Review Archaic Oath – Determined To Death And Beyond

Es ist unbestreitbar: Hätte es bestimmte Bands im Metal nicht gegeben, hätten einige Genres wohl nie ihre heutige Popularität erreicht. Für den melodischen Black Metal – und in Teilen auch dessen Death-Metal-Anleihen – waren das fraglos DISSECTION. Ein ähnlich hohes Ansehen konnten sich später vor allem NAGLFAR sichern, die von manchen sogar als Nachfolger von Jon Nödtveidts Genre-Einflüssen gesehen werden.

In der Folge entstanden zahlreiche Bands, die dieses musikalische Fundament bis heute stabil halten. Eine weitere in diesem Reigen ist ARCHAIC OATH. Das belgische Duo stellt mit „Determined To Death And Beyond“ sein Debüt vor und möchte untermauern, dass im Genre melodiöser Schwärze längst noch nicht alles gesagt ist. Der Opener „Above The Ice“ unterstreicht diese Ambition eindrucksvoll: Was zunächst wie ein Vorschlaghammer ins Gesicht wirkt, ist der durchweg schwedisch geprägte Sound der Truppe. Drums und Gitarren verbinden sich zu einem rasanten Sturm klassischer Black-Metal-Tradition, bevor ein zweiter, ausladenderer Teil das Tempo drosselt und feine Elemente des Melodic Death Metal einfließen lässt.

Diese Formel verfolgen ARCHAIC OATH konsequent weiter. So bietet „Forest Of Horrors“ die erwartete Mischung aus tiefschwarzer Raserei, genrekonformen Leadmelodien und dynamischem Drumming. Besonders gelungen sind die ruhigeren, bedächtigen Momente, in denen Eleganz und Melancholie durchscheinen. Allerdings gelingt es der Band nicht immer, die für das Genre so wichtigen Spannungsbögen sauber auszubauen.

Melodiöses Riffing wie in „Abysmal Ascent“ lässt solche kleinen Schwächen jedoch schnell vergessen. In Verbindung mit dem walzenden Drumming und dem passenden, wenn auch etwas dünnen Gesang von Ameriach entstehen genau jene Momente, in denen ARCHAIC OATH ihren Vorbildern am nächsten kommen – und zugleich am stärksten sind. Auch der vorsichtig eingesetzte Klargesang sorgt hier für einen gelungenen Kontrast, von dem es künftig gern mehr geben dürfte.

Auch wenn das, was Lykormas und Arneriach auf ihrem Debüt zeigen, vom ersten bis zum letzten Ton einer klaren Linie folgt, steckt vor allem eines in der Musik von ARCHAIC OATH: Authentizität. Der Albumcloser (vor einem optionalen EMPEROR-Cover) unterstreicht das mit rasenden Arrangements und maximaler Brachialität. Ohne merklich Tempo herauszunehmen, drischt das Duo zum Abschluss seines Erstlings noch einmal alles nieder und macht deutlich, dass man sich vor DARK FUNERAL, frühen NAGLFAR oder DISSECTION nicht verstecken muss.

ARCHAIC OATH halten ihr Versprechen auf „Determined To Death And Beyond“ über weite Strecken ein. Fans von schwedisch geprägtem Death- und Black Metal können beim Debüt der Formation bedenkenlos zugreifen: Es gibt zahlreiche starke Melodien und viele wendige Arrangements zu entdecken. Dennoch hätte dem Album die eine oder andere Atempause gutgetan. Wie effektiv solche Momente sein können, zeigt die Band bereits mit akustischen Gitarren und Klargesang. Auch echte Hooks gibt es aktuell noch zu selten zu hören. Gelingt es ARCHAIC OATH künftig, diese Elemente stärker zu fokussieren, dürfte das volle Potenzial der Band noch deutlicher zur Geltung kommen.

Du siehst gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicke auf die Schaltfläche unten. Bitte beachte, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Wertung: 7 / 10

Philipp Sorger

Publiziert am von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert