CD-Review: Arsis - Visitant

Besetzung

James Malone - Gesang, Gitarre
Brandon Ellis - Gitarre
Noah Martin - Bass
Shawn Priest - Schlagzeug

Tracklist

01. Tricking The Gods
02. Hell Sworn
03. Easy Prey
04. Fathoms
05. As Deep As Your Flesh
06. A Pulse Keeping Time With The Dark
07. Funeral Might
08. Death Vow
09. Dead Is Better
10. Unto The Knife
11. His Eyes (Pseudo-Echo-Cover)


Was auch immer dafür gesorgt hat, dass das neue Album der amerikanischen Tech-Deather ARSIS ganze fünf Jahre auf sich warten ließ – das Artwork war es wohl nicht. Zum Glück verbirgt sich hinter dem wenig einprägsamen Bild, für das überraschenderweise der gleiche Künstler wie bei  allen vorigen Alben verantwortlich ist, deutlich spektakulärere Musik.

Denn während der futuristische Aspekt der früheren Cover-Artworks einem fast oldschooligen, dabei aber ziemlich langweiligen Motiv weichen musste, bleibt die Musik aus dem Hause ARSIS vielseitig, modern und unverkennbar: Melodischer Tech-Death trifft auf flotte Thrash- und Extreme-Elemente. So erinnert die behende Gitarrenarbeit, etwa im Opener „Tricking The Gods“, an Bands wie Keep Of Kalessin, wohingegen der Gesang den Thrash-Einschlag fett unterstreicht. Nicht zuletzt, da die Stimme von Bandkopf James Malone streckenweise an Kreators Mille Petrozza denken lässt („His Eyes“).

Noch etwas thrashiger wird es im folgenden „As Deep As Your Flesh“ mit seinem Mix aus flotten Riffs, griffigen Bridges und flinken Soli in den Vordergrund, ehe sich ARSIS wieder etwas mehr dem Tech-Death zuwenden – die eh schon fließenden Grenzen der Genres wurden von ARSIS ja seit ehedem regelmäßig übertreten und verschoben. Auf „Visitant“ gönnen sich die Amerikaner jedoch mehr solche Wechsel – und damit Vielfalt – als etwa zuletzt auf dem durchweg ziemlich brutalen Vorgänger, „Unwelcome“ (2013). Ausrutscher wie das peinliche „Forced To Rock“ von „Starve For The Devil“ (2010) sparen sich ARSIS dafür dankenswerterweise.

Doch nicht nur der generelle Stil, auch der Sound ist weiterentwickelt und weckt zugleich (gute) Erinnerungen an frühere ARSIS-Alben: Verfeinert, aber nicht verfremdet, ist beides ein gutes Beispiel für „gelungene Modernisierung“.

Am Ende ist „Visitant“ ein Album, das vielleicht (zum Glück) nicht den durch sein Artwork geweckten Assoziationen, zumindest aber den Erwartungen an ARSIS gerecht wird: Ein kurzweiliges, technisch höchstklassiges Extreme-Metal-Album, das Freunden großer Fingerfertigkeit Freude bereiten wird – unabhängig davon ob sie eigentlich aus dem Death-, Thrash- oder Extreme-Sektor kommen.

Bewertung: 8 / 10

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