CD-Review: Alfahanne - Det Nya Svarta

April 2017

Besetzung

Pehr Skjoldhammer – Gesang, Gitarre
Fredrik Sööberg – Gitarre
Jimmy Wiberg – Bass
Niklas Åström - Schlagzeug
Gastmusiker:
Dolk (Kampfar) – Gesang (Track 01)
David Lindh – Gesang (Track 03)
Sanrabb (Gehenna) – Gesang (Track 04)
Nadine Skjoldhammer – Sample (Track 06)

Tracklist

01. Satans Verser
02. Stigmata
03. Avgrundsgravitation
04. Dödsmaskin
05. Klubb 27
06. Mitt Mörker Är Mörkare Än Ditt
07. Även Hund Har Sin Dag
08. Svarta Får
09. Det Nya Svarta


(Black Metal / Punk / Classic Rock) Die schwedischen Black-Punk-Rocker ALFAHANNE sind wieder da! Wir erinnern uns zurück: Auf ihrem 2015er Album „Blod Eld Alfa“ überzeugten die untrven Black-Metaller mit melancholischen und doch kraftvollen Tracks, die allerdings etwas druckvoller produziert hätten sein können und aufgrund ihrer geradezu aufdringlichen Eingängigkeit ein wenig daran zweifeln ließen, dass sie lange von Interesse sein würden. Zwei Jahre später hat die Platte entgegen etwaiger Befürchtungen jedoch nichts von ihrem anfänglichen Charme verloren. Wie sieht es demgegenüber bei ihrem neuen Longplayer „Det Nya Svarta“ aus? Sind ALFAHANNE wirklich das neue Schwarz(-metall), wie sie es im Titel behaupten?

Viel Neues scheint es hier erst mal nicht zu geben, der schnell auf den Punkt kommende Opener „Satans Verser“, dessen Refrain Dolk (Kampfar) mit seinem ausgelassenen Klargesang bereichert, hätte sich so auch gut in der Tracklist des Vorgängeralbums gemacht. Was allerdings schon hier auffällt: Diesmal ist das Album tatsächlich mit einem moderneren, stärkeren Sound ausgestattet, der den simplen, aber effektiven Arrangements von ALFAHANNE wirklich gerecht wird. Spätestens die hintergründigen Keyboards im ebenfalls sehr energetischen „Stigmata“ und die ungewohnt klaren, atmosphärischen Gitarren im tristen „Avgrundsgravitation“ zeigen jedoch, dass die vier „Alfapokalyptic“-Rocker ihren charakteristischen Sound auf ihrer dritten Platte einer Verjüngungskur unterzogen haben.
Gewiss, die grundsätzlichen Inhaltsstoffe sind dieselben geblieben – punkig-rotzige Vocals, schwermütige, zum Teil fast schon dramatische Tremolo-Riffs und rockige, einfache Drum-Beats. Treibende und zugleich trübsinnige Nummern wie „Klubb 27“ sollten nicht nur wortwörtlich, sondern auch sprichwörtlich Musik in den Ohren aller Fans von ALFAHANNE sein. Dennoch sind es gerade die untypischeren Songs, die „Det Nya Svarta“ so interessant machen und verhindern, dass das Album als schaler Aufguss seines Vorgängers dasteht. Das auffälligste Beispiel dafür ist wohl „Mitt Mörker Är Mörkare Än Ditt“ mit seinen lässigen, ruhigen Gitarren, seinem rhythmischen Klatschen und seinen atmosphärischen Electro-Klängen.
Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass ALFAHANNE sich ihrer Black-Metal-Einflüsse in mancherlei Hinsicht entledigt haben – die gelegentlich auf „Blod Eld Alfa“ eingesetzten Screams und Blast-Beats fehlen hier völlig – aber dennoch oftmals eine noch finsterere Stimmung erzeugen, wie beispielsweise im durch und durch unheilvollen „Dödsmaskin“.

Während „Blod Eld Alfa“ schon in puncto Tempo und Rhythmus viel Abwechslung bot, probieren ALFAHANNE auf „Det Nya Svarta“ stilistisch viel mehr aus. Dass die Musik dadurch nicht ganz so einheitlich wirkt, stört nicht im Geringsten, vielmehr macht es die Platte umso spannender. Die Melodien entpuppen sich spätestens ab dem zweiten Hördurchgang als mindestens genauso stark wie die des letzten Albums, bezüglich Variation und Sound haben sich ALFAHANNE sogar merklich selbst übertroffen. Beim nächsten Mal darf es zwar gerne wieder etwas mehr Schwarzmetall sein, da „Det Nya Svarta“ aber praktisch keine Schwachstellen hat, kann man darüber vorerst bedenkenlos hinwegsehen.

Bewertung: 8 / 10

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