Dymna Lotva: Sängerin Nokt Aeon in Belarus wegen „Extremismus“ angeklagt

Die belarussische Sängerin Katsiaryna „Nokt Aeon“ Mankevich von den Metal-Bands DYMNA LOTVA und HANGOVER IN MINSK ist in ihrem Heimatland wegen „extremistischer Aktivitäten“, „Terrorismusfinanzierung“ und drei weiterer Straftaten angeklagt worden. Zuvor hatten DYMNA LOTVA über oppositionelle Kanäle erfahren, dass mehrere ihrer Musikvideos von einem Gericht in Belarus offiziell als „extremistisches Material“ eingestuft worden waren.

Im Zuge der jüngsten Eskalation hat der Untersuchungsausschuss des Bezirks Sovietsky in Minsk im Juni ein Verfahren gegen Mankevich eingeleitet, die im polnischen Exil lebt. Sie wurde für den 14. August zu einer Anhörung vor das Stadtgericht Minsk vorgeladen.

Hier das Statement in voller Länge:

„Es wird behauptet, dass Metal im Allgemeinen und Black Metal im Besonderen zu harmlos und zahm geworden seien“, bemerkt Katsiaryna „Nokt Aeon“ Mankevich sarkastisch. „Na, dann haltet mir mal mein Bier, denn gegen mich wurde nun offiziell Anklage nach fünf Artikeln des belarussischen Strafgesetzbuchs erhoben, darunter ‚extremistische Aktivitäten‘ und ‚Terrorismusfinanzierung‘. Das könnte für mich eine Haftstrafe von bis zu zwölf Jahren bedeuten. Vielleicht will Lukaschenkos Regime den Metal wieder extrem machen? Aber mal ganz im Ernst: Dieses Strafverfahren ist komplett aus der Luft gegriffen und politisch motiviert. Es steht eindeutig im Zusammenhang mit meiner Teilnahme an Protesten gegen das Regime und meiner Unterstützung für die Ukraine. Für mich ist es sogar irgendwie schmeichelhaft, dass dieses Regime uns auch sechs Jahre nach den Protesten und fünf Jahre, nachdem ich gezwungen war, Weißrussland zu verlassen, immer noch im Auge behält. Das bestätigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin, und gibt mir zudem eine starke Motivation, weiterzumachen. Bitte macht euch keine Sorgen um mich. Polen hat mir aufgrund dieser politischen Verfolgung internationalen Schutz gewährt. Infolge dieses Prozesses könnte Weißrussland alle meine noch im Land verbliebenen Vermögenswerte beschlagnahmen. Nun, mein Geld für die Musikproduktion auszugeben, hat sich doch als großartige Idee herausgestellt. Und an den Ermittlungsausschuss des Bezirks Sowjetski in Minsk richte ich folgende Worte: ‚Leckt mir meinen extremistischen Arsch!’“

 

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Michael Schurig

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