Die belarussische Dark-Metal-Band DYMNA LOTVA hat mitgeteilt, dass mehrere ihrer Musik- und Konzertvideos in Belarus per Gerichtsbeschluss als „extremistische Materialien“ eingestuft wurden. Für Fans, die noch im Land leben, bedeutet dies nach Einschätzung der Band ein reales Risiko von Haftstrafen, wenn sie entsprechende Clips geliked, geteilt oder kommentiert haben und das Regime dies nachverfolgen kann.
Die Band verweist darauf, dass theoretisch auch schon Jahre zurückliegende Likes zu einem Video, das erst jetzt auf die Extremistenliste gesetzt wurde, zu einer Inhaftierung führen könnten. Zugleich betonen DYMNA LOTVA, man fühle sich geehrt, gemeinsam mit anderen oppositionellen belarussischen Künstlerinnen und Künstlern in diese Kategorie aufgenommen zu werden. Um ihren Anhängerinnen und Anhängern Orientierung zu geben, hat die Gruppe alle offiziell verbotenen Clips in einer eigenen YouTube-Playlist mit dem Titel „Extremist videos“ zusammengefasst.
Zu den betroffenen Inhalten gehört auch die Aufzeichnung des Auftritts beim PROPHECY FEST 2023. Die Band stellt die Frage, ob die Besucherinnen und Besucher damals hätten ahnen können, dass die Aufnahme ihres Konzerts später per Gerichtsurteil verboten werden würde. Der ganze Vorgang sei absurd, spiegele aber die Realität eines Landes wider, in dem die Bevölkerung seit Jahrzehnten unter einer Diktatur lebe.
DYMNA LOTVA erinnern daran, dass ihre Konzerte in Belarus bereits vor viereinhalb Jahren untersagt worden seien und die Mitglieder gezwungen gewesen seien, ihre Heimat zu verlassen. Im vergangenen Jahr seien neue strafrechtliche Vorwürfe gegen sie erhoben worden, nun folge die Einstufung ihrer Videos als extremistische Materialien. In dem Statement wird dies als Bestätigung interpretiert: „Das bedeutet, dass wir das Richtige tun. Und es bedeutet auch, dass noch nichts vorbei ist.“
Aus dem sicheren Exil heraus sieht sich die Band verpflichtet, weiter öffentlich Stellung zu beziehen. Man könne und wolle nicht schweigen und müsse „nicht nur für uns selbst sprechen, sondern auch für diejenigen, deren Mund durch Repression zum Schweigen gebracht wurde“. Das Statement endet mit einem klaren Bekenntnis zu einem freien Belarus und einer scharfen Zurückweisung des autoritären Regimes im Land.

