiden neuesten Mitstreiter James Wassenaar (Bass) und Brett Wolfenden (Schlagzeug) schließlich die Bühne, die ebenso minimalistisch daherkommt: kein Backdrop, keine sonstige Deko, keine Effekte. Bei der Qualität des dargebotenen Materials spielt das aber keine Rolle, denn schon mit dem Opener „Dimension“ kommt Bewegung ins Publikum. Das Werk ist nicht übermäßig voll, was genug Platz lässt zum Headbangen und später auch für Moshpits. Man merkt Stockdales Stimme leider an, dass die Tour schon eine Weile läuft, Spielfreude und Energie hat das Trio aber trotzdem immer noch. Dass WOLFMOTHER in dieser Besetzung schon einige Shows hinter sich haben, hat auch einen positiven Effekt, denn das Trio agiert wirklich als Einheit, ist perfekt aufeinander eingespielt. Und was soll man sagen, das Debüt ist und bleibt einfach das beste Album der Australier.
München zeigt sich bei fast jedem Track des Erstlings textsicher, und ab dem an dritter Stelle in der Setlist platzierten „Woman“ steht der stetig wachsende Moshpit den Rest des Abends kaum noch still. WOLFMOTHER streuen zwischen die Songs von „Wolfmother“ auch noch ein paar Stücke der späteren Alben. Besonders „New Moon Rising“ und das als Zugabe gespielte „Victorious“ sorgen für ordentlich Stimmung, und das Publikum singt die Refrains lauthals mit. Den Höhepunkt erreicht die Show mit „Colossal“, inklusive Gitarrensolo von Stockdale, und dem unausweichlichen „Joker & The Thief“. Bands auf einen bestimmten Song zu reduzieren ist nie gut, aber was Stockdale mit diesem genialen Riff geschaffen hat, gilt zurecht als Über-Hit von WOLFMOTHER.
Viel zu schnell endet das Konzert mit „Victorious“, wobei in Anbetracht der Hitze im Werk für Band und Fans kaum noch mehr möglich gewesen wäre. Zum Abschied lässt sich das Trio noch einmal ausgiebig bejubeln und verschwindet dann genauso unaufgeregt von der Bühne, wie sie angefangen haben.
- Dimension
- White Unicorn
- Woman
- Apple Tree
- Midnight Train
- Pyramid
- New Moon Rising
- Rock Out
- Mind’s Eye
- California Queen
- Feelin Love
- Tales From The Forest Of Gnomes
- Vagabond
- Where Eagles Have Been
- Colossal
- Joker & The Thief
- Victorious
Den Legendenstatus ihres Debüts haben WOLFMOTHER heute Abend einmal mehr unterstrichen. Daneben ist aber auch schön zu sehen, was für eine Einheit Stockdale, Wassenaar und Wolfenden bilden. Bleibt zu hoffen, dass das Line-up diesmal länger hält und das nächste Album endlich mal wieder ähnlich gut wird wie „Wolfmother“.
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